Zum Inhalt der Seite

Nachts sind alle Katzen grau

von

Vorwort zu diesem Kapitel:
Kleine Anmerkung:
Ein Autor lebt von Rückmeldungen, in Form von Lob und Kritik.
Man kann weder sich, seine Schreibweise, noch die Geschichte selber verbessern, wenn es keine Rückmledungen gibt.
Daher wäre es schön, auch mal welche zu bekommen. Es Demoralisiert einen wirklich, wenn man andere Geschichten sieht, die regelrecht zugespamt werden, und man selber erst einen Kniefall machen muss, um überhaupt eines zu bekommen. Oder ist meine Geschichte so scheiße ...? Komplett anzeigen

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.

Seite 1 / 1   Schriftgröße:   [xx]   [xx]   [xx]

Tag 1 - Freitag
 

„Nein, nein, nein, ... ich komme zu spät“, flucht sie nach Atmen ringend, während sie durch die Seitengasse rennt.

Ihre Seitenstiche dabei ignorieren, sogar noch etwas schneller werden, als sie den kleinen Laden sieht, in dem sie seit ein paar Monaten nach der Schule aushilft.

Mit Höchsttempo gegen die Tür krachen und diese dabei aufdrücken, bleibt sie stolpernd und nach Atmen ringend mitten im Laden stehen. Sich auf ihre Knie abstützen und so versuchen, ihre Lungen wieder mit dem so nötigen Sauerstoff zu füllen.

Als sie auch schon die schneidende Stimme ihrer Chefin hört und welche ihr Unbehagen beschert.

„Gerade so, Mädchen.“

„Tut, ... tut mit leid. Es kommt ... nicht mehr vor“, keuchend herausbringen und sich dabei wieder etwas aufrichten.

Wissen, dass es schon das dritte Mal in diesem Monat ist, dass sie gerade so auf die Sekunde pünktlich war und das, wo ihre Chefin ihr an ihrem ersten Tag gesagt hatte, dass sie noch mindestens zehn Minuten für den Kassenwechsel einplanen und daher früher hier sein muss. Und es wieder nicht geschafft haben.

Und als sie in das von Falten durchzogene Gesicht ihrer Chefin blickt, und sieht, wie diese mit einem lauten seufzen, ihren Kopf schüttelt, rutscht ihr Herz in die Hose. Ahnen, worauf das hier hinauslaufen wird.

„Ich glaube nicht, Mädchen. Das funktioniert nicht. Ich werde dich für die komplette Woche bezahlen, weil ich sehe, dass du es versucht hast, aber du wirst hier nicht länger arbeiten. Es tut mir leid.“

Ihren Blick niedergeschlagen senken, nickt sie, der Älteren verstanden haben zu,

Wissen dass Bitten, ihr doch noch eine Chance zu geben, nichts bringen wird. Von daher lässt sie es gleich bleiben und geht mit gesenktem Kopf zu Tür und öffnet diese.

Doch bevor sie den Laden endgültig verlässt, murmelt sie noch, „Es tut mir leid, dass Sie meinetwegen so viel Ärger hatten.“
 

Wieder draußen an der kühlen Luft, atmet sie diese tief ein und schluckt den Kloß, der sich in ihrem Hals bildet, herunter.

Würde zu weinen anfangen, ihr den Job auch nicht wiedergeben. Von daher es gleich sein lassen und den Weg, den sie vor wenigen Minuten noch entlang gerannt ist, langsam zurückgehen.

„So eine Scheiße“, murmeln und ihre Hände tief in ihren Manteltaschen vergraben, als ein frischer Wind aufzieht und sie zum Frösteln bringt.

Würde sie sich dann gleich morgen nach einem anderen Job umschauen müssen, wenn sie in zwei Monaten bei ihrem Erzeuger ausziehen will.

Und aktuell will sie nichts lieber als genau dies, möchte sie keine Minute länger bei diesem leben müssen, als absolut notwendig. Doch ob sie bei der aktuellen Wirtschaftskrise überhaupt etwas findet?

Stellen die wenigsten jemanden ein, erst recht keine Schülerin, die mehr als nur zeitlich unflexibel ist.

Schwer seufzen, kickt sie einen Stein vor sich her und biegt dann in den Irrgarten von Seitengassen ein, wobei eine schäbiger ist, als die nächste.

Doch kennt sie diese schon zu Genüge, immerhin lebt sie seit ihrem zehnten Lebenjahr in dieser Gegend.

Dort, wo sich Drogendealer, Junkies und Alkoholiker die Klinke, oder doch eher die Spritze, in die Hand drücken.

Daher auch noch keine Lust verspüren, jetzt schon wieder nach Hause zu gehen, wartet dort eh keiner auf sie, was auch gut so ist. Sind die Tage, wo er da ist, die reinste Hölle auf Erden und versucht sie, diese so wenig werden zu lassen wie möglich. Doch gerade zu dieser Jahreszeit, wenn es früh dunkel wird, sollte sie sich nicht allzu lange draußen herumtreiben.

Denn dann sind die Straßen gefährlicher als ihr zu Hause.

Seufzend ihren Blick in den Himmel richten, an dem sich dicke graue Wolken sammeln und regen ankündigen, seufzt sie einweiteres Mal leise auf und bittet in Gedanken die Götter, von der ihre Mutter ihr damals immer erzählt hat, ihr nur ein kleines bisschen zu helfen. Nicht viel, nur ein wenig. Doch gerade so viel, dass sie die nächsten Monate übersteht. Danach würde sie es alleine schaffen.
 

Ihren Blick wieder auf den Weg vor sich senken, kommt sie nämlich gerade an einer dunklen Sackgasse vorbei, in der es seit Jahren schon kein Licht mehr gibt und welche gerne von Obdachlosen benutzt wird.

Und was ihr jedes Mal aufs Neue eine Gänsehaut beschert, wenn sie an dieser vorbei muss. So auch jetzt, fröstelnd und schneller werden, will sie gerade an dieser vorbeigehen, als sie plötzlich ein leises Wimmern hört, worauf es ihr kalt den Rücken herunterläuft. Hat ihr das gerade noch gefehlt.

Mit einem unguten Gefühl stehen bleiben, schaut sie in die Dunkelheit und schallt sich selber eine Idiotin.

Sollte sie zusehen, dass sie von ihr wegkommt, doch irgendwas an dem Wimmern, welches in kurzen Abständen erfolgt, hindert sie daran, weiterzugehen. Sich auf die Lippen beißen, schaut sie sich zu allen Seiten um, doch ist sie alleine, worauf sie ihren ganzen Mut zusammenkratzt, von dem sie weiß, Gott nicht viel hat und geht die paar Schritte in die Gasse hinein.

Immer darauf bedacht, sofort umzudrehen, sollte es ihr zu gefährlich werden.

Als jedoch das leise Wimmern links von ihr ertönt, blickt sie zu den Mülltonnen runter, die dort an der Wand gereiht stehen und zieht erschrocken die Luft ein.
 

„Ah du meine Güte, was ist denn mit dir passiert?“
 

*
 

Benommen und sich seltsam fühlen, öffnet er seine Augen einen Spalt und blinzelt mehrmals hintereinander, worauf sich sein Blick klärt, was ihn jedoch nur noch mehr verwirrt. Kann er mit der Umgebung, in der er sich befindet, nichts anfangen, so gar nichts. Dazu kommt noch, dass alles viel zu groß erscheint.

Sich versuchen aufzurichten, bemerkt er, dass etwas ganz und gar nicht mit seinem Körper stimmt, worauf er seinen Blick auf seine Hände senkt und erstarrt.

Denn anstelle dieser findet er zwei flauschige, grau-schwarze Katzenpfoten vor.

Was zum Teufel, ... faucht er gedanklich und blickt an seinem restlichen Körper entlang, welcher genau wie seine Hände, der einer Katze ist.

Das für einen schlechten Scherz halten, betrachtet er mit Entsetzen seinen Körper, es nicht glauben wollen und können.

Fauchend und die Ohren anlegen, dreht er sich mehrmals um sich selber, wobei er zusammenzuckt, als er seinen Schwanz sieht, welcher hin und her wedelt und in ihm das Bedürfnis auslöst, diesen zu jagen.

Ein weiteres Mal daraufhin zu fauchen anfangen, zwingt er sich selber zur Ruhe und setzt sich hin.

Würde er jetzt ganz gewiss nicht die Nerven verlieren und damit mehrmals tief ein und aus atmen.

Beruhig dich, es gibt sicher eine plausible Erklärung für das ganze hier. Auch dafür, dass ich nicht mehr auf der Tang bin, sondern, ... sich bei dem Gedanken umschauen und es am Ende doch nicht sagen können.

Nur die Ruhe, was ist das Letzte, an was ich mich erinnern kann? ... Ich war auf dem Deck, angelehnt an der Reling, ... doch was dann? Was ist dann passiert?

Missmutig, da im einfach nichts einfällt, was das Ganze hier zu verschulden hat, maunzet er gefrustet auf und betrachtet seine Umgebung erneut. Und welche ihm genau wie beim Aufwachen schon, mehr als nur fremd ist.

Sich wieder aufrichten, entschließt er, sich die Gegend etwas anzuschauen und vielleicht so herauszufinden, wo er sich überhaupt befindet.

Doch bevor er nur einen Schritt getan hat, stellt sich plötzlich sein Nackenfell auf und seine Sinne schlagen Alarm.

Sich daraufhin umdrehen, sieht er sich einen riesigen Hund gegenüber, welcher alles andere als erfreut über seine Anwesenheit ist und ihm drohend die Zähne zeigt.

Fuck, ... auch das noch, ich muss echt jemanden auf den Schwanz getreten sein, um das hier zu verdienen, geht es ihm panisch durch den Kopf, während er mit angelegten Ohren und eingekniffenen Schwanz, langsam zurückweicht.

Doch als der Hund seinen Fluchtversuch erkennt, fletscht dieser nur noch mehr seine Zähne und kommt drohend auf ihn zu.
 

*
 

Mit letzter Kraft, die dieser kleine Körper aufbringen kann, schleppt er sich humpelnd und vor Schmerzen fiepen, in die dunkle Sackgasse. Hoffend, dass er da etwas Ruhe findet und neue Kraft tanken kann. Ist er gerade einfach nur am Ende.

Hält dieser Körper bei weiten nicht das aus, was er sonst gewöhnt ist, dazu kommt noch seine geringe Größe und das in dieser vollgestopften Welt. Einer Welt, die definitiv nicht die seine ist. Und es immer noch nicht glauben können, was hier gerade passiert ist. Nicht nur, dass er von einem Hund, durch eine ihm unbekannte Stadt gejagt wurde, dessen Häuser, bis zu den Wolken reichen, und was ihm im ersten Moment völlig überfordert hat, wurde er auch von der schieren Menschenmasse auf den Wegen, getreten und verscheucht.

Seufzend seine Vorderpfote betrachten, aus welcher Blut fließt und höllisch brennt, versucht er sich hinzulegen, was ihm jedoch nur ein Wimmer entlockt.

Nicht nur, dass seine Vorderpfote schmerzt, fühlt sich auch der Rest seines Körpers nicht besonders gut an und tut bei jeder falschen Bewegung weh. Auch wenn er dort keine weiteren Verletzungen hat. Jedenfalls keine, die er gesehen oder bis jetzt bemerkt hat.

Seufzend resignieren, da er aktuell nichts dagegen machen kann, legt er sich umständlich hin und schaut sich in der dreckigen Sackgasse um, wobei ihm der Geruch des Mülls übel aufstoßen lässt.

Doch besser, als wieder von einem Hund gejagt zu werden, und damit seine Augen schließen wollen, als er Schritte hört und daraufhin ein Mädchen vor sich stehen sieht, welche sich suchend umschaut.

Und als sich ihre Blicke begegnen, sie ihn und das Blut sieht, entkommt ihr ein, „Ah du meine Güte, was ist denn mit dir passiert?“
 

Dem Mädchen aus müden Augen folgen, welche sich langsam vor ihm hinkniet und ihm ihre Hand hinhält, welche, nachdem er nichts unternommen hat, vorsichtig zu seiner Seite wandert und ihn dort sanft berührt.

Ihn hochhebt, was ihm nur ein leise maunzen entlockt, als er sich in ihren Armen wiederfindet und ihre warmen Finger spürt, die über seinen Kopf und Nacken kraulen. Und auch, wenn er am Ende seiner Kraft ist und ihm alles wehtut, merkt er, wie er leise zu schnurren anfängt. Tut dies nach der Hetzjagd und allem, einfach nur gut, und auch wenn er nicht weiß, wer das Mädchen ist und was sie mit ihm vorhat, ob sie ihm hilft oder nicht, kommt er etwas zur Ruhe. Dabei das Kraulen genießen, schließt er seine Augen, während das leichte Schaukeln ihrer Schritte und ihre Körperwärme, ihn in einen tiefen Schlaf fallen lassen.
 

*
 

Immer wieder auf das Kätzchen in ihren Armen schauen, das fest am Schlafen ist, erreicht sie einige Zeit später den Plattenbau, in dem sie mit ihrem Erzeuger lebt.

Der Urinpfütze ausweichen, die irgendjemand direkt vor dem Eingang hinterlassen hat, und einen entsetzlichen Gestank verströmt, macht sie sich an den Aufstieg der sieben Etagen. Zwar gibt es einen Aufzug, aber selbst wenn dieser funktionieren sollte, würde sie einen Teufel tun und in das Teil einsteigen. Liegen in diesem neben Fäkalien, Unmengen an Spritzen und anderem Zeugs für Drogen. Nein, dann quält sie sich lieber die Treppe herauf und tut noch etwas für ihre Figur.

Auch wenn sie alles anderen als dick ist. Wenn dann schon viel zu dünn. Doch wenig Geld, wenig essen.

Und das, was sie die letzten Monate über verdient hat, will sie nicht dafür ausgeben.

Da hungert sie lieber noch etwas, kann dann aber mit achtzehn ausziehen.

Wobei, ... etwas Geld werde ich doch ausgeben müssen. Wenigstens Fressen braucht er, und bei dem Gedanken die kleine Katze betrachten, welche ihren Kopf in ihrer Armbeuge versteckt hat und immer noch am Schlafen ist.

Aber dafür tut sie es gerne, würde es nämlich bedeuten, dass sie nicht mehr alleine ist.
 

Einige Minuten später und nach Atmen ringen, erreicht sie endlich die siebte Etage und zieht ihren Schlüssel aus ihrer Hosentasche und schließt die vergilbte Tür auf und lauscht. Lauscht nach jedem noch so kleinen Geräusch, das ihr sagt, ob er da ist oder nicht. Doch bleibt zu ihrem Glück alles ruhig, worauf sie die Angehaltende Luft auspustet und die Wohnung betritt. Leise die Tür hinter sich schließen, geht sie auf Zehenspitzen zu ihrem Zimmer, denn nur weil sie nichts gehört hat, heißt es nicht, dass er nicht da ist. Er könnte auch einfach besoffen irgendwo herumliegen und seinen Rausch ausschlafen.

Eine Erfahrung, die sie schon das ein oder andere Mal gemacht hat und was meistens damit geendet ist, dass sie den ein oder anderen neuen blauen Fleck oder Prellung hatte. Und es gerade jetzt, mit der Katze im Arm, nicht riskieren wollen.

Traut sie es ihrem Erzeuger zu dem Tier etwas anzutun, einfach schon aus dem Grund, weil er sie damit verletzen würde.

Doch als sie ohne Zwischenfälle ihr Zimmer erreicht, öffnet sie ihre Tür und schlüpft durch diese in den Raum und erst, als sie diese wieder schließt, fällt die Anspannung, welche sie die ganze Zeit gefühlt hat, von ihr ab.

Aufatmen, geht sie zu ihrem Bett herüber, welches aus einer alten und gammligen Matratze bestehet, die einfach auf den Boden gelegt wurde und setzt sich zusammen mit dem Kätzchen auf diese. Blickt auf das Tier in ihren Armen herunter und welches sich zu regen anfängt, seine Augen öffnet und sich verschlafen und vorsichtig umschaut.
 

„Hi du“, murmeln und dem Tier dabei vorsichtig über den Kopf streicheln, worauf es diesen hebt und sie aus seinen blauen Augen betrachtet.

„Keine Angst, du bist in Sicherheit. Und um deine Pfote kümmere ich mich auch gleich“, erzählt sie dem Tier, das daraufhin seinen Kopf schief legt und leise maunzt.

Zu lächeln anfangen, als sie dies hört, streichelt sie ihm noch einmal über das weiche Fell und setzt es dann vorsichtig neben sich auf ihre Decke ab, beobachtet es, wie es sich neugierig umschaut, ehe sein Blick wieder zu ihr geht.

„Bleib schön hier sitzen, ich hole eben etwas, womit ich deine Pfote versorgen kann. Ja?“

Sich schon etwas seltsam dabei vorkommen, so mit einer Katze zu sprechen, zumal diese sie wohl eher weniger versteht, doch nicht weiter darauf achten, steht sie mit einem letzten Blick zu dem kleinen Kater auf und verlässt auf leises Sohlen ihr Zimmer.
 

*
 

Dem Mädchen noch kurz hinterherschauen, das sich seiner angenommen hat, lässt er seinen Blick durch den kleinen und spärlich eingerichteten Raum gleiten und welcher wohl ihr Zimmer sein soll. Und ihm schon etwas zu denken gibt.

Nicht nur, dass die Matratze auf dem sie ihn abgesetzt hat, schrecklich stinkt, sind die wenigen Möbelstücke im Raum, alt und kaputt und sich bei dem Anblick wirklich zu fragen anfangen, was hier los ist. Sich nicht vorstellen können, dass die Kleiner hier lebt.

Doch bevor er sich auch nur einen weiteren Gedanken dazu machen kann, wird die Tür wieder geöffnet und das Mädchen kommt mit verschiedenen Dingen auf dem Arm, zurück ins Zimmer.

Ihr Lächeln sehen, kaum das sie ihn erblickt, legt er seinen Kopf schief, den erreicht dieses ihre Augen nicht, und in denen er eine tief sitzende Traurigkeit sehen kann.

Leise maunzen, während sich die Kleine vor ihm auf die Matratze setzt und die Dinge in ihren Armen, darunter eine Schale mit Wasser und Tüchern, neben sich abstellt.

„Hi Kleiner, lässt du mich deine Pfote ansehen, ja?“

Auf ihre Worte hin, zu dieser schauen, welche zwar nicht mehr blutet, dafür immer noch schmerzt, streckt er diese ein Stück von sich weg, ehe er wieder das Mädchen vor sich anblickt.

In ihre grünen Augen schauen, welche ihn aufmerksam betrachten, während sie vorsichtig nach seiner Pfote greift und was ihm ein leises Fauchen entlockt, als ein Stechen durch diese zieht.

„Ich weiß, ich weiß. Aber ich muss sie reinigen und verbinden.“

Dies alles selber wissen, jedoch nicht verhindern können, dass sein neuer Körper entsprechend auf die Schmerzen reagiert, die ihre Versorgung auslösen, krallt er sich mit seiner gesunden Pfote in ihre Bettdecke. So zu verhindern versuchen, dass er sie aus Reflex mit dieser kratzt.

Und während das Mädchen die Wunde auswäscht und reinigt, hat er genug Zeit, sich diese in aller Ruhe anzusehen und das, was er sieht, gefällt ihm so gar nicht. Und damit meint er nicht ihr Aussehen, welches an sich ganz hübsch ist, mit ihren braunen Haaren, die einen Rotschimmer besitzen und völlig krumm und schief geschnitten sind, oder ihre Sommersprossen, welche auf ihren Wangen und Nase zu sehen sind.

Sondern alles andere. Dass sie viel zu dünn ist, was er ohne Probleme selbst mit ihren Klamotten sehen kann, ebenso den gewaltigen blauen Fleck an ihrem Schlüsselbein, und welcher sich bis weit über ihre Schulter nach hinten erstreckt und immer wieder kurz zu sehen ist. Oder die Platzwunde an ihrer Lippe.

Das alles zusammen, ihr Ausdruck in ihren Augen, dieses Zimmer, ihre Erscheinung mit den Verletzungen und die er schon oft genug bei sich oder den anderen aus der Crew gesehen hat und welche von Fremdeinwirkungen in Form von Schlägen oder Tritten kommen, sagen ihm, dass seine kleine Retterin große Probleme hat.

Und sich daher fragen, warum sie sich noch mehr aufhalst und ihn mitgenommen hat.

Jeder andere in ihrer Situation hätte ihn liegen lassen, warum also sie nicht?
 

„So, das war es schon. So schlimm war es gar nicht, oder?“

Wird er aus seinen Gedanken geholt, worauf er von ihr zu seiner Pfote schaut, die tatsächlich kaum noch wehtut und was ihn leise, zufrieden schnurren lässt.

„Du bist echt süß“, sie sagen hören und direkt darauf ihre Finger in seinem Nacken spüren, welche ihn dort sanft streicheln.

„Hmm, weißt du, dass du das einzig Gute an diesem Tag bist. Wenn nicht soagr in den letzten Wochen und Monaten. Ich war nämlich gerade auf dem Heimweg, als ich dich gefunden habe. Meine Chefin hat mich gefeuert, weil ich zum dritten Mal in diesem Monat gerade noch so pünktlich auf der Arbeit erschienen bin. Na was soll ich dazu sagen, vielleicht gar nicht so schlecht, dass das passiert ist, ansonsten hätte ich dich nicht gefunden. Aber was erzähle ich dir das, du verstehst warhscheinlich nicht ein Wort von dem, was ich sage, oder? Aber besser als diese ständige Stille, so und jetzt, ich kann mir gut vorstellen, dass du Hunger haben musst. Leider habe ich aktuell nur etwas Milch hier, die ich dir geben kann, ich hoffe das reicht bis morgen. Dann würde ich dir richtiges Fressen kaufen.“
 

Den Worten des Mädchens lauschen, während ihre Finger weiter über seinen Nacken und Rücke streicheln und die ihn nachdenklich stimmen.

Doch bevor er sich da richtig Gedanken zu machen kann, steht sein Gegenüber auf und geht zur Zimmertür, worauf er ihr mit den Augen folgt.

„Ich werde dir etwas Milch holen, schön dort sitzen bleiben, hörst du.“

Leise maunzen, was ihr ein Lächeln entlockt, verlässt sie ihr Zimmer und dies auch so gleich ausnutzen und sich etwas umschauen. Vielleicht so herausfinden, mit wem er es überhaupt zu tun hat. Kann er sie ja schlecht nach ihren Namen fragen, doch kaum von der Matratze herunter gestiegen, und bevor er auch nur den ersten Schritt machen kann, öffnet sich die Tür, und das Mädchen kommt mit einer kleinen Schale in der einen Hand und einem Pappkarton in der anderen zurück.

„So, mein Kleiner, hier ist einmal deine Milch und den Karton, ... nun der ersetzt das Katzenklo, jedenfalls fürs erste.“

Sich bei ihren Worten kurz versteifen, hat er daran überhaupt nicht gedacht, betrachtet er den Karton mit zweifelndem Blick, welchen sie in eine Ecke ihres Zimmers stellt und in dem er zerrissenes Papier ausmachen kann, welches wohl als Einstreu dienen soll.

„Schau doch nicht so, und jetzt friss“, kommentiert sie seine Reaktion, ihm dabei über das sich sträubende Fell streicheln, und die Schale mit der Milch hinstellen, welche daraufhin seine Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Merkt er bei dem Geruch, was für einen Hunger er eigentlich hat und lässt den Karton, erst einmal Karton sein und geht die wenigen Schritte bis zur Schale.
 

*
 

„Geht doch“, murmeln, als sie sieht, wie die kleine Katze erst zaghaft, dann immer selbstsicherer die Milch trinkt und was ihr ein zufriedenes Lächeln entlockt.

Hatte sie schon die Befürchtung, dass ihr neuer Mitbewohner diese nicht mag, doch als sich dieser mit genüsslichem Blick über die Schnauze leckt, ehe er sich wieder dem Inhalt der Schale zuwendet, atmet sie erleichtert aus.

Reicht es, dass sie hier mit leeren Magen sitzt, weil der Kühlschrank nichts anderes mehr hergibt und was sie morgen ändern muss. Immerhin hat sie jetzt nicht nur sich, um die sie sich kümmern muss, sondern eine Katze und welche etwas Anständiges zu fressen braucht.

Sich bei diesen Gedanken mit einem Seufzen auf ihr Bett setzten, ahnen, dass ihre Entscheidung, das Tier mitzunehmen, ihr einiges an Kosten verursachen wird, Geld welches sie eigentlich für ihren Auszug angespart hat, und doch, ...

Doch allein der Anblick des Katers, welcher sich gähnend streckt und sie dann von unten her mit seinen blauen Augen anschaut, während er langsam auf sie zugelaufen kommt, sorgt dafür, dass sie sich nicht mehr so schrecklich allein fühlt, und das ist das bisschen Geld, alle male wert.

Und als der Kater zu ihr aus Bett gesprungen kommt und es sich auf ihrem Kopfkissen gemütlich macht, sich mit einem weiteren Gähnen einkringelt, tut sie es ihm mit einem Lächeln gleich und legt sich neben ihn hin.

Dabei es sich nicht nehmen lassen, ihre Nase in sein weiches Fell zu stecken und mit ihren Fingerspitzen durch dieses zu streicheln, worauf er zu schnurren anfängt. Und allein die Tatsache, zu wissen, zu hören und zu spüren, dass sie nicht mehr alleine ist, es jetzt jemanden in ihrem Leben gibt, der für sie da ist und um den sie sich kümmern muss, lässt sie sich besser den je fühlen und was sie langsam in einen leichten Schlaf fallen lässt. Den sie nach dem Horror, welchen sie erst gestern wieder durchleben musste, auch bitternötig hat.
 

*
 

Blinzelnd seine Augen öffnen, nicht genau sagen können, was ihn geweckt hat, schaut er sich um und sieht das Mädchen neben sich liegen und welches leise murmelnd ihre Augen öffnet.

„Hmm, alles gut Kleiner? Oder tut dir die Pfote weh?“, will sie ihm Halbschlaf wissen und sich dabei halb aufrichten.

Maunzend schüttelt er schwach seinen Kopf, als er wieder dieses sonderbare Gefühl verspürt, genau das gleiche, was ihn geweckt hat und was sein Nackenfell sich sträuben lässt.

„Sch, ist doch alles gut“, versucht die Kleine neben ihm, ihn zu beruhigen, und legt ihm daraufhin ihre Hand auf den Rücken, welche sie jedoch sofort wieder wegnimmt, als sie es ebenfalls spürt.

„Du Vibrierst ja regelrecht.“

Ihren überraschten und von Sorge durchzogenen Blick sehen, jedoch nicht darauf reagieren können, da das Vibrieren mit jeder Sekunde stärker und stärker wird und mittlerweile seinen ganzen Körper befallen hat.

Und als er glaubt, es nicht mehr auszuhalten, sieht er, wie sich seine Pfote zu verändern beginnt.

Sie größer und größer wird, die einzelnen Krallen sich zu Fingern formen und sich sein Fell zurückzieht. Aber nicht nur die verändert sich, auch der Rest seines Körpers nimmt wieder die Form eines Menschen an und als die Verwandlung nach wenigen Sekunden abgeschlossen ist, und er wieder ganz er selbst ist, betrachtet er seinen nackten Körper. Froh, keine Katze mehr zu sein, jedenfalls bis er das entsetzte keuchen neben sich hört und er seinen Blick auf das Mädchen neben sich richtet, welche ihn mit erschrockenem Blick betrachtet.

„Ähm ...“, hauchen, nicht sicher was er nun sagen, noch wie er reagieren soll.

Das Einzige, was ihm auf die Schnelle einfällt, ist, seine Hände über seinen Schritt zu legen, als ihm erst so richtig bewusst wird, dass er völlig entblößt vor seiner Retterin sitzt.

„Du ... du ... du bist ein Mensch?“

„Ähm ... ja.“

„Aber ... wie? Und ... oh mein Gott, du bist ja nackt.“

Sehen wie sie puterrot anläuft, als ihr Blick über seinen Körper wandert und bei seinen Händen in seinem Schritt stoppt, was dafür sorgt, dass auch sein Gesicht warm, ja schon heiß wird und er seinen Kopf beschämt zur Seite dreht.

Und bevor er irgendwas sagen oder tun kann, spürt er, wie sie ihm ihre Decke zuschmeißt, worauf er verwundert zu ihr schaut, ehe er sich diese über die Beine und Hüfte legt.

Etwas, was das Ganze sofort ein wenig entspannt und er sich wieder traut, sie anzuschauen, dabei ihren ängstlichen Blick sehen, mit dem sie ihn betrachtet. Und welchen er nur zu gut versteht und der dafür sorgt, dass er seine Hände beruhigend hebt.

„Hab bitte keine Angst. Ich werde dir nichts tun. Ich weiß selber nicht, was hier los ist. Erst vor ein paar Stunden bin ich hier in dieser Welt als Katze aufgewacht, werde von diesem Köter durch die Straßen gejagt und jetzt, ... jetzt bin ich plötzlich wieder ein Mensch, ich ... ich“, platz alles aus ihm heraus, was sich heute ereignet hat und merken, wie jämmerlich er sich in dem Moment anhört, doch auch sehen können, wie ihr Blick sich ein wenig verändert. Die Angst vor ihm nicht mehr ganz so deutlich hervorsticht und anstelle dessen so etwas, wie Mitleid zu erkennen ist.

„Also bist du eigentlich ein Mensch?“

„Hmm“, stimmt er ihr nickend zu und blickt sie unsicher an. Nicht sagen können, was nun als Nächstes passiert und was ihm tatsächlich etwas Angst und Sorge bereitet.

„Ich ... ich wollte mich noch bedanken. Also dafür dass du mich mitgenommen hast, in dem Moment wusste ich tatsächlich nicht mehr, was ich tun soll.“

Bei diesen Worten auf den kleinen Stoffstreifen schauen, welcher eben noch um die Wunde an seiner Pfote gewickelt war und nun an seinem kleinen Finger ist.

„Ich bin übrigens Penguin“, stellt er sich ihr vor.

„Penguin, das ist aber ein sehr ungewöhnlicher Name. Ähm ..., ich bin Katie.“

„Katie also, das habe ich mich schon den ganzen Tag über gefragt. Ähm, also dann noch einmal vielen Dank Katie, dass du meine Wunde versorgt und mir was zu essen gegeben hast.“

„Nicht ...,, nicht doch. Das war doch selbstverständlich. Ähm nun ja, immerhin bin ich davon ausgegangen, dass du eine Katze bist und ... und keine Mensch, ähm ... ich ... ich such dir mal was zum Anziehen heraus.“

Etwas irritiert über den plötzlichen Themenwechsel betrachtet er Katie wie sie mit verschämten Blick und rot leuchtenden Wangen seinen Oberkörper betrachtet und ihm wieder vor Augen führt, das er unbekleidet ist.

„Äh ja, ja das wäre nicht schlecht“, stimmt er ihr murmelnd zu, sie dabei weiterhin beobachten und feststellen, dass sie ihm kaum in die Augen schauen kann, während sie von ihrer Matratze krabbelt und im Anschluss zu ihrem Kleiderschrank geht.

„Ich habe leider nur eine Jogginghose und Shirt für dich, aber ...“

„Das reicht, danke“, unterbricht er sie, es ihr nicht schwerer machen wollen, als sie es wohl durch den Umstand, dass er nackt ist, schon hat. So nimmt er die dargereichten Klamotten entgegen, als sie mit diesen zurück zur Matratze kommt und sich, nach kurzem zögern an dessen Ende hinsetzt.

Die Jogginghose sich mit etwas Umstand unterhalb der Decke anziehen und anschließend noch das Shirt, welches ruhig eine Nummer größer sein könnte, doch besser als nichts.

„Schon viel besser, danke.“

„Nicht dafür, ähm was ... was hast du jetzt vor? Also, ich meine, jetzt wo du wieder du bist?“

Seufzend mit den Schultern zucken, betrachtet er Katie, welche mit angezogenen Beinen soweit wie möglich von ihm entfernt sitzt und ihn mit schüchternen Augen betrachtet. Wobei ihm wieder die deutliche Blaufärbung ihres Schlüsselbeines und Schulter auffällt und was seine Laune gleich verschlechtert.

„Hmm, gute Frage. Ich weiß ja nicht einmal, wo ich hier bin. Wie schon gesagt, ich bin hier in dieser Welt als Katze aufgewacht. Das letzte an das ich mich erinnern kann ist, dass ich auf dem Deck unserer Polar Tang gestanden bin und auf das Meer geschaut habe.“

Auf seine Worte sehen können, wie sich ihr Blick weitet und ungläubig, fragend wird.

„Was meinst du mit andere Welt und was ist eine Polar Tang?“

„Was ich mit andere Welt meine, nun, gibt es hier Piraten oder die Grand Line?“

Ihren verwirrten Blick, zusammen mit ihrem Kopfschütteln sehen, nickt er sachte.

„Genau das meine ich mit anderer Welt. Als mich eben der Köter durch die Stadt gejagt hat, und ich diese riesigen Häuser gesehen habe, ebenso diese seltsam fahrenden Dinger, wusste ich, dass ich nicht mehr in meiner Welt sein kann.“

„Wolkenkratzer, heißen diese Hochhäuser und diese fahrenden Dinger, nennt man Autos.“

Verstanden haben, nickt er ihr zu und wartet, bis sich ihr Blick wieder etwas geklärt hat und sie nicht mehr über seine Worte nachdenkt und als es so weit ist und sie seinen Blick erwidert, setzt er zum Weitersprechen an.
 

Erklärt ihr, was die Polar Tang ist, ebenso, dass er ein Pirat ist und mit einer Crew unter Trafalgar Law die Grand Line bereist und mit jedem Wort, das er erzählt, ihr immer mehr von sich und seiner Welt offenbart, desto mehr fangen ihre Augen an zu leuchten. Und das ist etwas, was ihm deutlich besser gefällt als die Traurigkeit oder gar Angst, welche er in den wenigen Stunden die er sie nun kennt, eindeutig zu oft gesehen hat.

Tag 2 - Samstag
 

Mit einem herzhaften Gähnen und sich einmal der Länge nach strecken, kuschelt sie sich noch etwas mehr in ihre Decke.

Noch nicht bereit aufzustehen. Nicht nach der Nacht, in der sie sich bis zum frühen Morgen mit Penguin unterhalten hat.

Und so sonderbar sich seine Geschichte auch anhört, so wenig sie ihm vertrauen sollte, kommt sie nicht drumherum, ihm zu glauben, und in der Nacht gemerkt haben, dass ihr anfängliches Misstrauen ihm gegenüber nach und nach, nachgelassen hat. Soweit jedenfalls, dass sie sich halbwegs entspannt zu ihm auf die Matratze setzten konnte, während sie seinen Worten lauschte. Worte über eine Welt, die sich eher nach einer Fantasiewelt angehört haben, als dass es sie wirklich gibt. Und doch ... irgendetwas sagt ihr, dass es genauso ist. Denn auch wenn die Menschen gerne glauben, dass sie die einzigen Geschöpfe im Weltraum sind, ist das All groß und warum sollte es dann nicht auch noch andere Welten geben?

Welten, die so fantastisch sind wir die seine?

Als jedoch ihr Magen anfängt sich bemerkbar zu machen und erst leise, dann immer lauter grummelt, ihr mitteilt, dass er endlich etwas zu Essen braucht, öffnet sie seufzend ihre Augen und schaut direkt in das schlafende Gesicht von Penguin, welcher sich unerwarteterweise am Morgen wieder in eine Katze verwandelt hat.

Und wo sie beide nicht schlecht geschaut haben, als er aus den Klamotten gekrochen ist, nur um enttäuscht seine Ohren hängen zu lassen, als es ihm klar wurde. Und wo sie wahrscheinlich aus einem Impuls heraus sagte, dass er erst einmal hierbleiben kann. Bis ihnen etwas anderes eingefallen ist, oder er wieder in seine Welt zurückkann und sich gerade Fragen, wie sie das Finanzieren soll.

Reicht das wenige Geld, das sie im Monat zur Verfügung hat, nicht einmal für sie und jetzt muss sie ihn auch noch durchfüttern. Doch den Kater auf die Straße schicken, kann sie dann auch nicht, denn, wäre die Situation andersherum und sie würde in einer ihr fremden Welt landen, dazu als hilflose Katze, würde sie sich auch wünschen, dass es jemanden gibt, der sich ihrer annimmt.

Dazu kommt noch, dass sie nicht mehr alleine ist, sie endlich jemanden hat, mit dem sie sprechen kann und der ihr zuhört und allein diese Gewissheit, lässt das Thema Geld und Kosten, kleiner erscheinen. Und bisher hat sie es auch immer irgendwie geschafft, warum also dieses Mal nicht? Und mit diesen Gedanken, ihre Hand unter der Decke hervorholen und anfangen, durch sein weiches Fell zu streicheln, worauf seine Nase und Ohren zu zucken anfangen, und was ihr ein kleines Grinsen entlockt, ehe er seine Augen öffnet und sie blinzelnd anschaut.
 

„Morgen“, hauchen, als er sich gähnend zu strecken anfängt, was sie nicht daran hindert, ihm weiter zu kraulen und ein genüssliches Schnurren zu bekommen.

„Was hältst du davon, wenn ich mich jetzt fertig mache und wir anschließend ein paar Lebensmittel einkaufen. Du hast doch sicher hunger oder?“

Sein Zustimmendes nicken sehen und maunzen hören, worauf sie die Streicheleinheit beende und ihre Decke zur Seite schlägt, worauf es sie sofort anfängt zu frösteln. Was auch kein Wunder ist, immerhin ist es gerade mal Mitte März und da sie die letzte Gasrechnung nicht begleichen konnte, ohne an ihr Erspartes zu gehen, wurde ihnen dieses abgedreht. Nicht das erste Mal in diesem Winter.

Und hoffen, dass das Geld von ihrer alten Chefin nächste Woche kommt. Wäre eine heiße Dusche mal wieder dringend nötig, ist ihre letzte gut eine Woche her.

„Ähm ..., ich werde mich eben schnell wachen gehen, danach können wir auch direkt los. Bleib bitte so lange im Zimmer. Wenn mein Vater nach Hause kommen sollte und dich sieht ...“, bittet sie ihn und den Rest nicht aussprechen wollen und können.

Doch braucht sie das auch nicht, da er sie auch so verstanden hat und nickt und was sie ein wenig erleichtert. Denn auch wenn sie ihm so weit vertraut, dass sie keine Angst mehr hat von ihm vergewaltigt oder gleich umgebracht zu werden, will sie ihm nicht ihre Lebensgeschichte erzählen. Noch nicht jedenfalls. Ist das ein Punkt, mit dem sie selber zu kämpfen hat und sie jedes Mal in ein dunkles Loch zu stürzen droht.

Als sie jedoch plötzlich seine Wange an ihrer spürt und wie er sich schnurrend an ihr reibt, verschwinden diese Gedanken fast sofort aus ihrem Kopf und ein kleines Lächeln bildet sich auf ihre Lippen. Scheint er doch mehr mitzubekommen, als sie angenommen hat und sich wohl auch den ein oder anderen Gedanken gemacht zu haben.

Ihm leicht über den Rücken streicheln, zeigen, dass alles gut ist, und worauf er sich mit einem leisen maunzen von ihr ein Stück entfernt und sie mit schief gelegten Kopf anschaut.

„Alles gut, war nur in Gedanken. Ich werde dann mal ...“, murmeln und damit von ihrer Matratze aufstehen und sich etwas von ihrer Kleidung aus dem Schrank nehmen.

Mit dieser und einem letzten Blick zu Penguin, der es sich auf ihrem Kissen gemütlich gemacht hat, verlässt sie auf leisen Sohlen ihr Zimmer.
 

*
 

Zusammen mit Penguin, welcher es sich auf ihren Nacken bequem gemacht hat und leise am Schnurren ist, verlässt sie das Wohnhaus und biegt den Weg rein, welcher zum Supermarkt führt.

Dabei einen Blick zu den dunklen Wolken werfen, welche sich in einiger Entfernung drohend auftun und ordentlich Regen, wenn nicht sogar ein Gewitter ankündigen.

„Ich hatte eigentlich gehofft, dass wir uns etwas an den Kanal setzten können, doch wenn ich mir die Wolken so anschaue, ...“; murmelt sie und ein zustimmendes Maunzen erhalten.

„Dann hoffe ich wenigstens, dass der Alte sich heute nicht blicken lässt. Ansonsten wird das ein verdammt langer Tag.“

Spüren wie Penguin auf ihre Worte ihn, seinen Kopf an ihrer Wange reibt, schaut sie diesen mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen an. Mittlerweile froh, dass dieser bei ihr ist und sie ihn nicht, wie im ersten Moment noch überlegt haben, herausgeschmissen hat, als klar wurde, dass er eigentlich ein Mensch ist.

„Du Penguin, ...“, fängt sie an, nur um sich dann selber zu unterbrechen, und auf ihre Unterlippe zu beißen.

Nicht sicher, ob sie ihn darum bitten kann, doch als sie seinen fragenden Blick auf sich spürt und das leise maunzen an ihrem Ohr hört, atmet sie noch einmal tief ein und nimmt das bissschen Mut zusammen, das sie besitzt.

„Wenn du heute Nacht wieder ein Mensch wirst, ähm ..., also magst du mir dann vielleicht noch mehr von deiner Welt erzählen? Also natürlich nur, wenn es dir nichts ausmacht?“

Fand sie diese Geschichten aus seiner Welt und was er und die Crew schon alles erlebt haben, einfach nur zu schön und würde sie gerne noch mehr davon hören. Eine Welt, die so gänzlich anders ist als ihre. Wo es tatsächlich so etwas wie Freiheit gibt und Abenteuer und das an jeder Ecke. Welche nur darauf warten, gelebt zu werden.

Und als sie sein leises Maunzen hört und spürt, wie er sich an ihrer Wange reibt, steigt so etwas wie Vorfreude in ihr auf.

Vorfreude, die Nacht wieder mit jemanden sprechen zu können. Mit jemanden, der sie nicht beleidigt, erniedrigt oder beschimpft, wie es ihr Vater und viele ihrer Mitschüler tun und sich wirklich darauf freuen.

„Danke, ich freu mich drauf. Aber jetzt musst du dich in meiner Kaputze verstecken. Wie eben schon erklärt.“

Und kaum dies ausgesprochen spürt sie, wie er in diese klettert und damit den Supermarkt betreten.

In Gedanken die wenigen Dinge durchgehen, die sie und Penguin brauchen, wobei ganz oben auf ihrer imaginären Liste, Shirt und Jogginghose für Penguin steht.
 

*
 

Genüsslich auf dem Stück Speck herumkauen, welches Katie ihm zusammen mit Ei und etwas Käse, von ihrem Sandwich gegeben hat. Und das sie nun nebeneinander im Gras am Kanalufer sitzend verdrücken.

Hat das Wetter bisher gnade mit ihnen gehabt und mehr als etwas Donnergrollen, ist nicht passiert. Worauf sie nach dem Einkaufen entschieden hatten, ihr Glück zu versuchen, und sind zum Kanal gegangen.

Und während er auf dem Speck herumkaut, schaut er Katie von der Seite her an, welche mit einem nachdenklichen Blick auf das Wasser vor ihnen schaut und nebenbei immer wieder kleine bissen, zu sich nimmt.

Und sich bei ihrem Anblick fragen, was ihr so einen Kummer macht, denn das sie welchen hat, sieht man ihr sofort an.

Hinzukommt ihre Unsicherheit. Hat sie sich doch eben kaum getraut, ihn zu fragen, ob er ihr noch mehr von seiner Welt erzählt und sich wirklich fragen, woher diese kommt. Normal ist es jedenfalls nicht, dass sie so wenig Selbstbewusstsein hat, im Gegenteil. Zeugt dies eher von Unterdrückung und dabei an ihre Warnung betreff ihres Vaters denken und sich sicher sein, dass dieser etwas damit zu tun hat. Genau wie mit der Prellung ihrer Schulter und welche sie sehr gut zu verstecken weiß, doch hat er schon zu oft solche Verletzungen gesehen, als dass er diese nicht erkennt.

„Schmeckt es dir?“

Aus seinen Gedanken gerissen werden, blinzelt er mehrmals, bevor er seinen Blick zurück auf Katies Gesicht hebt und maunzend nickt. Zwar hat er schon besseren Speck gegessen, doch ganz so schlecht ist er dann auch nicht und will er sich auch nicht beschweren. Nicht nachdem er gesehen hat, wie es um Katies Finanzen steht und sie für den Einkauf, etwas von ihrem Ersparten geopfert hat, welches wohl für ihren Auszug in wenigen Wochen vorgesehen ist. Jedenfalls hat er das so verstanden, als sie es ihm erklärt hat. Und dass das Geld, was sie sonst im Monat zur Verfügung hat, erst nächste Woche kommt.

„Das ist gut, ähm ... wenn du fertig bist, würde ich dann auch gerne wieder los. Es zieht sich immer weiter zu und bis wir bei mir sind, brauchen wir etwas.“

Ihrem Blick folgen und die pechschwarzen Wolken über ihnen sehen, maunzt er zustimmend und schlingt das restliche vom Ei in einem herunter, worauf er ihren perplexen Blick sieht.

„So schnell hätte es jetzt auch nicht sein müssen“, kommentiert sie das, worauf er jedoch nur leise maunzt und dann auf ihre Schulter springt, wo er es sich wie schon auf dem Hinweg, in ihrem Nacken gemütlich macht.
 

*
 

Zusammenzucken, als es laut über ihnen donnert und nur wenige Sekunden später ein weiterer Blitz den Himmel erhellt, schaut sie zitternd, in ihre Decke eingewickelt zu ihrem Fenster.

„Da haben wir echt Glück gehabt. Eine halbe Stunde später und wir hätten es voll abbekommen“, bringt sie mit zitternder Stimme heraus und zu Penguin blicken, welcher sich auf ihrem Kissen eingekringelt hat und sie aus seinen blauen Augen anschaut.

„Schuldige, dass es so kalt ist. Doch der letzte Monat war lang und das Geld noch knapper als eh schon. Für die Gasrechnung hat es daher nicht mehr gereicht“, entschuldigt sie sich bei dem Kater, dem sie ansieht, dass auch dieser friert und aus Scham ihren Blick senken müssen. War ihr, ihre Lebensumstände ja schon immer peinlich, doch da wussten die Leute es nur durchs Hörensagen, wo viel hinzugedichtet wird, doch jetzt, ... jetzt bekommt es jemand Live mit und sieht, wie sie lebt und kläglich am Scheitern ist. Nicht einmal ihre Gasrechnung begleichen zu können, ist schon verdammt erbärmlich und ihr noch nie so unangenehm gewesen wir gerade in diesem Moment. Denn jetzt sitzt nicht nur sie alleine in der kalten Wohnung, sondern Penguin ebenfalls und muss genauso darunter leiden und diesem daher auch kaum anschauen können.

Doch als sie sein leises Maunzen hört und spürt, wie er auf ihren Schoss geklettert kommt, hebt sie leicht ihren Blick und spürt daraufhin seine warme Wange an der ihren. Ihr damit wohl sagen wollen, das alles in Ordnung ist und ihm daraufhin zaghaft über den gestreckten Rücken streicheln.

Merken, wie ihr dies etwas hilft und sie sich für den Moment nicht mehr ganz so schrecklich fühlen und dem Piraten dankbar sein, dafür, dass er einfach nur da ist und sie nicht verurteilt, wie es schon so viele davor getan haben.
 

*
 

Auf das zitternde Mädchen schauen, welches sich tief unter ihrer Decke vergraben hat und am Schlafen ist und ihm anfängt, leid zutun. Nicht nur, dass sie scheinbar von ihrem eigenen Vater unterdrückt und geschlagen wird, kaum genug zu Essen für sich selber hat, muss sie auch noch frieren, weil das Geld vorne und hinten nicht reicht. Und sich überlegen, ob es eine Möglichkeit gibt, wie er ihr helfen kann. Und das nicht nur, weil er ihr etwas schuldig dafür ist, dass sie ihn aufgenommen hat und nun auch noch durchfüttert, sondern ... so wirklich fällt ihm kein anderer Grund ein und welchen es auch nicht bedarf. Er will ihr helfen und damit gut. Doch wie ist die Frage? In seiner Welt würde er einfach das nächste Piratenschiff überfallen und denen die Schätze abknöpfen, doch wird das hier kaum möglich sein, außer ...

In seiner Überlegung innehalten, als ihm eine Idee kommt, wie er Katie helfen könnte, doch dafür braucht er die Möglichkeit, sich auch ohne sie in der Stadt und Umgebung zu bewegen. Doch ob das geht? Das beste wäre wohl, wenn er sie gleich einfach fragen wird, sobald er sich wieder zurückverwandelt hat. Sollte er sie dann nämlich wecken, sollte sie nicht von sich aus aufwachen und auch wenn er sie gerne schlafen lassen will, allein schon, damit sie die Kälte im Raum nicht so mitbekommt, hat er es ihr versprochen. Dazu wollte sie noch mehr über seine Welt und Leben dort erfahren und auch ihr dort zugesagt haben, dass er ihr davon erzählt. Und sich daran halten werden.
 

*
 

Aus ihrem leichten Schlaf aufschrecken, als sie eine Berührung an ihrer Schulter wahrnimmt und sich hektisch aufrichten, in dem Glauben, ihr Vater wäre es und heftig zusammenzucken, als sie jemanden vor ihrer Matratze knien sieht.

„Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken“, hört sie jedoch eine ihr bekannte Stimme, welche eindeutig nicht die ihres Vaters ist und worauf sie sich wieder beruhigt und erleichtert ausatmet.

„Verdammt hast du mich erschreckt“, sagen und dabei ihr Herz viel zu schnell in ihrer Brust schlagen fühlen.

„Das wollte ich nicht, doch sagtest du, dass ich dich wecken soll, wenn ich mich verwandelt habe.“

„Hmm, schon gut. Dachte nur, es sei mein Vater, also nicht deine Schuld“, erklärt sie ihm ihre Reaktion und sein Verstehendes nicken sehen, sich dabei langsam aufrichten und sich mit dem Rücken an die Wand anlehnen.

Dabei ihre Decke wieder höher ziehen, als sie zu frieren anfängt und zu Penguin schauen, welcher nur ein Shirt und Jogginghose anhat und bei seinem Anblick sich sofort wieder schlecht fühlen. Denn wäre sie nicht so unfähig und nutzlos, würde dieser nun nicht vor ihr auf dem Boden sitzen und frieren. Und dass er das tut, sieht sie ihm deutlich an und daher auch ihren Mut zusammennehmen und leise sagen.

„Willst du ... also, willst du mit unter die Decke kommen? Es muss dir doch kalt sein.“

Im Augenwinkel seinen überraschten Blick sehen, mit dem er sie betrachtet und dann leise seufzt.

„Wenn es für dich in Ordnung ist, dann gerne. Es ist schon sehr kalt im Zimmer.“

Auf seine Worte hin nickt sie ihm leicht zu und hebt ihre Decke ein Stück an, worauf er sich neben sie setzt und direkt darauf seine Körperwärme spüren, die von ihm ausgeht.

Und fühlen wie gut ihr diese tut, ihren ausgekühlten Körper langsam wärmt und leise und erleichtert aufatmen, dabei seinen Blick auf sich spüren und diesen verhalten erwidern, was ihn schief grinsen und sie Erröten lässt.

„Muss dir doch nicht peinich sein. Einem jeden von uns tut die Körperwärme eines anderen gut, gerade wenn es so kalt ist, da gibt es nichts dran auszusetzten. Oder ist etwas anderes?“, versucht er es ihr wohl angenehmer zu machen, was sie jedoch nur den Blick senken lässt und auf ihre Lippe beißt. Nicht wissen, wie sie ihm das sagen soll.

„Ich ... ich habe noch nie mit jemanden so gesessen. Und erst recht keinem ... Mann.“

„Wie? Echt jetzt? Was ist den mit Freundinnen? Ihr Mädels umarmt euch doch ständig und hängt wie ein Knaul aufeinander.“

Seinen Unglauben mehr als deutlich aus seinen Worten heraushören können, hebt sie ihren Blick und schaut ihn schulterzuckend an.

„Ich habe keine. Schon lange nicht mehr.“

„Was? Ein so nettes Mädchen wie du, soll keine Freunde haben? Das kann ich mir kaum vorstellen.“

Auf seinen Worten hin, traurig Lächeln und ihre Knie anziehen, entkommt ihr ein schwerer Seufzer.

„Ist aber so. In der Schule mag mich keiner, weil sie wissen wie und wo ich lebe. Dazu das mit meinem Vater ..., na ja, als das alles die Runde machte, war ich schnell unten durch.“

„Verstehe, aber ganz ehrlich, wenn sie dich nur wegen dem hier nicht mögen, sind sie es auch nicht Wert, das man mit ihnen befreundet sein will.“

„Hmm, vielleicht und doch ...“, hauchen und dabei ihre Arme um ihre Knie legen und ihren Kopf auf diese betten.

Kann sie Penguins Standpunkt schon verstehen, doch wäre es schön, wenigstens einen Menschen zu haben, der sie nicht wie Dreck behandelt und ihr ein Freund oder Freundin ist.

„Ich verstehe schon, aber so lange ich hier bin, wirst du nicht mehr alleine sein, dass ist dir doch klar oder? So schnell wird man mich nicht los und jetzte, werde ich dir die Geschichte erzählen, wie mein Käpt´n mich und meinen besten Freund Shachi bei unserer ersten Begegnung, verprügelt hat.“

Ihren Ohren nicht trauen, weder im Bezug auf das, was er direkt zu ihr gesagt hat noch das über seinen Käp´n, schaut sie zu Penguin rauf und welcher auf ihren überraschten Blick einfach nur schief grinst und ihr zuzwinkert, und es sich dann gemütlich macht, bevor er anfängt zu erzählen.

Und mit jedem Wort, das er von sich gibt, merken, wie es sie ablenkt, alles an negativen Gedanken verschwinden oder zur Ruhe kommen lässt und sich daraufhin auch wieder etwas entspannen und ungläubig seinen Worten über einen sprechenden Eisbären lauschen.
 

*
 

Auf Katie herunterblicken und welche irgendwann bei seiner Erzählung eingeschlafen und mit ihrem Kopf auf seiner Schulter zum liegen gekommen ist. Und welche es wohl noch schwerer hat, als er am Anfang gedachte. Denn, keine Freunde zu haben, die einem zur Seite stehen, die ein offenes Ohr haben oder einfach nur für einen da sind ..., das möchte er sich gar nicht erst vorstellen, wie sich das anfühlen muss. Wenn man völlig alleine ist, immer und überall, dazu von jedem als Schuhabtreter benutzt wird ...

Schwer seufzen, streicht er dem Mädchen eine ihrer Haarsträhnen aus dem Gesicht und welches sich mit einem Seufzen und nach Nähe und Wärme suchen, sich weiter an ihn kuschelt.

Es wohl das erste Mal, seit einer Ewigkeit ist, dass sie Körperkontakt zu einem anderen Menschen hat, welcher nicht darin ausgelegt ist, ihr wehzutun oder anderweitig zu Schaden.

Und sich überlegen, wie und, ob er ihr nicht helfen kann, abgesehen von der Idee, die er schon hatte, um ihr Geld zu beschaffen. Doch kennt er sich dafür leider nicht gut genug in ihrer Welt aus, als dass er da einfach irgendwas machen kann und als Katze schon gar nicht. Nachher wird es nur schlimmer, anstatt besser und damit wäre keinem von ihnen geholfen.

„Ach man, was soll ich nur machen?“, murmeln und die Decke höher ziehen, als sie sich mit dem Rücken zu ihm dreht.

Sich darauf etwas näher an sie heranlegen, als er sieht, dass sie wieder friert und seinen Arm oberhalb der Decke über ihre Hüfte legen, schließt er ebenfalls seine Augen und versucht etwas zu schlafen. Würde es die Zeit zeigen, ob und was er für die Kleine tun kann.

Tag - 3 Sonntag
 

Blinzelnd ihre Augen aufschlagen und zur Decke schauen, spürt sie sofort, dass sie so gut wie schon lange nicht mehr geschlafen hat und sich fragen, woran das liegt. Und als ihr Penguin einfällt und, dass sie wohl mitten in seiner Erzählung eingeschlafen sein muss, was ihr jetzt im Nachhinein verdammt unangenehm ist. Immerhin hat er sich extra die Mühe gemacht und dann das. Seufzend ihren Kopf zur Seite drehen und auf die Stelle schauen, an der er gestern schon geschlafen hat, nur um verwundert festzustellen, dass diese leer ist.

Sich daraufhin mit einem seltsamen Gefühl in ihrem inneren, im Zimmer umschauen, doch auch dort findet sie ihn nirgends und schon die Befürchtung haben, dass er wieder zurück in seine Welt ist, als sie plötzlich etwas unterhalb der Decke berührt.

Sich erschrecken und leicht zusammenzucken, schaut sie auf diese und sieht die kleine Beule, direkt auf der Höhe ihres Bauches und daraufhin ihre Decke ein Stück anheben, worauf sie von zwei müden Katzenaugen angeschaut wird und was ihr ein erleichtertes Seufzen entlockt. Bei seinem Anblick spüren, wie froh sie darüber eigentlich ist, dass er noch da ist und zu Lächen anfangen. Besonders nachdem sie gestern, für ihre Verhältnisse, ihm so viel von sich erzählt hat.
 

„Da steckst du also. Ich hatte schon Angst, dass du einfach in deine Welt verschwunden bist“, begrüßt sie den Kater, welcher sich mit einem Gähnen streckt und dann langsam unter der Decke hervor krabbelt.

Bei ihrem Gesicht angekommen, reibt er sogleich seine Wange an der ihren und fängt leise an zu schnurren, worauf sie ihm den Nacken und Rücken zu kraulen anfängt.

Wissen, dass er das besonders gerne hat und worauf sich sein Schnurren nur noch verstärkt.

„Entschuldige bitte, dass ich einfach so eingeschlafen bin“, sagen und merken, wie er kurz ins Stocken gerät, nur um sich daraufhin noch etwas mehr an sie zu kuscheln. Als würde er sagen, dass es in Ordnung ist und er es nicht schlimm findet.

„Willst du noch etwas liegen bleiben, oder Frühstücken?“

Auf ihre Frage hin fühlen, wie er sich zwischen ihrer Schulter und Kin hinlegt und sich genüsslich räkelt und ihr damit Antwort gibt. Schmunzeln und es zu gut verstehen, schaut sie dem Kater dabei zu, wie er sich immer weiter räkelt und der heute einen wohl sehr verschmusten Tag zu haben scheint und es ebenfalls auskosten und ihm weiter über das weiche Fell streicheln und die Wärme, die er ausstrahlt, genießen.
 

Doch wie alles schöne in ihrem verkorksten Leben, endet diese Kuscheltour damit, dass sie hört wie die Wohnungstür geöffnet und wieder geschlossen wird. Und was nur bedeuten kann, dass ihr Vater von einer seiner Sauftouren zurück ist.

Welche dieses Mal ganze vier Tage angehalten hat und wenn es nach ihr gehen würde, auch gerne noch länger.

„Verdammt“, hauchen und zur Tür schauen, als dieser an ihrem Zimmer vorbeigeht und dabei Penguins Blick auf sich spüren, doch beachtet sie diesen nicht. Zählt gerade nur, in welcher Verfassung ihr Vater ist und ob dieser ausrastet oder ins Bett gehen wird. Und je nachdem, würde ihre Reaktion ausfallen.

Doch als sie hört, wie er den Kühlschrank öffnet und welcher bis auf etwas Milch, Bacon und Eier leer ist, kneift sie ihre Augen zusammen und zählt gedanklich bis drei.

„Katie! Katie verdammter Nichtsnutz, wo steckst du? Warum ist der Kühlschrank leer? Herr Gott noch eins, für nichts bist du zu gebrauchen, verdammte Schlampe“, geht das Gebrüll los.

Zu Penguin schauen, welcher bei den Worten ihres Vaters entsetzt zu ihr blickt, streichelt sie ihm ein letztes Mal über den Kopf und steht dann von ihrer Matratze auf. Würde sie nicht darauf warten, dass er in ihr Zimmer kommt und Penguin sieht, nein, dann geht sie doch dieses eine Mal lieber direkt zu ihm und sich damit einen Pullover überziehen.

„Egal was du auch gleich hörst, verhalte dich ruhig und komme nicht aus dem Zimmer, hast du mich verstanden?“, wendet sie sich so Ernst an den Kater wie ihr möglich ist und welcher entschieden seinem Kopf schüttelt und sich vor sie hinstellt. Sie wohl nicht gehen lassen wollen und einen Buckel machen. Bei seinem Anblick merken, wie sehr sie seine Handlung berührt, immerhin hat das noch nie jemand für sie getan und sich damit vor dem Kater hinknien und ihm einen Kuss auf den Kopf geben.

„Keine Sorge, es wird schon alles gut gehen“, und sich damit wieder aufrichten und aus ihrem Zimmer gehen, das Maunzen und Kratzen an ihrer Tür nicht beachten.
 

*
 

An der Tür hochspringen und versuchen diese, zu öffnen, als er hört, wie Katies Vater diese anschreit, sie einen Nichtsnutz und Idiotin nennt, welche auch nichts hinbekommt. Und dass sie selbst fürs Einkaufen zu dumm sei und sich bei diesen Worten überhaupt nicht wundern, dass das Mädchen kein Selbstbewusstsein besitzt.

Fauchen und zu dem verdammten Drehgriff hochschauen und welcher ihn daran hindert, die Tür zu öffnen, doch kann er auch nicht tatenlos hier herumsitzen, während nur wenige Meter die Kleine gedemütigt und geschlagen wird.

Hört er ihre Schmerzenlaute mehr als deutlich, während ihr eigener Vater ihr immer schlimmere Dinge an den Kopf schmeißt, sogar so weit geht, ihr anstelle ihrer Mutter den tot zu wünschen.

Und wonach es kurz still wird, zu still für ihn und angespannt lauschen, was auf der anderen Seite der Tür passiert, als mit einem Mal ein Gewicht gegen diese knallt und er Katies weinen hören und tränen riechen kann.

Daraufhin wie wild zu fauchen anfangen und wieder an der Tür kratzen, hört er noch ihren Vater an ihr vorbeigehen, nicht ohne sie ein weiteres Mal als nutzlos zu bezeichnen, bevor dieser in irgendeinem anderen Raum der Wohnung verschwindet.

Bestürzung, über das, was da gerade passiert ist, kratzt er weiter an der Tür und maunzt laut, hoffen, dass die Kleine endlich diese öffnet und er sehen kann, ob es ihr wenigstens in irgendeiner Form gut geht.

Und als er hört, wie diese sich mit einem Jaulen vor Schmerzen aufrichtet und den Griff dreht, springt er zur Seite und schaut voller Sorge auf die Kleine und welche mir tränennassem Gesicht, einem blauen Auge und sich ihre Seite halten, ins Zimmer gestolpert kommt und ohne ihn groß zu beachten, an ihm vorbei zu ihrer Matratze geht und sich langsam und nicht ohne Schmerzen haben hinsetzt.

Zu ihr herüberlaufen und irgendwie helfen wollen, beobachtet er dabei, wie sie sich mit schmerzverzerrtem Gesicht hinlegt, ihre Decke über sich zieht und diese dann für ihn hochhält, worauf er sofort mit unter diese kommt und sich nahe an sie schmiegt. Dabei ihr zittern spüren, während sie leise in ihre Kissen weint und immer wieder aufschluchzt, sich dabei in das dreckige Lacken krallen, welches über ihre Matratze gespannt ist.

Und während er sie dabei nur Beobachten und immer wieder seinen Kopf an ihr reiben kann, spürt er eine Hilflosigkeit in sich, wie selten davor und diesen Körper verfluchen, da er sie so weder in den Arm nehmen, noch vor ihrem Vater hat beschützen können und was ihm ein klägliches maunzen entlockt.
 

Etliche Zeit später, wie lange genau kann er nicht sagen, doch dürfte es mittlerweile auf Mittag zugehen und mit einem leisen Fiepen, etwas weiter hochrutschen, so dass er mit seiner Nase ihre Wange berühren kann.

Und kurz drauf ihre Finger in seinem Fell spüren, welche über dieses Streicheln und mit seiner Zunge über ihre salzige und nasse Wange lecken. Auch wenn ihre Tränen schon einer Ewigkeit versiegt sind es immer noch schmecken können.

„Danke Penguin, aber ... es geht schon“, hört er sie das erste Mal etwas sagen, auch wenn es mehr einem Hauchen gleicht und worauf er seine Wange an ihrer reibt. Ihr kein Wort glauben, nicht so, wie ihr Gesicht ausschaut und sie sich ihre Seite hält und Wetten, dass sie sich mindestens eine Prellung dort zugezogen hat, wenn nicht sogar Rippen gebrochen sind. Doch um das sagen zu können, muss erst wieder ein Mensch werden und sie ihn erlauben, es sich anzuschauen.

„Ich ... ich werde versuchen, etwas zu schlafen. Hältst du es noch etwas ohne Essen aus?“

Sie bei ihrer Frage hin fassungslos anschauen, nicht glauben können, dass sie jetzt allen Ernstes an seinen leeren Magen denkt, wo es ihr so offensichtlich schlecht geht und sich daher wieder der Länge nach an sie schmiegen und Anfangen beruhigend zu schnurren. Und wenige Sekunden später fühlen, wie sie vorsichtig ihren Arm um ihn legt, worauf er ihr Handgelenk mit seinen Pfoten umschließt. Ihr irgendwie zeigen müssen, dass sie nicht allein ist, dass er da ist und auch nicht gehen wird und wenige Minuten später, ihren ruhigen Atem hören und ebenfalls seine Augen schließen,

Sich vorstellen, wie er ihren Vater an die Kehle springt und sich nebenbei einen Plan überlegen, wie er die Kleine von ihr wegbekommt. Denn würde er sie nicht noch länger mit diesem Mann hier wohnen lassen, so viel steht fest, egal, was er dafür tun muss. Doch würd er Katie beschützen und dafür Sorgen, dass es ihr ab jetzt an nichts mehr fehlt und ihr keiner mehr so weh tun kann.
 

*
 

Das Erste, was sie spürt, als sie aufwacht, sind höllische Kopfschmerzen und welche sich anfühlen, als würde jemand mit einem Schlagbohrer in ihrem Kopf herumstochern. Das zweite ist Durst, fühlt sich ihre Zunge an, als wäre dort ein Tier drauf gestorben und das Dritte ist, eine warme Hand, welche sanft über ihren Arm streichelt. Verwirrt darüber öffnet sie ihre Augen und Penguin sehen, welcher als Mensch neben ihr auf ihrer Matratze sitz und ihr als Kopfkissen dient.

Und was ihr sagt, dass sie den ganzen Tag geschlafen hat.

Leise vor Schmerzen aufstöhnen, als sie versucht, sich etwas zu bewegen, und ein heißes Stechen durch ihre Seite schießt und ihr die Tränen in die Augen treibt, verharrt sie still und wartet ab, bis der Schmerz aufhört.

Dabei die ganze Zeit die warme Hand auf ihrem Arm spüren und welcher ihr etwas Trost spendet, ihr zeigt, dass sie nicht wie sonst alleine in ihrem Bett liegt, sich vor schmerzen kaum rühren können.

Und als das Stechen langsam abklingt, öffnet sie erneut ihre Augen und schaut blinzelnd zu Penguin rauf, in dessen Gesicht deutlich Sorge, aber auch Erleichterung sehen können.

„Hi“, krächzt sie mit rauer Stimme und sich räuspern.

„Warte, hier, trink das“, hört sie Penguin wie durch Watte sagen und spürt kurz daraufhin seinen Arm um ihre Schultern und welcher sie sanft anhebt und ihr gleichzeitig ein Glas mit Wasser hinhält, welches sie mit kurzen Zügen leert.

Seufzen, als die kühle Flüssigkeit ihren trockenen Hals herunterrinnt, nickt sie Penguin dankend zu und stemmt sich dann auf ihre Arme abgestützt, langsam nach oben. Dabei spüren, wie er stützend seine Hand an ihren Rücken lässt und ihr am Ende hilft, sich an die Wand zu lehnen.

„Danke“, hauchen und erschöpft seufzend ihren Kopf nach hinten legen.

„Katie ... das was da heute passiert ist“, fängt Penguin an, seine Sorge deutlich aus seiner Stimme heraushören können und als sie in seine Augen schaut, diese auch dort sehen.

„Das ist ... es war nicht immer so. Früher war er anders, doch der tot meiner Mutter und der Alkohol, nun ja“, erklärt sie und versucht, das Verhalten ihres Vaters zu erklären.

„Das ist kein Grund, dir so etwas anzutun. Und die vorstellung, dass du weiterhin mit diesem Mann unter einem Dach lebst ...“

„Wo soll ich den sonst hin?“, unterbricht sie ihn harsch, genau wissen, was er sagen will und ihn mit einer Mischung aus, Erzürnt- und Verzweifeltsein, anschauen. Dabei spüren, wie ihr die Tränen in die Augen schießen und sich ihr Blick verschleiert. Als wüsste sie es nicht selber, doch ...

„Ins Hotel oder etwas in der Art. Aber hier kannst du nicht bleiben.“

„Glaubst du wirklich, ich wäre nicht schon längst weg, wenn ich so viel Geld hätte, dass dies bis zu meinem Abschluss reicht? Ich ... ich kann ... nicht ...“, geht sie ihn an, wissen, dass er überhaupt nichts dafür kann, doch gerade kommen sämtliche Gefühle in ihr hoch, nur um am Ende, ihn weinend und völlig verzweifelt anzuschauen. Spüren, dass sie langsam am Ende ihrer Kraft ist, war sein heutiger Ausraster, einer von der schlimmen Sorte.

„Dann lass mich dir Helfen. Lass mich für dich auf Tour gehen und dir so Geld besorgen.“

„Was?“, hauchen und ihn verwirrt durch den Tränenschleier anschauen, nicht verstehen, was er damit meint.

„Ich sagte, lass mich dir helfen. Wenn ich als Katze bei dem ein oder anderen Geld klaue, so viel, dass du in ein Hotel ziehen kannst ...“

„Nein, vergiss es.“, unterbricht sie ihn gleich sofort, als ihr die Bedeutung seiner Worte bewusst werden.

„Aber ...“

„Kein aber, das ist lieb gemeint, aber nein. Nachher wirst du noch erwischt und verletzt. Dazu werde ich in fünf Wochen achtzehn und damit volljährig. Mit dem Geld, was ich über die letzten Jahre angespart habe, auch wenn es nicht viel ist, wollte ich nach der Schule mir ein Motelzimmer nehmen und einen Job suchen, so dass ich irgendwann eine Wohnung mieten kann. So lange werde ich es also irgendwie aushalten müssen.“

„Das ist doch Wahnsinn, wenn ich dir helfen kann, innerhalb einer Woche genug Geld zusammenzubekommen, dass du hier verschwinden kannst, dann lass mich es tun. Und angst haben, dass mir etwas passiert, brauchst du nicht. Es würde mich keiner sehen und selbst wenn, wäre ich nur eine Katze.“

Und so schön und verlockend sich Penguins Vorschlag auch anhört, schüttelt sie ihren Kopf. Kann sie ihn einfach nicht um so etwas bitten. Nicht, wenn er sich dadurch in Gefahr begibt oder verletzt wird, nein, nicht für sie. Das ist das Risiko nicht wert, nicht wenn ihr Abschluss schon in greifbarer Nähe ist und sie einfach nur noch etwas durchhalten muss.

„Das ist wirklich lieb gemeint, aber ich bleibe dabei“, sagen und sehen, wie er zerknirscht ihr zu nickt.

„In Ordnung, auch wenn ich es nicht verstehe oder gut heiße. Aber dann lass mich wenigstens deine Seite anschauen. Sichergehen, das du keine gebrochenen Rippen hast. Ich bin zwar kein Arzt, aber mein Käpt´n und welcher uns das wesentliche gezeigt hat.“

Auf seiner Bitte hin, stockend innehalten und mit ihrer Hand über ihren Rippenbogen fahren und direkt sofort das Stechen spüren und zischend die Luft zwischen den Zähnen einziehen.

„Das muss nicht sein, wirklich“, abwinken, als ihr klar wird, dass er dabei ihren halben Oberkörper unbekleidet sieht und auch wohl anfassen wird. Etwas, was zuletzt bei ihrem Kinderarzt passiert ist und sich bei dem Gedanken anfangen, unwohl zu fühlen. Wäre er immerhin der erste Mann, der ...

„Nichts da. Dieses Mal akzeptiere ich kein nein“, wird sie bei ihren Gedankengängen unterbrochen und an seinem Blick sehen, dass er es ernst meint und schluckend ihren Blick senken.

„Na komm, weder werde ich dich anderweitig anfassen noch irgendwo hinschauen, wo ich nicht soll. Ich will nur sichergehen, dass keiner deiner Rippen eines der inneren Organe verletzt. Und jetzt hoch mit dir“, und ihr damit seine Hand reichen, welche sie mit einem unsicheren Blick in seine Augen, in denen sie jedoch nichts Verwerfliches oder Böswilliges sehen kann, annimmt und sich mit seiner Hilfe auf die Knie setzt.

Und mit einem letzten Blick zu ihm, seufzt sie auf und hebt dann ihr Shirt an ihrer verletzten Seite etwas hoch.
 

*

„Weißt du ...“ fängt Katie an, während sie neben ihm auf ihrer Matratze sitzt und lustlos in ihrem Rührei stochert, welche sie trotz seines Protestes gemacht hat.

„Hmm?“, macht er und schaut das Mädchen an, dessen Gesicht an Kin und Auge von dunkelblauen Flecken gezeichnet ist und bei dessen Anblick ihm erneut die Wut auf ihren Vater packt.

Doch reist er sich zusammen und wartet darauf, dass sie weiter spricht, dabei etwas von dem Rührei und Speck essen, auch wenn sich sein Hunger in Grenzen hält.

„Ich habe nicht immer so gelebt. Und auch mein Vater war nicht immer so. Im Gegenteil, als meine Mutter noch am leben war, gab es keinen freundlicheren Mann. Doch dann, ...“

Ihr ansehen können, wie schwer es ihr fällt über diese Dinge zu sprechen, doch auch wissen, das es irgendwann heraus muss, so schmerzhaft es auch sein mag.

„Es fing an, als meine Mutter an Krebs erkrankt ist. Das ist jetzt etwa neun Jahre her. Damals haben wir auf dem Land gelebt, jedoch gab es dort keine Ärzte, die sie hätten behandeln können. So sind wir in diese Stadt gezogen. Jedoch umsonst. Etwa ein halbes Jahr später ist sie gestorben und mit ihr, mein normales leben.“

Bedrückt als er dies hört, schaut er zu Katie und welche ihren Blick in die Vergangenheit gerichtet hat.

Ihr jedoch irgendwie zeigen wollen, dass er da ist und ihr zuhört, daher legt er seine Hand auf die ihre in ihrem Schoss und drückt diese leicht, worauf sie ihn, aus ihren Gedanken erschrocken anschaut und dann seine Hand.

Und gerade als er glaubte, dass sie ihre wegzieht, fängt sie weiter anzusprechen.

Seine Hand auf ihrer lassen.

„Mein Vater ..., er hat ihren tot nie ganz überwunden und fing an, seine Trauer in Alkohol zu ertränken. Erst nur an den Wochenenden. Dann auch innerhalb der Woche, worauf er seine Arbeit verloren hat und schlussendlich auch die Wohnung, in der wir damals gezogen sind. Ich weiß nicht mehr wann genau, zwei, oder drei Jahre nach dem tot meiner Mutter, ich war damals zehn oder elf, da fing es dann auch mit den Drogen an und ... und ... den Schlägen.“

„Erst nur Backpfeifen, meistens wegen Belanglosem. Wie ein stehen gelassenes Glas auf dem Esstisch, oder wenn ihn meine damals langen Haare an meine Mutter erinnert haben. Ein Grund, warum ich sie mir so kurz schneide. Doch irgendwann blieb es nicht mehr nur bei diesen. Ich weiß noch, wie es war, als er das erste Mal seine Faust benutzt hat. Wie mir regelrecht der Kopf Weggefolgen ist und ich gegen den Türrahmen geknallt bin. Der Schmerz in meiner Wange war jedoch nichts, im Vergleich zu dem in meinem Inneren, ausgelöst durch die Worte, die er mir an den Kopf geknallt hat. Damals hat er mich das erste Mal als nutzlos bezeichnet. Eine nutzlose Schlampe, genau das waren seine Worte, und als ich daraufhin zu weinen angefangen habe, folgte die Faust. Und ... na ja. Du kannst es dir denken. Es wurde mit den Jahren nicht besser.“

Zum Ende ihrer Geschichte sehen, wie ihre Augen verdächtig am Glänzen sind und sie leicht zittert, löst er seine Hand von ihrer und legt ihr anstelle dessen, seinen Arm um die Schultern. Und auch wenn sie sich am Anfang verkrampft und nicht genau zu wissen scheint, was er vor hat, zieht er das Mädchen näher an sich, so dass ihr Kopf auf seiner Brust zum liegen kommt.

„So lange ich hier bin, werde ich es nicht zu lassen, dass er dich noch einmal so angeht. Und wenn ich ihm die Augen auskratzen muss.“

Bei seinen Worten ihren Blick auf sich spüren, schaut er runter in ihr Gesicht und sieht ihre Verwirrung darüber, wohl nicht verstehen, warum er dies tun wollen würde und was ihn sagt, dass er sich nicht nur darum kümmern muss.

Sondern auch, dass sie lernt, dass sie etwas Wert ist, ihr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein steigern.

„Das ... das musst du nicht tun. Ich meine ...“

„Und ob ich das tun muss und jetzt iss auf. Danach solltest du noch etwas schlafen.Und komme bloß nicht auf die Idee, nachher in die Schule zu wollen. Da lasse ich dir frühstens erst am Dienstag wieder hin“, und nach dieser kleinen Ansprache, spüren, wie sie ihr Gesicht an sein Shirt drückt und es an der Stelle nass wird, und ihr beruhigend über den Rücken streichelt.

Ahnen, dass das alles zu viel für sie ist. Nicht nur, ihr Vater, die Schmerzen, die sie dank ihm hat, sondern auch er und dass er ihr hilft, auch wenn sie meint, diese nicht Wert zu sein und womit sie sich mehr als nur irrt. Und damit das weinende Mädchen, weiter an sich halten und ihr, wohl das erste Mal nach sehr vielen Jahren, so etwas wie Halt in ihrem Leben geben.

Mit Penguin, welcher wieder eine Katze ist und es sich auf ihrem Kopf bequem gemacht hat, geht sie langsam, und immer wieder Pause machen müssen, den Weg zum Friedhof entlang. Und auch, wenn ihre geprellte Seite, mehr ist es, Gott sei dank nicht, ihr immer wieder ordentlich schmerzt, will sie ihre Mutter besuchen und ihr Penguin vorstellen.

Welcher ihr heute Morgen, kurz vor seiner Verwandlung noch gesagt hat, und nachdem sie sich an seiner Schulter ausgeweint hatte und was ihr immer noch peinlich ist, dass er ihr hilft. Komme, was wolle, dass sie so lange es ihm möglich ist, nicht mehr alleine sein wird und er auf sie aufpasst. Und das so etwas wie mit ihrem Vater nicht noch einmal passieren wird.

Ein Versprechen was die Leere und den Schmerz in ihrem Herzen etwas erträglicher Macht, dafür sorgt, dass die Wunden in diesem nicht weiter aufreißen. Und an welches sie glauben will, auch wenn es ihr schwerfällt.

„Habe ich dir eigentlich schon erzählt, dass meine Mutter ursprünglich aus Ägypten kommt und Katzen dort heilige Tiere sind?“, fängt sie an zu erzählen, einfach damit die Stille verschwindet und sie nicht weiter daran denken muss, dass sie sich an ihn gekuschelt hat und wie sicher und geborgen, sie sich in dem Moment in seinen Armen gefühlt hat.

Doch als sie sein leises Maunzen hört und seine Pfote auf ihrer Stirn spürt, redet sie einfach weiter. Merken wie gut ihr das tut, aber auch wie sehr sie ihre Mutter vermisst.

„Als ich noch ein Kind war, hat sie mir immer wieder Geschichten über die alten Götter der Pharaonen erzählt und über das Leben dieser. Wie sie Pyramiden errichten ließen, als Grabstätte und viele weitere Dinge erfunden haben, die wir selbst heute noch nutzen, wenn auch verbessert. Wenn du magst, kann ich dir mein Geschichtsbuch morgen aus der Schule mitbringen, ebenso den Atlas. Dann zeige ich dir, wie meine Welt ausschaut und was so in den letzten Jahren passiert ist.“

Spüren, wie er zustimmend schnurrt, greift sie auf ihren Kopf und fängt an, ihn leicht im Nacken zu streicheln, worauf das Schnurren noch etwas mehr wird und ihr ein dünnes Lächeln entlockt.
 

Wenige Minuten nach ihrem kurzen und doch sehr einseitigen Gespräch, erreichen sie den Friedhof und sie geht zielgenau zum Grab ihrer Mutter. Sich vor diesem auf den feuchten Rasen setzten und worauf Penguin von ihrem Kopf runter in ihren Schoss springt und es sich dort gemütlich macht. Diesen anfangen zu streicheln, während sie den Grabstein betrachtet und das Foto, welches dort eingebettet wurde und ihre Mutter zeigt.

Eines der wenigen Fotos, die es von ihr noch gibt. Hat ihr Vater damals alles weggeschmissen, was ihn auch nur irgendwie an seine Frau erinnerte. Die anderen Fotos liegen währenddessen sicher versteckt in einem Karton auf ihrem Kleiderschrank. Genau wie die anderen Dinge, die sie von ihr retten konnte, bevor ihr Vater sie weggeschmissen hätte.

Und während sie ihre Mutter betrachtet, welche lächelnd, und das sie von ihr geerbt hat, sie anschaut, atmet sie mehrmals tief ein und aus, ehe sie zu sprechen anfängt.

„Hallo Mama, ich war schon länger nicht mehr hier, doch heute möchte ich dir jemanden vorstellen. Sein Name ist Penguin und ... ich glaube, du würdest ihn mögen. Ich tue es auf jeden Fall, in beiden Fällen ...“
 

*

Auf Katies Bauch liegen und ihr beim Schlafen zu schauen, lauscht er ihrem ruhigen Atem und Herzschlag, während er darauf wartet, dass sie aufwacht oder er sich in einen Menschen verwandelt. Je nachdem was zuerst passier, wobei er sie so lange schlafen lassen will wie möglich. Braucht sie diesen mehr, als er eine Unterhaltung mitten in der Nacht.

Waren die letzten Tage anstrengend genug für sie und in wenigen Stunden wird sie auch wieder in die Schule müssen. Zwar hat sie sich direkt nachdem Friedhof hingelegt und ist recht schnell eingeschlafen, doch bezweifelt er, dass die paar Stunden ausreichen werden, um ihre Erschöpfung auszugleichen.

Nicht, wenn er sie sich so anschaut. Die Blässe in ihrem Gesicht, welche ihr blaues Auge und Kin deutlich hervorheben und welche seit der Sache mit ihrem Vater, deutlich schlimmer geworden ist. Dazu die Augenringe und die glanzlosen Augen. Auch wenn er es heute das ein oder andere Mal geschafft hat, diese für einen ganz kurzen Moment zum Strahlen zu bringen. Doch umso mehr ist ihm im Anschluss die Leere in diesen aufgefallen.

Nein, wenn es nach ihm geht, soll sie bis zum nächsten Morgen durchschlafen und erst aufwachen, wenn ihr Wecker klingelt.

Als er jedoch zu spüren beginnt, wie das Vibrieren einsetzt, und sein Körper sich verändern, steigt er mit einem Seufzen von dem Mädchen herunter und schließt seine Augen, wartet die wenigen Sekunden ab, die es dauert und öffnet diese erst wieder, als die Verwandlung abgeschlossen ist. Mit einem Blick zu Katie, welche nichts davon mitbekommen hat, worüber er ganz froh ist, zieht er sich die Kleidung an, die sie ihm besorgt hat, und legt sich mit dem Arm abstützend, neben sie auf die Matratze. Worauf sie sich fast sofort an ihn schmiegt, unbewusst seine Körperwärme spürend und diese brauchen. Und welche er ihr ohne weiteres Zögern gibt, zusätzlich legt er ihr noch seinen Arm locker über ihre Hüfte und streichelt sanft, ohne sie zu wecken ihren Rücken.
 

*~* Tag 5
 

Penguin in ihrem Nacken liegend spüren und dessen Wärme und weiches Fell genießen, betrachtet sie im Halbdunklen des Morgens, das Schulgebäude, vor dem sie stehen und in welchen die ersten Schüler verschwinden.

Und auch sie sollte langsam losgehen, wenn sie nicht zu spät zur ersten Stunde kommen will, doch würde dies bedeuten, dass sie Penguin die nächsten Stunden nicht sehen wird. Würde dieser wie er ihr heute Morgen, kurz vor seiner Verwandlung gesagt hat, sich etwas in der Gegend umschauen. Und womit sie nicht wirklich einverstanden ist, doch es ihm schlecht verbieten können, auch wenn der Gedanke, dass er sich verlaufen oder angefahren werden könnte, sie wahnsinnig macht.

Doch will und sollte sie ihm so weit vertrauen, dass er auf sich aufpassen kann, auch als Katze. Und doch ...

Mit einem schweren Seufzen diese Gedanken abschütteln, legt sie ihre Hand auf seinen Rücken und streichelt leicht durch das weiche Fell, worauf er zu schnurren anfängt und was ihr jedes Mal eine innere Ruhe beschafft.

„Ich muss los. Wenn du magst, können wir uns ja um halb zwölf dort unter dem Baum treffen und zusammen Mittag essen. Wenn nicht, sehen wir uns um fünfzehn Uhr wieder hier am Tor, okay?“

Sein leises Maunzen hören, während er auf ihre Schulter klettert, seinen Kopf an ihrer Wange reibt und damit seine Zustimmung ausdrückt und ihr ein kleines Lächeln entlockt.

„Pass auf dich auf“, bittet sie ihn noch ein letztes Mal, als er von ihrer Schulter auf die Mauer, die das Schulgelände umschließt, gesprungen ist.

Sein Katzenlächeln und nicken sehen, während sie ihm ein letztes Mal in die blauen Augen schaut und sich dann Schwerenherzens auf den Weg macht.

Jetzt schon wissen, dass der Tag lang wird und sie die Mittagspause und Ende des Schultags nicht erwarten kann.
 

*
 

Der Kleinen noch hinterherschauen wie sie im Schulgebäude verschwindet, nicht ohne dabei mehrmals von verschiedenen Mitschülern geschubst oder an den Haaren gezogen zu werden, und was ihn zähnefletschend knurren lässt, als er dies sieht.

Doch würde er sich darum ein anderes Mal kümmern müssen. Ist heute seine wichtigste Aufgabe, herauszufinden, wo er Geld besorgen kann. Auch wenn sie ihm ausdrücklich gesagt hat, dass sie das nicht möchte.

Doch seit wann hört ein Pirat auf ein Mädchen, wenn es zu deren Besten ist, auch wenn diese es noch nicht selber weiß und sich damit widerwillig vom Schulgebäude abwenden und die Mauer entlanglaufen, bis er bei der nächsten Kreuzung ist.

Sich die verschiedenen Richtungen anschauen, entscheidet er sich durch eine Eingebung für den Rechten weg und damit über die Straße huschen und in den Weg einbiegen. Sich dabei die Strecke ganz genau einprägen, damit er sich in dieser riesigen Stadt nicht doch noch verläuft und auch wieder zur Schule zurückfindet. Denn das wäre der Super-GAU, sollte er dies nicht schaffen und Katie ihn suchen gehen muss.
 

*
 

Mit ihren Fingern durch ihre Haare fahren und vor Ekel ihr Gesicht verziehen, als sie das Kaugummi in diesen spürt, welches ihr eines der Mädchen aus der Klasse in diese geschmiert hat. Und welches diese an der Stelle zu einem undurchdringlichen Wirrwarr verknotet haben.

Ihre Hand aus ihren Haaren ziehen, stützt sie sich auf dem Waschbecken ab und blickt mit leeren Augen seufzend in den Spiegel vor sich. Wird sie nachher Penguin bitten müssen, ihr dieses herauszuschneiden, weiß sie sonst keine andere Möglichkeit, es zu entfernen und das, wo sie eh schon so kurze Harare hat. Und während sie sich in dem Spiegel betrachtet, ihre blase Haut, die Verfärbungen um ihr Auge und Kin herum, die leicht eingefallenen Wangen, wünscht sie sich gerade nur nach Hause oder besser gesagt zu Penguin. Mit diesem wieder auf ihrer Matratze sitzen oder liegen und sich vor der Welt versteckend, an ihn drücken. Auch wenn das keine Lösung sein sollte, doch genau das wünscht sie sich gerade am meisten. Spüren, dass es da jemanden gibt, der für sie da ist. Sie auch mal in den Arm nimmt, auch wenn ihr das immer noch peinlich ist doch, tut es dafür einfach zu gut. Seine Nähe und Wärme, wenn er ihr sanft über den Rücken streichelt.

Doch bevor sie ihren kleinen Kater wieder sieht, vergeht noch eine Schulstunde. Mindestens.

Ist es ja nicht einmal Mittag und ob er überhaupt kommt, weiß sie auch nicht. Gut möglich, dass er noch auf seiner Erkundungstour ist. Sich seufzend von ihrem Spiegelbild abwenden, nicht mehr sehen wollen, wie ausgelaugt sie ausschaut und auch nicht glauben, dass es noch besser wird. Jedenfalls nicht in der nächsten Zeit und gewiss nicht heute.

Nicht wenn sie daran denkt, dass sie in der letzten Stunde Sport hat und wo sie aktuell Volleyball spielen.

Zwar hat sie nicht vor, mit zuspielen, was mit der Prellung an ihrer Seite auch kaum möglich ist, doch bedeutet das nicht, dass die anderen keine Möglichkeit finden, ihr dennoch den Ball ins Gesicht zu werfen oder gleich zu schießen.

Bei diesen Gedanken ein weiteres Mal tief seufzen und ihren Kopf schütteln, bringen diese sie nicht weiter, dreht sie das Wasser auf und hält ihre Hände unter dieses und spürt die Kälte, welche mehr als nur guttut.

Das Wasser wieder abdrehen, als es zur nächsten Stunde klingelt, trocknet sie noch schnell ihre Hände ab und geht zurück in ihre Klasse. In Gedanken bitten, dass die nächste Stunde etwas schneller vorbeigeht und Penguin zum Mittag unter dem Baum auf sie wartet.
 

*
 

Um die Ecke schauen und die Typen in dem Zimmer beobachten, wartet er darauf, dass diese den Raum verlassen und er sich in diesen schleichen kann. Denn das, was er bei dem im Anzug auf dem Schreibtisch sieht, gefällt ihm ganz gut.

Und mit diesem unscheinbaren Haus, einen echten Volltreffer gelandet haben.

Doch sind diese Kerle nicht zu unterschätzen. Bei dreien hat er Pistolen gesehen, und wer weiß noch, was sie für Waffen an ihrem Körper versteckt tragen. Und da er dem Mädchen versprochen hat, auf sich aufzupassen und gesund und an einem Stück zurückzukommen, wird er kein unnötiges Risiko eingehen, in dem er wie ein Berserker in das Zimmer stürm. So bleibt ihm leider nur das Warten, auch wenn er gerne schon zum Mittag zurück an ihrer Schule wäre, doch bezweifelt er, dass er das schafft.

„Na wen haben wir den da. Hast du dich verlaufen oder was suchst du hier?“, hört er eine Frauenstimme hinter sich und spürt direkt darauf eine warme Hand im Nacken, die ihn hochhebt.

Innerlich fluchen, dass er so unaufmerksam war, maunzt er leise, als er in das Gesicht einer brünetten Frau schaut, welche ihn mit neugierigem Blick betrachtet und sehen, wie sich ihre Lippen zu einem kleinen, jedoch freundlichen Lächeln verziehen.

„Bist wohl ein Streuner was und auf der Suche nach etwas zu fressen. Hmm, na wollen wir dich mal dem Boss vorstellen.“

Schlucken müssen, kann das nichts Gutes bedeuten, als sie ihn richtig auf den Arm nimmt und ihn in das Zimmer trägt, welches er bis gerade beobachtet hat und worauf die Gespräche sofort eingestellt werden.

„Shery, was willst du? Wir sind gerade in einer Besprechung?“

„Ich weiß, ich wollte dir auch nur jemanden vorstellen. Er saß im Flur. Scheint ein Streuner zu sein, aber ein ganz hübscher. Hmm was meinst du?“

Auf Shery´s Worte den Blick des Anzugträgers auf sich spüren und welcher hier wohl das sagen hat, macht er sich intuitiv klein und wartet ab, was nun passiert.

„Lass ihn hier und besorge ihm etwas zu fressen.“

Seinen Ohren nicht trauen, maunzt er leise auf und schaut von dem Boss zu Shery hoch, welche mit einem wissenden Grinsen nickt und dann zu ihm herunterschaut.

„Du kannst dich glücklich schätzen. Der Boss liebt Katzen“, und mit diesen Worten auf den Schreibtisch abgesetzt werden.

Shery noch kurz hinterherschauen, und ihr gedanklich zustimmen, welche den Raum wieder verlässt und dabei die Tür zuzieht, als er mit einem Mal eine große und schwere Hand auf seinen Rücken spürt und welche ihn zu kraulen anfängt und das auf eine Art und Weise, die er sich nie vorstellen konnte. Und welche ihn direkt zum Schnurren bringt, während seine Augen wie von selbst zufallen.

Sein letzter Gedanke dabei, bevor er sich dieser Hand gänzlich ergibt, ohne dagegen etwas tun zu können ist, dass er seine Aufgabe nicht vergessen darf und worauf ihm Katies Gesicht vor Augen erscheint.
 

*
 

Einige Stunden später, in welchen er regelrecht verwöhnt wurde, und das nicht nur mit Streicheleinheiten, sondern auch mit einem erstklassigen Futter, welches aus Lachs bestand, liegt er nun auf einem Samtkissen und beobachtet den Boss. Welcher eine Geldbanderole in ein schwarzes Samtsäckchen steckt und dieses auf seinen Schreibtisch liegen lässt, während er aufsteht und sein Jackett überzieht.

„Wenn ich heute Abend wieder zu Hause bin, suchen wir uns einen Namen für dich aus. Etwas großes und mächtiges. Immerhin bist du nun Teil dieser Familie“, redet der Boss mit ihm und streichelt ihm dabei kurz einmal über den Nacken, was ihm ein schnurrendes Maunzen entlockt.

„Pass mir ab jetzt gut auf alles auf. Das wird nun deine Aufgabe sein.“

Maunzend, als würde er dem Zustimmen und was dem bisher immer grimmig schauenden Mann ein kurzes zucken seines Mundwinkels entlockt, bevor dieser zur Tür geht und den Raum verlässt.

Und genau darauf gewartet haben, steht er sich streckend und gähnend auf und springt mit einem letzten Blick zur Tür, auf den Schreibtisch, wo das Samtsäckchen liegt.

Seinen Kopf schief legen, betrachtet er dieses und hofft, dass er es auch getragen bekommt. Zwar hat er keine Ahnung, wie viel Geld in diesem ist, aber wenig dürfte es nicht sein und es damit in sein Maul nehmen und innerlich ätzen.

Würde es eine ganz schöne Tortur werden, dass die ganze Zeit zu tragen, doch dabei wieder an Katie denken und wie ihr Magen in der Nacht geknurrt hat, weil sie die letzten Tage kaum etwas gegessen hat und was ihm zusätzliche Kraft gibt.

Sich mit dem Sack im Maul umschauen und bei dem halb geöffneten Fenster verharren und welches der perfekte Fluchtweg für ihn ist, geht er bis zum Rand vom Schreibtisch und schätzt die Entfernung ab.

Doch bevor er zum Sprung ansetzen kann, wird die Bürotür geöffnet, worauf er erschrocken zu dieser schaut und den Boss sieht. Und als sich ihre Blicke begegnen, sieht er im ersten Moment so etwas wie Überraschung in dem Gesicht des älteren Mannes aufblitzen, bis dieser jedoch versteht, dass er gerade dabei ist, mit seinem Geld aus dem Fenster zu verschwinden.

Und bevor dieser auch nur zu einer Regung fähig ist, wendet er sich von dem Mann ab und springt, dabei den lauten Knall eines Schusses hören, der eindeutig ihm galt.
 

*
 

Das mittlerweile blutige Taschentuch weiter gegen ihre Nase drücken, schaut sie sich immer wieder nach Penguin um und welcher eigentlich schon vor einer halben Stunde am Eingangstor der Schule sein sollte.

Doch nichts und sich langsam wirklich Sorgen um den kleinen Kater machen und sich die schrecklichsten Dinge ausmalen, die einer Katze in Chicago passieren kann.

„Verdammt Penguin, wo bist du nur?“, murmeln und zusammenzucken, als ihre Nase wieder schmerzt, welche von einem Ball beim Sport erwischt wurde. Besser gesagt, abgeschossen wurde.

Und als sie ein leises maunzen neben sich hört, schaut sie sich suchend um, nur um den Kater auf der Mauer stehen zu sehen.

Erleichtert aufatmen, als sie sieht, dass es diesem scheinbar an nichts fehlt.

„Hi, wo warst du den so lange? Ich habe mir schon sorgen gemacht“, tadelt sie ihn sanft, worauf er auf ihre Schulter springt und sich an ihrer Wange reibt.

„Hmm, schon gut. Du bist ja jetzt da“, haucht sie leise, dabei aufpassen, keine Haare von ihm in den Mund zubekommen und ihm den Nacken kraulen.

„Dann lass uns gehen. Ich könnte eine Kleinigkeit zu Essen vertragen. Du doch sicher auch oder?“

Und bei seinem extra lauten Maunzen, die Antwort kennen und sich auf den Weg machen.
 

*
 

„Hmm ...?“, machen und ihre Stirn nachdenklich runzeln, betrachtet sie die wenigen Lebensmittel auf der Anrichte und kommt zu dem Entschluss, dass man daraus außer Rührei oder Pfannkuchen, nicht viel anderes machen kann.

Jedenfalls kennst sie kein Rezept und ein Kochbuch besitzt sie auch nicht.

„Also, ich kann dir entweder Rührei oder Pfannkuchen anbieten? Was ist dir lieber?“, Penguin fragen und sich zu diesem umdrehen, welcher auf dem Esstisch sitzt und sie neugierig beobachtet.

„Rührei?“, doch schüttelt er seinen Kopf, worauf sie seufzend nickt.

„Also Pfannkuchen, alles klar. Und nachdem Essen, müsste ich noch einmal einkaufen. Mit dem hier, kommen wir nicht mehr weit“, murmeln und gedanklich laut aufjammern, wenn sie daran denkt, das sie dafür noch einmal an ihr Erspartes muss und welches in den letzten zwei Monaten eher geschrumpft, als gewachsen ist. Doch waren der Januar und Februar lang und teuer und der März sieht im Moment auch nicht besser aus.

Doch sich dann den Lebensmitteln widmen und den Teig zubereiten. Würde jammern es nicht besser machen und sich heute beim Einkaufen, eine Zeitung mitnehmen. Muss sie sich dringend einen neuen Job suchen und mit dem Gedanken, das erste Ei aufschlagen und in die Schüssel geben.

„Weißt du, was das erste ist, was ich tun werde, wenn ich dann irgendwann eine eigene Wohnung haben werde?“, fängt sie an zu plaudern, einfach damit die Stille nicht so in ihren Ohren drückt und Penguin über ihre Schulter kurz anschauen.

Und als sie seinen interessierten Blick sieht, weiter sprechen.

„Also abgesehen davon, ein heißes Bad zu nehmen, etwas, was ich, seit meiner Kindheit nicht mehr hatte. Ist mir ein Kochbuch zu kaufen. Ich bin diese paar Rezepte echt leid. Aber gut, für die meisten Zutaten fehlt mir eh das Geld. Aber dennoch. Und ich werde mir meine Haare endlich wieder langwachsen lassen. Ich meine, ich sehe doch wie ein Junge aus, der unter den Rasenmäher geraten ist,“ sagen und zu Penguin blicken und dabei an einer ihrer Strähnen zupfen, welche ihr gerade bis zu den Ohren reichen.

Sein typisches Katzengrinsen daraufhin sehen, während er sie betrachtet und dann auch noch nickt und nicht mit so einer Antwort gerechnet haben. Hat sie die Erfahrung gemacht, dass die Leute entweder Lügen oder ein Zwischending, von Wahrheit und Lüge benutzen. Aber eher selten die Wahrheit sagen und ehrlich überrascht, aber auch froh drüber sein.

Und sie mit einem kleinen Schmunzeln wieder dem Teig zuwenden, welcher auch soweit fertig ist, dass sie den ersten Pfannkuchen daraus machen kann.
 

Keine zehn Minuten später Penguin und sich einen der noch heißen Teiglinge auf einen Teller hinstellen und sich mit an den Tisch setzten. Auch wenn sie lieber im Zimmer isst, allein schon, um zu verhindern, dass ihr Vater sie sieht, sollte er spontan nach Hause kommen.

„Ich hoffe, dass bald mal wieder Äpfel oder Blaubeeren im Angebot sind. Damit schmecken diese gleich viel besser. Oder Ahornsirup“, nuscheln und den ersten Bissen sich in den Mund stecken, wobei sie Penguin beobachtet, welcher die ein oder anderen Probleme hat.

„Soll ich dir helfen? Ihn in kleine Stücke schneiden“, bietet sie ihm an, doch schüttelt er nur seinen Kopf.

„Na gut, wie du möchtest“, und sich damit den nächsten Bissen genehmigen, in Gedanken die Dinge durchgehen, die sie dann gleich kaufen muss.
 

*
 

„Sag mal, Katie ...,“, fängt Penguin an und sie in ihrer Bewegung stoppen, als sie sich gerade umdrehen wollte und seine Finger in ihren Haaren spüren und Erstart, in ihrer Bewegung.

„Wie zur Hölle kann es sein, dass du Kaugummi im Haar hast und wann wollst du mir das sagen?“

„Ähm ...“, hauchen, nicht damit gerechnet haben, dass er dies sieht und ihren Blick, auf ihre Hände im Schoss senken und sich zurück auf ihre Matratze fallen lassen.

„Ich ... wollte es dir noch sagen. Immerhin kann ich es nicht alleine entfernen und ... ja“, druckst sie herum, ihre Finger dabei zu kneten anfangen und bei seinem Seufzen zu ihm herüberlinsen.

„In Ordnung und wie ist es überhaupt dort hineingekommen? War es jemand aus der Schule?“

„Hmm, ein Mädchen aus meiner Klasse. Sie hat es schon die ganze Zeit auf mich abgesehen und das Kaugummi ist echt noch harmlos, von daher sollte ich mich nicht beschweren.“

„Wie bitte? Ob harmlos oder nicht, verdammt noch mal, lass dir das doch nicht gefallen. Wehr dich, Katie. Zeig es dem Miststück und wenn du ihr ein Bein stellst, wenn sie gerade die Treppe herunterläuft oder schubs sie gleich vom Dach, aber mach was“, regt Penguin sich plötzlich auf, was sie erschrocken zusammenzucken lässt und ihn daraufhin mit großen Augen anschauen.

Doch als er ihre Reaktion auf seinen Ausbruch sieht, schnaubt er laut und schüttelt seinen Kopf mehrmals, dabei sie entschuldigend anschauen.

„Tut mir leid, ich wollte nicht laut werden. Du kannst am wenigsten für all das. Doch du musst lernen, dich zu wehren, sonst machen sie immer so weiter und ich will nicht ..., ich will nicht, dass du irgendwann daran zerbrichst. Hörst du?“, ihn sagen hören und seine Hand auf ihrer Wange spüren, worauf diese warm wird und sie ihren Blick ein weiteres Mal abwenden muss.

Bringt er sie mit seinen Worten und Handlung ganz durcheinander und es auch nicht verstehen, warum ihm das so sehr aufbringt und kümmert.

„Na komm, mit etwas Speiseöl bekommen wir das Kaugummi raus, ohne dass ich dir die Haare schneiden muss“, erklärt er ihr und dabei seine Hand von ihrer Wange nehmen und stattdessen ihre eigene ergreifen und sie vorsichtig mit sich hochziehen.

„Danke ... für alles“, hauchen und sein leises Seufzen hören, ehe er ihr seine Hand auf den Rücken legt und sie in die Küche führt.

Tag 8 - Freitag
 

Genau wie die letzten drei Tage in dieser Woche liegt er im Schatten eines Baumes, auf der Mauer vom Schulgelände und beobachtet den Eingang und wartet auf Katie, welche jeden Moment kommen sollte und damit Wochenende hat.

Und worüber er mehr als froh ist, waren die letzten Tage für die Kleine genauso demütigend und schmerzvoll, wie die davor. Angefangen von zerschnittener Kleidung nach dem Sportunterricht, wo sie nur in Unterwäsche und ihrem Mantel nach Hause gehen musste, bis hin zu Spritzen und Fäkalien in ihrem Rucksack mit der Nachricht, dass sie sich damit doch wie zu Hause fühlen müsste. Und er hat keine Ahnung, wie er dem Mädchen helfen soll, wenn sie in der Schule ist. Ist er da doch selber unterwegs und seiner Aufgabe nachgehen, ihr Geld zu besorgen, welches er aktuell unter einem Gebüsch in der Nähe ihrer Wohnung versteckt. Und welches mittlerweile ausreichen sollte, damit sie von dort wegkann. Doch muss er sich noch eine Möglichkeit überlegen, wie er ihr das am besten klarmachen soll. Immerhin hat sie ihm erst am Anfang der Woche gesagt, dass sie das nicht möchte, dennoch hat er es getan und er hat keine Ahnung, wie sie darauf reagieren wird.
 

Schwer seufzen und sich zum wahrscheinlichst hunderten Male fragen, warum dieses Mädchen nur so vom Unglück verfolgt wird und was er für eine Rolle in dieser Tragödie spielt. Denn mittlerweile ist er sich verdammt sicher, dass er nicht ohne Grund hier ist und es irgendwas mit Katie zutun haben muss und welche er gerade aus der Eingangstür kommen sieht.
 

Und schon an der Art wie sie läuft sehen können, dass wieder irgendwas passiert sein muss. Ansonsten würde sie ihren Fuß vollständig belasten und nicht mehr humpeln, als zu gehen und zu fauchen anfangen. Reicht es ihm, und zwar endgültig und sich ihre Mitschüler in der nächsten Woche vorknöpfen. Jetzt hat sie schon, vor ihrem Vater ruhe, da er direkt, nachdem er sie verprügelt hat, wieder abgehauen ist und seitdem auch nicht wieder auftauchte, wird sie von ihren Mitschülern verletzt.

„Hi“, hört er sie erschöpft sagen, als sie bei ihm ankommt und an ihren Augen sehen, dass es ihr gar nicht gut geht, was ihn aber auch nicht wirklich wundert und ihr damit auf die Arme springen. Spüren wie sie anfängt über sein Fell zu streicheln, streckt er sich so weit an ihr hoch, dass er seine Wange an ihrer reiben kann, und maunzt leise.

„Schon gut Kleiner. Es tut kaum weh“, spielt sie es herunter, worauf er sie anfaucht und böse anschaut, jedoch damit aufhört, als er das Glitzern in ihren Augen sieht und ihre Tränen riecht.

Seine Ohren hängen lassen, drückt er ihr seine Nase auf ihren Mund und maunzt kläglich, gerade mehr einfach nicht für sie tun können.

„Lass uns nach Hause gehen.“

Zustimmend nicken, klettert er hoch in ihren Nacken und macht es sich dort bequem, worauf sie langsam humpelnd losgeht.

„Heute müsste das Geld von meiner alten Chefin kommen. Dann können wir morgen einkaufen gehen, ohne dass ich noch einmal an mein Erspartes dran muss“, fängt sie an zu Erzählen, wohl um sich von ihren Schmerzen abzulenken und sich fragen, wie sie so die sieben Etagen hochkommen will.

Leise maunzen, dass er ihr zuhört, spricht sie weiter, auch wie sie sich ihren Knöchel verstaucht hat und was tatsächlich mehr Unfall als Absicht war. Jedenfalls ihrer Meinung nach, er selber glaubt dies nicht so recht. Findet er es ein bisschen zu viel des Zufalls, das ausgerechnet in dem Moment, wo Katie durch die Tür in die Sporthalle geht, ein Ball vor ihr liegt, auf den sie tritt und umknickt. Doch behält er dies erst einmal für sich.
 

*
 

Die Badezimmertür hinter sich abschließen, blickt sie erschöpft und am Ende ihrer Kraft, auf die dreckige Duschkabine und welche dringend wieder gesäubert werden muss, doch nicht heute und sich damit ihrer Kleidung entledigen.

Braucht sie jetzt ganz dringend eine Dusche und damit fröstelnd, ist es immer noch viel zu kalt in der Wohnung und sie nassgeschwitzt, das Wasser einschalten und in die Kabine steigen.

Und sich noch heute vornehmen, die Gasrechnung zu bezahlen, als sie die ersten Tropen des kalten Wassers auf ihrer Haut spürt und diese anfängt zu schmerzen. Ihre Augen schließen und ihre Zähne zusammenbeißen, stellt sie sich nichtsdestotrotz unter den Strahl und keucht vor Kälte laut auf und es kaum aushalten. Doch ist ihre letzte Dusche schon Tage her und nach dem anstrengenden Heimweg und den Kampf die Treppen hochzukommen, muss sie sich dringend waschen und damit nach ihrem Shampoo greifen und es schnell hinter sich bringen. Dabei feststellen, dass ihr Knöchel durch die Kälte nicht mehr ganz so wehtut und wenn sie ihn sich so anschaut, sollte es sich auch in ein oder zwei Tagen erledigt haben. Sieht sie ja nicht einmal eine wirkliche Schwellung noch Verfärbung der Haut, also tatsächlich Mal so etwas wie Glück gehabt haben. Und bei dem Gedanken gehässig Grinsen müssen, gar nicht gewusst haben, dass sie schwarzen Sarkasmus beherrscht und auch noch drüber Lachen kann und damit das Wasser wieder abdrehen, als sie ihre Haare ausgewaschen hat und sich halbwegs sauber fühlt.
 

Klatschnass und frierend, aus der Duschkabine steigen, wickelt sie sich in eines der alten und harten Handtücher, wobei Schmirgelpapier treffender wäre und trocknet sich mit einem zweiten ab, wobei ihr einfällt, dass sie keine Kleidung mitgenommen hat und daraufhin leise seufzen.

„Von wegen Glück“, grummeln und das Badezimmer nur mit dem Handtuch verlassen und in ihr Zimmer gehen, worauf sie von zwei blauen Augen angeschaut wird.
 

„Dreh dich bitte um oder verstecke dich unter der Decke, damit ich mich anziehen kann, ja“, bittet sie Penguin, welcher mit einem Grinsen, welche sie nicht einordnen kann, maunzt und sich dann unter ihrer Decke versteckt.

Ihre Stirn runzeln, schaut sie noch einmal zu dem Kater herüber und schüttelt dann seufzend ihren Kopf, es nicht wirklich verstehen und sich damit eine Jogginghose und Pullover aus dem Schrank nehmen. Zwar würde sie auch noch gerne ein Shirt drunter ziehen, doch sind ihre drei Stück, alle in der Wäsche und welche sie wohl morgen zum Waschsalon bringen muss.

Ansonsten würde sie in zwei, drei Tagen nichts mehr im Schrank haben und das, wo dort eh kaum etwas drin ist.

Und bei dem Gedanken genervt seufzen, den abgesehen, dass sie schon wieder Geld ausgeben muss, darf sie den halben Tag in dem Waschsalon hocken. Und sich definitiv, was Besseres vorstellen können.

Wieder angezogen und damit auch nicht mehr ganz so schrecklich am Frieren sein, geht sie zu ihrer Matratze herüber und krabbelt zu Penguin unter ihre Decke, worauf sich der Kater direkt an sie kuschelt und leise zu schnurren anfängt.

„Morgen habe ich ein paar Dinge, die ich erledigen muss. Darunter einkaufen und Wäsche waschen, wenn du also nicht den halben Tag im Waschsalon hocken willst, solltest du dir überlegen, ob du nicht etwas anderes in der Zeit tun willst.“

Sein Maunzen daraufhin hören, kuschelt sie sich noch etwas mehr an seinen warmen Körper und schließt für einen Moment ihre Augen. War der Tag wieder anstrengend und ihr Knöchel, tut den Rest, welcher immer mal mehr, mal weniger wehtut.

Doch als sich ihr Magen mit einem lauten Knurren zu Wort meldet, spürt sie, wie ihre Wangen warm werden und blickt zu Penguin, welcher sie mit seinem Katzengrinsen anschaut.

„Lach nicht so, als hättest du keinen Hunger“, brummend sagen und damit wieder von ihrer Matratze aufstehen.

„Dann komm. Ich schau mal, was dir Schränke noch so hergeben“, ihn auffordern, sich ebenfalls zu bewegen und worauf er sich mit einem Gähnen und sich strecken, langsam in Bewegung setzt.

Ihren Kopf schütteln und sich schon manchmal Fragen, wie es sein kann, dass er immer so müde ist und das, wo er noch mehr schläft als sie oder ob es an dem Körper liegt. Normale Katzen pennen ja auch gefühlt, dreiviertel des Tages.

Doch dann seufzend mit ihren Schultern zucken, worauf sie ihre Prellung wieder bemerkbar macht und dies sofort einstellen und Penguin die Zimmertür öffnen, welcher schon maunzend vor dieser sitzt.

„Erst nicht bewegen wollen und jetzt meckern. Du wirst immer mehr wie eine richtige Katze, ist dir das eigentlich klar?“

Bei seinem entsetzten Blick hin, zu Grinsen anfangen, geht sie in die Küche und öffnet den einen Hängeschrank, den sie noch besitzen und sieht, dass das Einzige ist, was sie noch haben, eine zerbeulte Dose Nudelsuppe ist und diese mit einem seufzen zur Hand nehmen.

„Hmm, besser als nicht“, murmeln und den Doseninhalt auf zwei Teller verteilen und den ersten in die Mikrowelle stellen und diese einschalten. Und während sie wartet, sich an die Anrichte anlehnen und zu Penguin schauen, der auf dem Esstisch ihr gegenüber sitzt.

„Was hältst du davon, wenn wir nachher etwas Kartenspielen? Beim letzten Einkauf, habe ich ein Set mitgenommen, was im Angebot war. Dann brauchen wir uns nicht wieder langweilen.“

Sein Nicken sehen und Maunzen hören, nickt sie ihm ebenfalls zu und wendet sich dann wieder der Mikrowelle zu, welche gleich fertig sein sollte, so dass der Kater wenigstens schon einmal etwas essen kann. Wenn sie ihm auch gerne was anderes und deutlich mehr anbieten will, doch dafür muss sie morgenfrüh erst einkaufen gehen.

Als jedoch die Mikrowelle klingelt, schüttelt sie diesen Gedanken von sich ab und nimmt den einen Teller heraus und stellt den Zweiten rein und wiederholt das Spiel von gerade. Nur mit dem Unterschied, dass sie dieses Mal Penguin dabei beobachtet, welcher ungeduldig wie er ist, versucht die heiße Suppe zu essen, ohne sich dabei die empfindliche Zunge zu verbrennen und was ihr nur ein schweres Seufzen entlockt.
 

*
 

Noch immer etwas Hunger haben, sich jedoch nicht beschweren wollen, beobachtet er Katie welche, die dreckigen Teller kurz abspült und hier und dort, etwas aufräumt und sauber macht. Auch wenn er findet, dass das keinen großen Unterschied mehr tut. Doch bleibt er still und wartet einfach nur ab, bis sie fertig ist und er im Anschluss mit ihr zurück in ihr Zimmer geht, wo sie es sich auf ihrer Matratze gemütlich machen.

„Weckst du mich dann gleich wieder, wenn du dich verwandelt hast?“

Nicken und Maunzen, legt er sich neben ihren Kopf hin und schließt ebenfalls müde seine Augen, dabei noch hören, wie sie ihm eine gute Nacht wünscht und sich dann mit dem Rücken zu ihm richtig hinlegt und nur wenige Minuten später eingeschlafen ist. Und sich jedes Mal wundern, wie sie das schafft. Braucht er sowohl als Mensch, als auch Katze, deutlich länger und innerlich schwer aufseufzen. Aber wahrscheinlich gehen ihm einfach zu viele Dinge durch den Kopf. Genau wie jetzt und wo er am Überlegen ist, ob er es wagen sollte, morgen noch einmal in das Haus zugehen, wo er bei seiner ersten Tour war. Wissen, dass es riskant ist, doch hat er dort bisher am meisten mitgehen lassen können. Und wenn er will, dass Katie nach der Schule, die ersten Monte keine Geldprobleme hat, muss er ihr so viel besorgen, wie er kann. Wer weiß den, wie lange er noch hier in ihrer Welt ist und auch sich diesbezüglich überlegt haben, ob er es ihr in dieser oder nächsten Nacht sagt. Auch wenn sie das Geld nicht will, sollte sie wissen, dass es irgendwo draußen welches gibt, das für sie ist. Und mit dieser Überlegung, ebenfalls seine Augen schließen.
 

*
 

Aus ihrem Schlaf aufschrecken, als sie eine Bewegung neben sich spürt, schaut sie mit müdem Blick und blinzelnd zu der Stelle, wo Penguin eigentlich liegen sollte.

Doch nichts.

Und mit einem plötzlichen Gefühl der Kälte in ihr, der Angst, dass er sie verlassen hat, setzt sie sich richtig auf und schaut sich in ihrem Zimmer um, welches nur von dem Licht des Sichelmondes erhellt wird. Bis sie ein Geräusch an ihrer Tür hört und ihr daraufhin das Herz bis zum Hals schlägt.

„Penguin“, flüstern und zur Zimmertür blicken, worauf sich etwas aus dem Schatten heraus auf sie zu bewegt und merken, wie ihr dies die Haare zu Berge stehen lässt, schon mit dem schlimmsten Rechnen, wie ihrem Vater oder einem Einbrecher und wohl das erste Mal in ihrem Leben wirkliche Furcht verspüren.

„Ich bin hier, Katie“, kommt es jedoch mit einem Mal von dem Piraten und diesen nun auch endlich in dem schwachen Licht sehen können und damit verstehen, dass er es war, der an der Tür gestanden ist und die Geräusche gemacht hat.

Ihre Hand auf ihr viel zu schnell schlagendes Herz legen und tief ausatmen, merken wie sich ihre Furcht mindert und der Wut platz macht.

Wut darüber, dass er sie so erschreckt und ihr eine scheiß Angst macht und als sie gerade ihren Mund öffnet, um ihn zu fragen, was der Mist soll, kniet er sich vor sie nieder und legt ihr seine Finger auf den Mund.

„Nicht, sei leise. Dein Vater ist gerade wiedergekommen.“

„Was!“, entkommt es ihr entsetzt und von Penguins Augen zu ihrer Tür schauen, welche der einzige Schutz ist, den sie vor diesem hat. Und merken, wie ihre alte Angst vor ihrem Vater mit einer Wucht neu in ihr aufflammt und welche sie in den letzten Tagen fast schon vergessen hatte.

„Sch, beruhig dich. Er ist wohl direkt in seinem Zimmer verschwunden. Aber wir sollten trotzdem leise sein.“

Verstanden haben, nickt sie Penguin zu, welcher sich daraufhin zurück auf ihre Matratze setzt und mit angespanntem Gesicht lauscht.

Es ihm gleich machen, schließt sie jedoch selber ihr Augen dabei und horcht. Horcht auf noch so kleine Geräusche, doch mehr als den leichten Verkehr im Hintergrund und der durch ihr Fenster kommt, nimmt sie nichts wahr und was sie die Angehaltende Luft auspusten lässt.

„Scheint direkt eingeschlafen zu sein“, murmeln und sich geschafft zurück ins Kissen sinken lassen, wobei sie Penguin weiter hin anschaut.

„Mach das nicht noch einmal. Ich dachte schon es sei ein Einbrecher, der sich zutritt zu meinem Zimmer verschafft hat.“

Auf ihre Worte hin seinen überraschten Blick sehen, grummelt sie leise. Das Ganze gar nicht lustig finden und ihm mit zusammengekniffenen Augen anschauen, worauf sie sein seufzen hört, ehe er sich auf die Seite liegend, neben sie legt und seinen Kopf mit seiner Hand abstürzt.

„Ein Einbrecher? Dir ist schon klar, dass der erst einmal an mir vorbei muss, bevor er es zu dir schafft.“

„Hmm, du warst plötzlich weg“, nuscheln und bei seinen Worten und dem Blick, mit dem er sie betrachtet, langsam selber merken, wie dumm sie sich gerade benommen hat und immer noch benimmt.

Doch die Angst, dass der Pirat genauso plötzlich verschwinden könnte, wie er aufgetaucht ist, ist mit einem Mal da und verdammt groß. Da kann er noch so oft Betreuern, dass er nicht so schnell wieder verschwinden wird. Als könnte er das verhindern, wenn es passiert und der Gedanke, dann wieder gänzlich alleine zu sein, ...

Diesen jedoch nicht zu Ende denken können, da sie sich mit einem Mal sitzend Penguin gegenüber befindet und welcher sanft, jedoch bestimm ihr Kin mit seiner Hand festhält, so dass sie ihn anschauen muss und bei dessen Blick zu schlucken anfängt.

„Du hörst mir jetzt zu, ich habe es dir glaube ich schon einmal gesagt und sage es dir jetzt gerne noch einmal. Ich werde nicht so schnell verschwinden. Und sollte der Tag irgendwann kommen, wo sich unsere Wege wieder trennen, wirst du auch das schaffen. Denn Katie, und das ist etwas, was dir wohl noch nie jemand gesagt hat, ist, du bist stark. Verdammt stark sogar. Du hast so viele Jahre in dieser Hölle überlebt, wo andere dran zerbrochen wären, doch du nicht. Vielleicht wart du irgendwann man dahe dran, doch bist es nicht und das schaffen nicht viele Mensche. Und wenn du irgendwann wieder alleine bist, weiß ich, dass du deinen Weg finden und gehen wirst. Auch ohne mich, und wenn ich das nach einer Woche sehe, solltest du es auch können.“

Überrascht und gerührt von seinen Worten, senkt, sie so gut es ihr möglich ist, ihren Blick und spürt, wie ihre Augen anfangen zu brennen.

„Ich ... ich verstehe es nicht wirklich, aber ... das, das ist das netteste, was je einer zu mir gesagt hat“, hauchen und Penguin mit Tränen die ihr die Wangen herunterlaufen und einem unsicheren Lächen anschauen. Welcher bei ihrem Anblick, sanft zu lächeln anfängt und schwach seinen Kopf schüttelt.

„Deswegen brauchst du doch nicht gleich zu weinen“, tadelt er sie sanft und wischt dabei ihre Tränen weg, was nur dafür sorgt, dass ihre Wangen heiß und wahrscheinlich auch rot werden und sich mit Herzklopfen von ihm zurückziehen und sich leise räuspern.

„Lust ... Lust auf eine Runde Karten?“, lenkt sie ab, sehen, wie er mit einem seufzen seine Augen schließt, ihr dann jedoch zunickt und was ihr aufgewühltes Innre beruhigt und damit die Karten von ihrem Schreibtisch holen gehen und sich mit diesen ans Fußende der Matratze hinsetzten.

„Ähm ... da wäre noch eine Kleinigkeit“, fängt sie an, während sie das eingeschweißte Kartenpack unruhig mit ihrem Fingernagel bearbeitet.

„Hmm und was?“

„Ich ... ich habe keine Ahnung von Kartenspielen. Als Kind habe ich Maumau gespielt, aber dann hört es auch schon auf. Du ... du müsstest es mir beibringen.“

Entschuldigend lächeln, als sie seinen fassungslosen Blick sieht und spüren, wie ihre Wangen warm werden. Hat sie selber daran überhaupt nicht gedacht, als sie das Kartenspiel gekauft hatte. Wollte sie eigentlich nur, das sie etwas in der Nacht tun können.

„Das fällt dir aber früh ein. Puh, okay. Aber was die Karten wie Ass und König und so weiter, bedeuten beziehungsweise für einen Wert haben, ist dir schon klar, oder?“

„Hmm, nicht direkt, nein.“

Sein schweres Seufzen hören, während er sie mit der Hand über die Haare streicht und schwach seinen Kopf schüttelt.

„Okay, dann wird das aber heute wohl nichts mit spielen. Bringe ich dir erst einmal die Grundlagen bei“, und ihr damit das Kartenspiel aus der Hand nehmen und öffnen.

„Also ...“, fängt er an zu erklären und ihm dabei aufmerksam zuhören und versuchen, sich alles zu merken.

Tag 9 - Samstag
 

Am nächsten Morgen durch ihr Zimmerfenster schauen und die Regentropfen betrachten, welche an der Scheibe runterrinnen und missmutig seufzen.

„Natürlich muss es heute wie aus Eimern gießen“, genervt bemerken, und von ihrem Fenster zu Penguin schauen, welcher sich in ihre Decke eingekringelt hat und keine Anzeichen macht, sich überhaupt bewegen zu wollen und was sie ihm bei dem Mistwetter, nicht einmal verübeln kann.

„Nun gut, nützt ja nichts. Wir brauchen was zu Essen. Ähm ... ich gehe doch richtig mit der Annahme, dass du mich dieses Mal nicht begleiten wirst, oder?“

Den Kater anschauen, welcher sich auf ihre Frage hin, nur noch tiefer in ihrer Decke vergräbt, und ihr damit Antwort genug gibt und was ihr nur ein Seufzen entlockt. Würde sie es wohl genauso machen, hätte sie die Wahl und sich damit vor ihm auf die Matratze knien und seinen Nacken kraulen.

„In Ordnung. Denk aber daran, dich ruhig zu verhalten. Er wird nicht ewig nebenan Schlafen und sollte er in den Raum kommen, versteck dich hinter dem Kleiderschrank. Hörst du?“

Sein leises Maunzen hören, drückt sie ihm noch einen Kuss auf den Kopf und steht damit wieder auf und nimmt sich eine der Tragetaschen, bevor sie auf leisen Sohlen und einem letzten Blick zu Penguin, ihr Zimmer verlässt.

Sich zu allen Seiten umschauen und horchen, dabei das Schnarchen ihres Vaters hören, atmet sie erleichtert auf und verlasst damit die Wohnung. Hoffen, dass er auch dann noch schläft, wenn sie zurückkommt. Will sie ihn nach der Sache vor ein paar Tagen nicht mehr sehen. Tut ihr die Seite immer noch weh und von ihrem Inneren, was seine Worte dort angerichtet haben, gar nicht erst anfangen wollen.

Ihren Kopf schütteln, als sie die letzte Treppenstufe hinter sich gelassen hat und ihr der kalte und nasse Wind entgegenweht, welcher durch die immer offene Eingangstür kommt und sie frösteln lässt.

„Das wird ein Spaß“, murmeln und nur froh sein, dass ihr Knöchel soweit wieder in Ordnung ist und nur noch bei falschen Bewegungen wehtut. Ansonsten würde das nicht nur eine Tortur werden, sondern eine, die direkt aus der Hölle kommt und mit einem letzten Seufzen raus in den Regen gehen.
 

*
 

Seinen Blick von der Zimmertür nehmen, durch die Katie gerade verschwunden ist und auch wenn es ihm leidtut, dass sie nun alleine bei dem Wetter raus muss, doch ...

Ob es an dem Körper liegt oder an etwas anderem, weiß er nicht, doch ist ihm einfach nur kalt und das seit der Regen in der Nacht eingesetzt hat und sich nur noch weiter in ihre Decke kuscheln und versuchen etwas zu schlafen.

Würde er sich später bei ihr dafür entschuldigen und es irgendwie wieder gut machen. Immerhin bringt sie ihm auch etwas zu Essen mit, sogar was zum Knabbern, wie sie heute Nacht noch sagte, als er meinte, dass dies bei einem Kartenspiel dazugehört. Und wovon sie sich auch nicht mehr abbringen ließ.

Doch jetzt muss er dafür sorgen, dass ihm wieder warm wird und er sich nicht doch etwas eingefangen hat, würde das der ganze Scheiße, die hier abgeht, noch die Krone aufsetzen.

Und ihm würde das auch noch fehlen, immerhin hat er noch eine Sache, die er am Montag erledigen muss und sich darauf schon freuen und nicht verhindern können, dass er zu grinsen anfängt und sich seine Krallen ausfahren.

Doch dann besinnt und ermahnt er sich, dass er jetzt wirklich schlafen sollte, und krabbelt noch weiter unter die Decke, so dass es um ihn herum, dunkel ist und merken, wie er dadurch zur Ruhe kommt und in einen Dämmerschlaf fällt.
 

Einige Zeit später, welche er hauptsächlich mit Dösen verbracht hat, kann er einfach nicht einschlafen, hört er mit einem Mal ein lautes Poltern und kurz darauf die Schritte von Katies Vater.

Zusammenzucken, als dieser an dem Zimmer vorbeigeht, krabbelt er langsam unter der Decke so weit hervor, dass er zur Tür schauen kann, und behält diese im Auge. Jederzeit bereit, sich hinter dem Kleiderschrank zu verstecken, wie Katie ihm geraten hat und als das Gebrüll anfängt, weil nichts mehr zu Essen da ist, spannt er sich immer mehr an.

Ahnen, dass jeden Moment die Tür aufgerissen wird und genau damit richtig liegen, als dies keine Minute später passiert und sich daraufhin so klein machen wie es geht und weiter unter die Decke krabbeln. Nicht glauben, dass er es jetzt noch schafft, sich ungesehen hinter dem Schrank zu verstecken.

„KATIE!“, brüllt ihr Vater, dabei das Zimmer betreten, worauf er dessen Alkoholfahne riechen kann und ihm flau im Magen wird.

„Katie, wo steckst du Drecksstück schon wieder, verdammte Schlampe!“

Bei den Worten sich ein Fauchen gerade so verkneifen können, blickt er durch einen kleinen Spalt aus der Decke zu dem Mann und welcher sich grobschlächtig im Raum bewegt. Dabei ihren Schreibtisch zum Kippen bringt, als dieser sich an diesen festhält und welcher dem Gewicht des Mannes nicht gewachsen ist und mit einem lauten Knall umkippt.

„Verdammte Scheiße hier! KATIE komm her“, geht das Gebrüll weiter, wobei er ins Straucheln zu kommen scheint und sich der Länge nach hinlegt. Sich ein Grinsen nicht verkneifen können, welches jedoch zu Eis gefriert, als er sieht, warum Katies Vater gestolpert ist und die lose Diele betrachten, unter der sie ihr Erspartes versteckt hat.

Innerlich Fluchen und nicht wissen, was er nun tun soll. Soll er sich zeigen und damit die Aufmerksamkeit des Mannes auf sich lenken oder es zulassen, dass dieser das Geld findet, wofür die Kleine fast fünf Jahre hart für gearbeitet hat.

„Verdammter Dreck, so eine verfickte Kacke.“

Das Gefluche des Mannes ignorieren und welcher sich langsam aufrichtet und sich suchend umschaut, herausfinden will, was ihn zu Fall gebracht hat und als die lose Diele sieht, jault er innerlich laut auf. Es jetzt wohl auch nicht mehr verhindern können, dass dieser das Geld sieht und an sich nimmt. Und gleichzeitig froh sein, dass er die ganze Woche über, fleißig irgendwelche Arschlöcher bestohlen hat. Wäre dies eine kleine Entschädigung, auch wenn es nicht dasselbe ist.

Und an dem schmierigen Grinsen von ihrem Vater sehen, hat dieser so eben das Geld gefunden.

„Verdammte Scheiße ... dieses kleine Flitchen, woher hat die das ganze Geld her ...“

Seine Krallen ins Lacken schlagen, als sich dieser die paar hundert Dollar aus dem Loch nimmt und damit schwankend aufsteht. Sich dabei weiter im Raum umschauen und zu ihrem Kleiderschrank gehen, wo er dessen Tür aufreißt und diese dabei endgültig aus der Angel hebt und welcher scheppernd auf den Boden fällt.

Scheint er zu glauben, dass sie noch mehr versteckt hat und damit ihr Zimmer endgültig anfangen auseinanderzunehmen.

Angefangen bei ihrer Kleidung, welche er einfach in den Raum schmeißt und daraufhin den Kleiderschrank abtastet, jedoch nichts findet und in seiner Wut, diesen mit einem lauten Brüllen, umkippt, worauf der Karton, der sich oben auf diesen befand, herunterfällt und sich der Inhalt im Zimmer verteilt. Darunter auch die Dinge, die Katie von ihrer Muter dort drin aufbewahrt hat und auf welche ihr Vater einfach drauf tritt, während er sich der Matratze und damit ihm nähert.

Sich klein und zum Sprung bereit machen, sprintet er in genau dem Moment in Richtung Kleiderschrank los, als Katies Vater, die Decke hochreißt und dann weiter die Matratze hochhebt und umdreht.

Sich währenddessen in einer dunklen Ecke versteckt halten, schaut er nur untätig zu, wie dieser völlig von Sinnen, immer mehr zerstört bei seiner Suche nach noch mehr Geld.

Dabei auch nicht zurückschreckt, weitere Diele aus dem Boden zu hebel, welche locker sind, nur um enttäuscht und rasend vor Wut feststellen zu müssen, dass es kein weiteres Geld gibt und mit einem letzten Blick auf das Chaos, den Raum und dann die Wohnung verlässt.

Sich denken können, wo dieser das Geld nun verpulvern wird und sich gerade selber verabscheuen, dass er so rein gar nichts getan hat und wahrscheinlich auch nichts hätte ausrichten können. Und doch ...

Auf das Chaos schauen, und nicht wissen, wie Katie das aufnehmen wird und seinen Blick auf die kaputte Kette senken, welche ihrer Mutter gehört hat und neben dem Geld, mit eines der wichtigsten Dinge war, die sie besessen hat.

Und welche nun völlig zerstört auf dem Boden liegt. Zertrampelt von ihrem eigenen Vater, welcher in seiner Raserei und Sucht, nichts mehr mitbekommt.

Seine Ohren hängen lassen, springt er aus seinem Versteck und legt sich niedergeschlagen auf die Matratze, welche quer vor der Tür liegt und einfach nur warten können, dass Katie vom Einkaufen wiederkommt.

Während ihm seine Schuldgefühle, dass er nichts getan hat und es auch nicht hätte können, fast von innen auffressen.
 

*
 

Frierend und bis auf die Haut durchnässt, steht sie im Rahmen der Wohnungstür und schaut auf ihre weit offenstehende Zimmertür und spüren, wie eine Eiseskälte von ihr Besitz ergreift und welche nichts mit dem aktuellen Wetter zu tun hat.

Die Einkäufe fallen lassen, geht sie „PENGUIN!“, rufend, mit zügigen Schritten zu ihrem Zimmer und bleibt bei dem Anblick dessen, geschockt stehen.

„Aber ... was?“, hauchen, nicht glauben können, was sie sieht und als sie das leise und klägliche Maunzen hört, blickt sie zu Penguin herunter, welcher mit hängenden Ohren und sie kaum anschauen können, auf ihrer Matratze sitz und sich vor ihm auf die Knie fallen lassen.

„Geht es dir gut? Bist du verletzt? War mein Vater das? Was ist passiert?“

Auch wenn sie weiß, dass er ihr gerade keiner ihrer Fragen beantworten kann, kann sie nicht verhindern, dass diese aus ihr heraussprudeln, dabei den Kater auf mögliche Verletzungen untersuchen, nur um festzustellen, dass ihm wohl nichts fehlt und erleichtert aufatmen.

„Dir geht es gut, ja?“, hakt sie noch einmal nach, worauf er schwach mit dem Kopf nickt und sich dann zurückzieht, worauf sie ihn im ersten Moment verwirrt anschaut, bis ihr die ausgehebelten Dielen auffallen und mit einer üblen Vorahnung, in das Loch im Boden schauen, wo sie ihren Notgroschen versteckt hat und welches leer ist.

„Weg ...“, hauchen und merken, wie pure Verzweiflung in ihr aufsteigt und ihr den Atem nimmt, als ihr klar wird, was das bedeutet. Dass alles, was sie in den letzten Jahren ertragen hat, völlig umsonst war und anfangen, panisch nach Luft zu schnappen. Das Gefühl haben, nicht genug von dieser zubekommen, dabei nur am Rande merken, wie Penguin sich auf ihren Oberschenkel abstürzt und immer lauter maunzt, während ihr langsam schwarz vor Augen wird und sie beginnt, nach vorne zu kippt und auf dem Boden zum liegen kommt.
 

*
 

Auf Katie herunter schauen, welche mittlerweile zwischen seinen Beinen und mit ihrem Kopf auf seiner Brust liegt und schläft, fest eingewickelt in ihre Decke und sich dabei nach Halt suchend, in sein Shirt krallt. Und welche ihm eben einen Herzinfarkt beschert hat. Als er sie auf dem Boden hat liegen sehen und er überhaupt nichts tun konnte, außer sie mit seinem Kopf anzustupsen, ist er fast durchgedreht und hat wohl noch nie davor, so eine Angst um jemanden gehabt. Nicht mal um seinen Käpt´n oder Shachi. Und genau dieses Gefühl hat irgendwie dafür gesorgt, dass er sich zurückverwandelt hat und was zu keinem besseren Zeitpunkt hätte passieren können.

Denn so konnte er die Kleine erst einmal aus ihrer nassen Kleidung befreien, auch wenn er sich deswegen wohl noch was anhören darf. Immerhin hat er sie nur in ihrer Unterwäsche gesehen, auch wenn er seine Augen kaum von ihrem Gesicht abwenden konnte. Doch bezweifelt er, dass sie ihm das glauben wird, nicht einmal er selber würde sich das glauben.

Doch anders hätte er sie nicht auf die Matratze ablegen können, welche er davor wieder zurück an die Wang geschoben hat.

Und auch wenn er sich am liebsten sofort zu ihr unter die Decke gesetzt hätte, so schrecklich gefroren wie sie hat, musste er sich noch um ein, zwei Dinge kümmern und eines davon steht nun auf ihren wieder richtig hingestellten Schreibtisch und was ihr gerade jetzt, den Arsch retten wird. Doch davor muss sie aufwachen und ihr weiter mit der Hand über den Rücken streicheln. Einfach nur da sein, wenn sie wieder aufwacht und realisiert, was passiert ist.

Und während er auf ihren Haarschopf herunter schaut, ihren leisen Atem lauscht und spürt, wie sie selbst im Schlaf sich nach Nähe und Wärme suchend, an ihn schmiegt, fast er gedanklich den Entschluss, dass er sie noch dieses Wochenende von hier wegbringen wird. Ob sie will oder nicht, doch so kann es nicht weitergehen und hoffen, dass sie es einsieht.

Und mit diesem Entschluss, das Mädchen in seinen Armen, noch etwas fester an sich drücken, welche daraufhin leise und wollig seufzt.
 

*
 

Benommen und im ersten Moment nicht wissen, wo sie ist und was überhaupt passiert ist, schaut sie sich blinzelnd um, nur um festzustellen, dass sie halb auf Penguin liegt und welcher ihr sanft über den Rücken streichelt.

„Was ... was ist passiert?“, hauchen und sie langsam aufrichten, dabei sich in ihrem Zimmer umschauen und als sie ihren kaputten Kleiderschrank sieht und die zerbrochenen Dielen in einer der Ecken, fällt ihr alles wieder ein.

„Er war das oder?“, wissen wollen und Penguin anschauen, welcher seinen Blick senkt und seufzend nickt.

„Ja ... es ... es tut mir leid, Katie. Ich hätte versuchen müssen, ihn davon abzuhalten, doch ...“, fängt Penguin an, sich zu entschuldigen und worauf sie ihn ihm ersten Moment verwirrt und im zweiten fassungslos anschaut.

„Das ist doch nicht deine Schuld. Es war richtig, es nicht zu tun. Wer weiß, was er mit dir gemacht hätte“, und alleine der Gedanke daran, lässt sie erschaudern und sich automatisch wieder an Penguin kuscheln, welcher seine Arme um sie legt und merken, wie sehr sie das gerade braucht und ihr guttut. Auch wenn ihr Herzschlag viel zu schnell geht und sie trotz allem, eine gewisse Nervosität verspürt.

„Aber dein Geld ... es ist alles weg. Du hast so hart dafür gekämpft es dir anzusparen und ich ...“

„Es ist nur Geld, Penguin. Viel schlimmer wäre es, wenn dir etwas passiert wäre. Denn das könnte ich mir nicht verzeihen. Dafür bist du mir mittlerweile zu wichtig. Und ich ... ich werde einfach noch einmal von vorne anfangen. Irgendwie wird das schon“, beruhigt sie ihn, auch wenn sie weiß, dass sie nie und nimmer, die Summe innerhalb weniger Wochen zusammenbekommen wird, so dass sie nach der Schule hier ausziehen kann und wieder die gleiche Verzweiflung in sich spüren, bevor sie bewusstlos wurde.

„Ähm ... was das betrifft, kann ich dir Helfen“, fängt ihr Pirat an und wobei sie hören kann, wie sein Herz schneller zu schlagen anfängt und worauf sie sich so weit aufrichtet, dass sie ihn anschauen kann. Und schon an seinem Blick erkennen können, wie nervös er ist und ... Angst hat?

Sich dies nicht erklären können, richtet sie sich ganz auf, so dass sie zwischen seinen Beinen kniet und ihn mit fragendem Blick anschauen.

„Ähm ... bitte sei nicht sauer, ja. Doch während du in der Schule warst, nun ja ... da habe ich ein paar Besorgungen gemacht. Nenne wir es mal so“; gesteht er ihr und sich dabei selber richtig hinsetzten und zu ihrem Schreibtisch zeigen, worauf sie seinen Blick folgt und eine kleine Kiste sieht.

„Was hast du getan?“, wissen wollen und ihn wieder anschauen, worauf er schwer seufzt und sich den Nacken reibt.

„Ein paar Arschlöcher um ihr Geld erleichtert. Es ist in der Kiste. Ich weiß nicht, wieviel es genau ist, doch es war dafür gedacht, dass du nach der Schule über die Runden kommst.“

Ihn fassungslos anschauen, als ihr bewusst wird, dass er sie angelogen hat und das jeden Tag aufs Neue und auch wenn es jetzt egal sein sollte, tut es weh und ihren Blick abwenden müssen.

„Es tut mir nicht leid, dass ich es getan habe, denn dieses Geld wird dafür sorgen, dass du hier wegkommst.. Jedoch tut es mir leid, dass ich es dir nicht gesagt habe. Doch wusste ich, dass du es nicht für gut heißt und es mir ausreden oder verboten hättest. Doch der Gedanke daran, dich hier ohne irgendwas zurückzulassen, wenn ich wieder in meiner Welt bin, fühlte sich einfach nur falsch an und ich wollte einfach, dass es dir gut geht, auch wenn ich nicht mehr da bin.“

Gerührt von seinen Worten, schluckt sie ihren Klos im Hals herunter, was jedoch wenig bringt und merken, wie ihre Augen feucht werden und ihr die ersten Tränen kommen.

„Warum?“, hauchen und ihn durch den Tränenschleier anschauen.

„Warum was?“

„Warum hast du das für mich getan? Du kennst mich gerade einmal eine Woche und doch, hast du in dieser Zeit mehr für mich getan, als alle Menschen zusammen, die ich seit Jahren kenne. Dich sogar in Gefahr gebracht. Also warum Penguin?“

Ihn durch ihre Tränen anschauen und hören, wie er schwer seufzt, bevor er zu einer Antwort ansetzt, sie jedoch davor auf seinen Schoss ziehen und festhalten.

„Warum hast du mir geholfen? Obwohl es dir selber nicht gut geht. Oder warum hast du mich in der ersten Nacht nicht herausgeschmissen, als du erfahren hast, dass ich ein Mensch bin? Mir sogar Kleidung gekauft, obwohl du kaum Geld hast um dir etwas zu essen zu kaufen. Weißt du Katie, ich tue dies gewiss nicht aus reiner Hilfsbereitschaft, so bin ich nicht. Doch manchmal bedarf es einfach keinen Grund jemanden zu helfen. Genau wie du mir grundlos geholfen hast, als du es konntest, tue ich es ebenfalls. Die Antwort auf deine Frage ist also, dass ich dir Helfe, weil ich es kann und will, aus keinem anderen Grund.“

Und kaum hat er zu Ende gesprochen, kann sie es nicht mehr halten und ihr entweicht ein leises schluchzen, gefolgt von den ersten Tränen. Worauf sie spürt, wie er sie noch etwas näher an sich zieht und ihr Kopf dabei auf seiner Brust zu Ruhe kommt.

„Ich ... ich versteh das alles nicht. Ich ... nie hat jemand ... geholfen. Immer ..., keiner mag mich. Ich ... das gar nicht wert. Ich ... ich ...“, entkommt es ihr stockend und immer wieder von Schluchzern unterbrochen, und sich dabei in sein Shirt krallen, während er ihr sanft über den Rücken streichelt. Sie hält und einfach nur da ist und allein das ist mehr, als was irgendjemand in den letzten Jahren je für sie getan hat.
 

*
 

Über Katies Schulter schauen, welche sich wieder so weit beruhigt hat, dass sie nicht mehr weint und mittlerweile mit der Kiste auf ihrem Schoss, mit ihrem Rücken an seiner Brust gelehnt vor ihm sitzt und mit einem letzten tiefen Atemzug, diese öffnet. Und pfeifend die Luft einzieht, als sie sieht, was sich dort drin befindet.

„Und das alles, hast du in nur einer Woche besorgt?“

„Hmm, keine Ahnung wie viel es ist, doch der Kerl dem ich das Samtsäckchen geklaut habe, hatte davor einen ordentlichen Haufen reingetan.“

„Du meinst das?“, will sie wissen und jenes aus der Kiste nehmen und die Kordel aufziehen.

„Hmm, war echt ein seltsamer Kerl, aber mochte Katzen und hat mich nach Strich und Faden verwöhnt. Jedenfalls bis ihm das geklaut habe.“

„Kann ich mir Vorstellen“, murmelt sie und damit den Inhalt zu Tage fördern und welcher nicht nur sie schlecht schauen lässt, sondern ihn auch.

„Also, damit habe ich jetzt nicht gerechnet“, sagen und neben dem Geldbündel an hundert Dollar Scheinen, auf den grünen, etwa zwei Zentimeter großen Smaragd schauen, welcher glänzend in Katies Handfläche liegt.

„Wie schön, aber der Muss ein Vermögen wert sein.“

„Wahrscheinlich“, zustimmen und von dem Smaragd zu dem Bündel Geldscheine schauen. Interessiert ihn gerade mehr, wie viel das ist und ob sie damit hier wegziehen kann. Zumal es nicht das einzige Bündel ist, welches er ja geklaut hat. Befinden sich in der Kiste noch vier weitere, wenn auch nicht in hundert Dollarscheinen, sondern mit fünfziger.

Doch hofft er, dass er ihr damit helfen kann.

„Was meinst du, wie viel Geld das ist?“, lenkt er auf dieses, worauf Katie den Stein zurück in das Samtsäckchen tut und sich den Bündeln widmet.

„Hmm gute Frage, müsste ich Zählen.“

„Dann mach das. Wenn es reicht, wirst du heute noch von hier verschwinden, klar.“

Auf seine Aussage hin ihren Blick sehen, mit dem sie ihn über ihre Schulter anschaut und in welchen er so etwas wie Furcht, aber auch Nervosität sehen kann und seinen Kopf auf ihrer Schulter ablegen und seine Arme, welcher er um ihre Mitte geschlungen hat, noch etwas festigen. Spüren, wie sie sich im ersten Moment anspannt, dann jedoch mit einem Seufzen wieder lockerer wird, jedoch nicht verhindern kann, dass ihr Wangen rot werden und was ihm ein schiefes Grinsen entlockt.

Hat er in den letzten Tagen dies immer wieder bei ihr gesehen und gefallen daran gefunden, auch wenn er sich fragt, ob es daher kommt, dass sie so gänzlich unerfahren ist oder es an ihm direkt liegt.

Wobei er hofft, dass es Ersteres ist. Würde alles andere die Situation zwischen ihnen nur noch verkomplizieren, doch bezweifelt er ebenfalls, dass Katie es ihm sagen könnte, selbst wenn sie es tun würde.

Nicht wenn er sich ihre Reaktionen teilweise anschaut, wenn sie wie jetzt, so reagiert. Sagt ihm dies nur, was er schon vermutet. Nämlich, dass sie es selber nicht weiß.

„Das sind ... ich kann es kaum sagen, weil ich es nicht glaube, doch alles zusammen sind es etwas über fünfunddreizigtausend Dollar“, wird er von Katie aus seinen Gedanken geholt, worauf er ihren geschockten Gesichtsausdruck sehen kann und wie sie auf das viele Geld blickt.

„Das reicht das du die nächsten Monate auskommst, oder?“

Sich da nicht so sicher sein. Fehlt ihm immer noch der Überblick, was hier wie viel kostet und welcher der Scheine, wie viel nun genau Wert ist. Doch an ihrem Nicken spüren, dass dem scheinbar so ist.

„Und ob das reicht. Das verdienen manche Leute in einem Jahr. Also ja ...“, klärt sie ihn auf, sich dabei soweit umdrehen, wie es seine Umarmung es zulässt, und er ihr in die Augen schauen kann und so etwas wie Hoffnung in diesen erkennen können.

„Dann ziehst du heute noch in ein Hotel?“

„Hmm, sollte ich, doch da ich keine Ahnung habe, wo das nächste ist und wo Haustiere erlaubt sind, muss ich erst etwas anderes besorgen und mich Informieren. Aber ich denke, morgen, allerspätestens Montag können wir hier weg.“

Zwar mit einer anderen Antwort gehofft haben, doch sie in diesem Punkt verstehen, nickt er sachte.

„Dann komm. Was auch immer du besorgen musst, sollten wir jetzt machen. Noch ist es hell draußen und es regnet gerade nicht. Und ich habe mich auch noch nicht wieder in eine Katze verwandelt, wo ich hoffe, dass das auch jetzt so bleibt.“

Hat er mittlerweile genug von dem Katzenkörper und gefällt es ihm so, deutlich besser.

„Das hoffe ich auch. Die wenige Zeit und dann mitten in der Nacht, wo wir uns unterhalten können, nerven schon etwas. Zumal wäre es schön, wieder eine Nacht durchschlafen zu können“, gesteht sie ihm, dabei ihn entschuldigend anschauen.

„Glaub ich dir. Und jetzt komm“, sagen und sie damit zum Aufstehen drängen, in dem er die Umarmung löst und anstalten macht Aufstehen zu wollen.

Will er dies alles so schnell wie möglich hinter sie bringen und desto eher sie von hier wegkommen, desto besser. Und auch bei Katie eine gewisse Vorfreude und Erleichterung sehen können, wenn auch mit Furcht vor dem Kommenden gepaart und daher ihre Hand in seiner nehmen. Ihr damit sagen, dass sie diesen Schritt nicht alleine machen muss.
 

*
 

Entspannt und die Armen hinter den Kopf verschränkt, sitze er neben Katie auf ihrer Matratze an die Wand angelehnt und beobachtet die Kleine, welche konzentriert auf diesen Laptop, wie sie es nannte, am Tippen ist.

Und welchen sie ihr eben besorgt haben, zwar gebraucht, doch würde ihr das für die paar Sachen, die sie daran macht, reichen. Auch wenn er nicht weiß, wie dieses Ding ihnen Helfen soll, ein Hotel zu finden, doch überlasst und vertraut er in diesen Dingen Katie voll und ganz.

Und während er sie so betrachtet, wieder einmal bewusst werden, wie dünn sie eigentlich ist und was er jetzt, wo er es kann, definitiv ändern wird. Und damit einen der Chips zur Hand nehmen, die sie heute morgen mitgebracht hat und ihr vor dem Mund halten, worauf sie ihn mit hochgezogener Augenbraue angeschaut.

„Schön aufmachen. Jetzt wo es geht, werde ich dafür sorgen, dass du etwas auf die Rippen bekommst. Immerhin wollen Männer keine Knochen unter sich liegen habe, also sag schön a“, sagen und zu grinsen anfange, als er sieht, wie sie Rot wird und beschämt seinen Blick auszuweichen versucht, als ihr klar wird, was er damit gemeint hat.

„Muss dir doch nicht peinlich sein“, versucht er ihr es etwas einfacher zu machen, doch wenn er sich ihren Blick so anschaut, scheint es genau das Gegenteil bewirkt zu haben und sie wird, wenn das überhaupt möglich ist, noch etwas röter.

„Ich ... ich hatte noch nie ...“

„Was nicht ist, kann ja noch werden. Und damit das auch so kommt, schön den Mund aufmachen“, und ihr damit den Chip gegen die Lippen drücken, welche sich wirklich nach wenigen Sekunden ein Stück öffnen. Nicht ohne, dass sie peinlich berührt ihren Blick senkt.

Zufrieden grinsen, steckt er sich ebenfalls selber einen in den Mund, ehe er auf den Bildschirm des Laptops zeigt und mit vollem Mund fragt, was sie da überhaupt tut. Und sie damit wunderbar ablenken.

„Nach einem Motel suchen, was in fragen kommt. Es sollte nicht zu weit von der Schule entfernt sein und Haustiere erlauben.“

„Und schon was gefunden?“

„Hmm“, stimmt sie zu und zeigt ihm Bilder von einem, wo die einzelnen Zimmer aus einem Wohn-Schlafraum mit Kochnische bestehen und eigenem kleinen Bad mit Wanne.

„Sieht doch nicht schlecht aus. Und wann willst du da einziehen?“

Wäre es im ja am liebsten, wenn sie gleich sofort losgehen. Jetzt wo sie weiß, wo eines ist, doch an ihrem Blick sieht er, dass sie genau damit zu hadern hat.

„Dachte direkt morgenfrüh. Dann habe ich noch Zeit und kann hier in Ruhe alles regeln.“

„Verstehe, also gut. Dann hoffen wir, dass es bis morgen ruhig bleibt.“

„Das hoffe ich auch“, stimmt sie ihm mit einem Gähnen zu.

„Müde?“

„Hmm, etwas.“

„Dann leg dich doch etwas hin. Oder hast du heute noch etwas vor?“

„Abgesehen von meinen Sachen packen, nein. Und das kann ich auch später tun“, stimmt sie mehr oder weniger zu und betrachtet dann die Fläche neben ihm und welche so schmal ist, dass sie sich zwangsläufig berühren werden und ihr zögern sehen. Wenn auch nur für einen Augenblick, ehe sie sich neben ihm hinlegt.

„Wenn dich die Nähe stört, kann ich mich auch wo anders hinsetzten“, ihr vorschlagen und auf sie herunterschauen und ihr Ertapptes zusammenzucken sehen, aber auch spüren.

„Nein ... das ist es nicht. Ich ... ich weiß auch nicht. Ich meine, wenn du eine Katze bist, stört es mich doch auch nicht, genau wie eben, doch ...“, versucht sie das in Worte zu fassen, was er vor ein paar Stunden festgestellt hat und leise seufzen.

„Doch als Mensch mache ich dich nervös. Habe ich recht?“, hilft er ihr etwas und sieht, ihre roten Wangen und das zaghafte nicken.

„Hmm, entschuldige. Es ist nicht so, dass ich bedenken habe, nur ... ich weiß auch nicht.“

„Verstehe schon und ich denke, das ist normal. Den die einzige Form von Körperkontakt, die du die letzten Jahre hattest, war in Form von Gewalt und dann komme plötzlich ich daher, der dich in den Arm nimmt, dich streichelt und krault, dass du da überfordert bist und erst damit umzugehen lernen musst, ist verständlich. Und wenn es dir unangenehm ist, kann ich es auch sein lassen und ...“

„Nein! Nein das ... es ist mir nicht unangenehm, nur ...“, unterbricht sie ihn und ihre Überforderung regelrecht ansehen, während sie krampfhaft versucht, ihre Gefühle in Worte zu fassen.

Und ihr die Zeit lassen, wartet er ab, ob sie noch etwas sagt.

Doch anstelle dieser, legt sie sich neben ihm hin, ihren Kopf dabei auf seinen Bauch ablegen und was ihn doch im ersten Moment überrascht. Damit hätte er jetzt am wenigstens gerechnet, doch stört es ihn nun wirklich nicht.

„Es ist mir nicht unangenehm“, hört er sie noch leise sagen, bevor sie ihre Augen schließt.

Zu Lächeln anfangen, als er das hört, fängt er sanft an über ihren Rücken zu kraulen und spürt, wie sie noch etwas näher an ihn rückt.

Tag 10 - Sonntag
 

Mit Penguin auf ihrem Kopf, welcher sie in den Morgenstunden zu ihrer beiden Missfallen, wieder in eine Katze zurückverwandelt hat und einer Tragetasche in der Hand schaut sie sich ein letztes Mal in ihrem Zimmer um.

Sichergehen, dass sie nichts Wichtiges vergessen hat. Doch befindet sich die Kiste mit dem Geld und den wenigen Dingen, die sie noch von ihrer Mutter hat, in der Tragetasche. Ebenso Penguins Kleidung und ihre Schulunterlagen. Alles andere, würde sie sich neu kaufen müssen.

„Sollen wir dann?“, unnötiger weiße fragen und Penguins Maunzen hören und damit ihr Zimmer und wenige Sekunden später, die Wohnung verlassen.

Und mit dem Klicken der Tür, welche ins Schloss fällt, diesen Teil ihres Lebens für immer hinter sich lassen und damit die sieben Etagen zum letzten Mal herunterlaufen.

Und mit jedem weiteren Schritt merken, wie eine unglaubliche Last von ihren Schultern abfällt, von der sie nicht einmal wusste, sie überhaupt zu tragen.

„Ich habe mich noch gar nicht bei dir bedankt, Penguin. Und damit meine ich nicht nur, dass du da bist. Für mich da bist, sondern, dass du mir diese Chance verschaffst und mir klar gemacht hast, dass ich sie ergreifen muss. Also Danke“, bedankt sie sich bei dem Kater, welcher auf ihre Worte hin zu Schnurren angefangen hat und damit das Grundstück, auf dem die Plattenbauten stehen, endgültig verlassen und den Weg zur nächsten Bushaltestelle einschlagen.
 

*
 

„Da wären wir also“, murmeln und das Motel von der anderen Straßenseite aus betrachten, dass sie sich ausgesucht hat.

Eines der wenigen, die in der Nähe ihrer Schule ist und nicht so heruntergekommen, dass sie Angst haben muss, Tür an Tür zu einem Serienmörder zu wohnen. Aber auch nicht so gut, dass man Fragen stellen wird, warum eine Minderjährige und ihre Katze für mehrere Wochen, ein Zimmer nehmen. Also irgendwas dazwischen und was schon eine Herausforderung war, es zu finden. Zumal es auch Haustiere erlauben muss und eine Möglichkeit zum Kochen bietet. Denn jetzt wo sie es sich endlich Leisten kann, würde sie das auch tun wollen. Denn, genau wie Penguin gestern schon angedeutet hat, ist sie viel zu dünn und endlich etwas dagegen unternehmen wollen.

„Dann wollen wir doch mal, oder?“, und gar nicht erst auf eine Antwort abwarten, geht sie über die Straße und schlägt den Weg zum Büro ein, um sich anzumelden.

Die Glastür dessen Öffnen und worauf ein Glöckchen über ihr ertönt, schaut sie sich in dem kleinen, verqualmten Raum um und geht zu der älteren Frau hinter dem Tresen, welcher mit einer Zigarette im Mundwinkel, auf einen kleinen Fernseher schaut.

„Hallo“, sagen und sehen, wie sehr es der Alten missfällt, sich von ihrer Sendung ab und ihr zuzuwenden, und sie sichtlich genervt anschauen.

„Was willst du Mädchen?“, brummt diese und ihr dabei den Qualm entgegen pusten.

Sich davon nicht einschüchtern lassen, nennt sie ihr anliegen, dass sie ein Zimmer braucht.

„Hmm, ich frag erst gar nicht warum. Nur schlepp mir nicht die Bullen ins Haus, verstanden?“

„Verstanden.“

„Na wenigstens scheinst du nicht so dumm zu sein, wie du ausschaust. Also, was für ein Zimmer willst du? Einzel, Doppel, mit oder ohne Küche und für wie lange?“

„Ähm, was würde den ein Doppel mit Küche für vier Wochen kosten?“

„Hmm, achtzig Doller pro Tag. Einzel mit Küche sechzig. Also was ist nun?“

„Dann nehme ich das Doppel mit Küche, erst einmal für vier Wochen. Und ich würde in Bar bezahlen.“

„Okay schon verstanden. Bist wohl eine, die weiß, was sie will, schön, schön. Wenn dein Vieh da auf deinem Kopf, etwas kaputt macht, ersetzt du es mir, verstanden? Das macht dann zweitausend zweihundert und vierzig Dollar. Brauchst ne Quittung?“

„Nein, brauche ich nicht und danke.“

„Schon gut, hier ist der Schlüssel. Die Putzfrau kommt einmal in der Woche. Es ist in der zweiten Etage, ganz hinten. Und jetzt verzieh dich.“

Sich nicht erklären können warum, doch auch wenn die Alte vor ihr, eine doch eher ruppige Art besitzt und von Freundlichkeit auch noch nie viel gehört hat, findet sie diese auf seltsame Art und Weise sympathisch.

„Danke und bis irgendwann“, sich verabschieden und den Schlüssel an sich nehmen und damit wieder nach draußen treten und erst einmal tief Luft holen. Hat sie es noch nie verstanden, wie man sich mit diesen qualmenden Dinger zupesten kann.

„Das war doch mal Interessant“, wendet sie sich an Penguin, welcher bisher ruhig auf ihrem Kopf gesessen ist und nun zustimmend maunzt, während sie die Außentreppe hochgeht und nach ihrem Zimmer aus schau hält.

„Das dort muss es sein“, und damit die Schlüsselnummer, mit der an der Tür vergleichen und als diese identisch sind, die Tür aufsperren und in den Raum hineingehen.

Und sich in ihrem zu Hause auf Zeit, umschauen.

Dabei die kleine Kochecke betrachten, welche sich zu ihrer Rechten befindet und den Esstisch mit seinen zwei Stühlen und natürlich das Doppelbett, am Ende des Raumes und der dazu passende Kleiderschrank.

Und sagen können, dass es ihr gefällt, aber das würde es wohl jedem, wenn man jahrelang so gelebt hat wie sie.

„Na was sagst du? Hier sollten wir es aushalten, oder?“, wendet sie sich an Penguin, welcher mittlerweile von ihrem Kopf heruntergesprungen ist und sich neugierig umschaut.

„Denke ich auch“, gibt sie ihm auf seinen Blick antwort, ihren Rucksack auf einen der Stühle abstellen und zum Bett herübergehen und über dessen lila farbige Tagesdecke streichen. Dabei überlegen, wann sie das letzte Mal in einem richtigen Bett geschlafen hat und sich vorsichtig, auf die Matratze setzen, welche eine angenehme Härte hat. Sich mit einem Lächeln nach hinten fallen lassen, breitet sie ihre Arme aus und spürt, wie Erleichterung durch ihren Körper strömt. Erleichtert darüber, es doch gemacht zu haben, jetzt hier zu sein und damit frei. Frei von ihrem Vater, fei von dem Druck, irgendwie Geld zusammenzubekommen, um mit achtzehn ausziehen zu können. Einfach nur frei.

Spüren, wie Penguin auf ihren Bauch klettert und sich dort lang hinlegt, fängt sie an, ihm über den Rücken zu streicheln, und erhält ein zufriedenes schnurren.

„Gleich mal schauen, wo hier ein Wallmarkt oder Superstore ist. Immerhin besitze ich außer das, was ich anhabe, keine Kleidung mehr und du brauchst auch etwas vernünftiges. Allein schon für den Fall, dass du dich noch einmal tagsüber zurückverwandelst. Dann kannst du nicht nur im Shirt draußen herumrennen. Und noch etliche andere Dinge“, murmelt sie und sich wieder ein Stück aufrichten, worauf er in ihrem Schoss rutscht.

„Willst du dann mit?“, von ihm wissen wollen und sein nicken sehen, während er sich an ihren Bauch reibt.

„Schön, aber zu erst, werde ich mir jetzt noch das Badezimmer anschauen. Ich will mit eigenen Augen die Badewanne sehen, welche ich dann heute Abend ausprobieren werde“, grinst sie den Piraten an, welcher es ihr gleichtut und damit von ihr herunterklettert.
 

*
 

Vor dem großen Wallmarkt stehen, welcher ganze drei Block vom Motel entfernt ist und später eine Busverbindung heraussuchen, laufen wollte sie das Stück jetzt nicht jedes Mal, erst recht nicht mit einer schweren Tasche voll mit Lebensmitteln und Getränken.

„Das nenne ich mal einen großen Laden“, murmeln und in dem sie nun, notgedrungen, ein kleines Vermögen, jedenfalls für sie, ausgeben wird. Und auch wenn sie sich wahrscheinlich gleich auf den Arsch setzen wird, wenn sie an der Kasse steht und die Endsumme sieht, bereitet sich eine gewisse Vorfreude in ihr aus. Immerhin hat sie so noch nie Einkaufen gehen können. So, wo es nicht auf jeden Penny ankommt und es egal ist, wenn das Kilo Äpfel nicht zwei Dollar, sondern vier kostet. Und nicht nur, dass sie alles an Kleidung neu braucht, braucht sie auch einen neuen Rucksack und von ihren Schuhen gar nicht anfangen wollen. Dazu noch alles andere, wie Shampoo und Zahnbürste, aber auch Lebensmittel. Und damit sich einen der Einkaufswagen nehmen und den Laden betreten, während Penguin in ihrem Nacken versteckt liegt und leise am Schnurren ist. Hoffen, dass keiner den Kater sieht, würde das nur ärger geben. Im schlimmsten Fall, sogar Hausverbot.

„Ich denke, ich fange mit der Kleidung und allem anderen Dingen an und zum Schluss die Lebensmittel, oder?“, flüstert sie leise vor sich her und Penguins Bewegung daraufhin spüren.

„Hmm, denke so ist es am sinnvollsten. Na gut, dann schauen wir doch mal, wo in diesem Kasten was ist“, und damit in den ersten Gang einbiegen und die vielen Dinge betrachten, die in den Regalen ausgestellt sind. Und auch wenn sie sich eine Liste geschrieben hat, mit Sachen, die sie kaufen muss, kommt sie nicht drumherum, sich das ein oder andere Teil anzuschauen. Sich jedoch immer wieder ermahnen, dass sie jetzt nicht mit dem Geld um sich schmeißen braucht. Immerhin muss es einige Monate halten, wenn sie nicht will, dass Penguin wieder los geht, auch wenn sie ihn nicht davon abhalten kann.
 

*
 

Fertig von dem langen Tag, welcher aus zwei größeren Einkaufstouren bestand, hätte sie nie alles alleine zum Motel zurücktragen können, genießt sie nun das heiße Wasser in der Wanne. Spürt das leichte Prickeln des Schaumes auf ihrem Körper und welcher einen ganz leichten Lavendel Duft besitzt und einfach nicht fehlen durfte. Auch wenn sie im ersten Moment echt erschrocken war, als sie gesehen hat, dass eine Falsche davon knapp acht Dollar kostet, doch als sie Penguins Fauchen gehört hat, hat sie dies ignoriert und eine davon in den Einkaufswagen getan.

Und es nicht bereuen, auch wenn sie sich vornimmt, sparsam damit umzugehen, immerhin wird Penguin ihr nicht immer, so viel Geld beschaffen können. Und mit einem entspannten Seufzen sich nach hinten lehnen und ihre Augen schließen.

Will sie jetzt einfach nur genießen und entspannen. Denn, nicht sagen können, wie lange sie sich so ein heißes Bad schon gewünscht hat und dass sie dies nun zu jeder Zeit haben kann, erst einmal verstehen. Hat sich ihr Leben innerhalb weniger Tage um hundertachtzig Grad gedreht. Nicht nur, dass sie ab jetzt nicht mehr hungrig ins Bett gehen muss, hat sie auch ein paar neue Klamotten, die nicht zum zehnten Mal geflickt sind, und sie braucht auch keine Angst mehr davor haben, dass ihr Vater ihr plötzlich gegenübersteht.

Doch das Beste ist, dass Penguin bei ihr ist und wohl nicht so schnell verschwinden wird und welcher in seiner Katzenform auf dem Bett liegt und fernsieht.

Es ebenfalls genießt, wie es jetzt ist und was sie im Grunde nur ihm zu verdanken hat.

Immerhin konnte sie sich heute einen weiteren keinen Wunsch erfüllen, welcher tief in ihr geschlummert hat und dabei aus der offnen Tür in den Hauptraum schauen und ihr erstes Kleid am Kleiderschrank hängen sehen.

Hat sie sich damals, wenn sie allein in ihrem kalten Zimmer, auf der stinkenden Matratze gelegen hat, vorgestellt, wie es wäre, so ein schönes Sommerkleid zu tragen, während ihre Haare, ihr in langen Wellen über den Rücken fällt und von der Sonne zum Leuchten gebracht wird. Und dass diese Vorstellung, mit diesem Kleid, angefangen hat, gestallt anzunehmen, lässt sie vergnügt Quicken. Es einfach noch nicht so echt glauben können und als sie ein Maunzen hört und Penguin sieht, welcher mit fragendem Blick und schief gelegten Kopf im Türrahmen steht, fängt sie breit an zu lächeln.

„Ich freue mich einfach nur“, erklären, worauf er ebenfalls grinst und sich dann wieder aus dem Badezimmer entfernt und auch sie sollte langsam aus dem Wasser. Auch wenn sie noch gut eine Stunde hier verweilen könnte, doch wird ihre Haut schon ganz schrumpelig und das Wasser langsam kalt. Und damit seufzend aus der Wanne steigen und sich in den Bademantel, den sie sich unteranderem gekauft hat, wickeln.

Ihre Haare mit einem Handtuch trocken rubbeln, so kurz wie diese aktuell noch sind, reicht das völlig, geht sie zurück in den Hauptraum und lässt sich neben Penguin aufs Bett fallen, so dass dieser vor ihr liegt und sie ihm ohne Probleme streicheln kann.

Während dessen Blick auf den Fernseher gerichtet ist und er gespannt die Serie verfolgt, die dort gerade gezeigt wird.

„Was schaust du dir da an? Sieht mir nach einer Sitcom aus. Und ist sie gut?“

Sein zustimmendes Maunzen hören, verfolgt sie diese ein wenig und gibt ihm in Gedanken recht, auch wenn sie immer wieder mit ihren Gedanken abschweift und sich schlussendlich auf den Rücken drehend hinlegt und einen Arm über ihre Augen platziert. Stört sie das Flackern des Fernsehers gerade etwas, doch will sie ihm auch nicht sein Vergnügen nehmen und schließt daher einfach ihre Augen.

Doch als nach nur wenigen Minuten der Fernseher verstummt und sie spürt, wie er auf ihren Bauch klettert, nimmt sie ihren Arm wieder weg und blickt in seine blauen Augen, welche sie fragend anschauen.

„Ich denke nur nach ...“, murmeln und anfangen, ihm über den Rücken zu streicheln.

Allerdings an seinem Blick sehen, dass ihm das nicht reicht und er wissen will, woran, worauf sie leise seufzt und von ihm zur Decke schaut.

„Ich überlege, was ich nach der Schule machen soll. Dank dir habe ich einige Möglichkeiten mehr, ich könnte mir zwar sofort einen Job suchen ... aber als ungelernte Kraft, würde ich gerade so viel verdienen, dass ich nicht verhungere. Daher habe ich mir überlegt, ob ich mich nicht in ein Communitycollege einschreibe. Das würde jedoch bedeuten, dass ich tagsüber im College bin und abends arbeiten muss. Zwar ist es deutlich günstiger als eine Uni, doch immer noch teuer genug. Na ja, Dinge halt. Keine Ahnung ob es so etwas auch in deiner Welt gibt, aber manchmal würde ich mir schon wünschen, das alles etwas einfacher wäre. Aber ich will dich auch nicht damit langweilen.“

Merken, wie er nach ihrem letzten Satz sich erhebt und über ihre Brust hoch zu ihrem Gesicht läuft, so dass er von oben auf sie herunter schaut und sachte seinen Kopf schüttelt. Ihr wohl damit sagen will, dass dem nicht so ist, worauf sie eine ihrer Augenbrauen hebt und ihn skeptisch anschaut. Besonders als ihr Teile seiner Erzählungen über seine Welt wieder einfallen und was es dort für außergewöhnliche Dinge gibt. Dinge, die sich die wenigsten von ihnen hier überhaupt vorstellen können.

„Du willst mir jetzt echt nicht weiß machen, dass das nicht langweilig ist? Sogar ich finde das langweilig. Weißt du, als Kind habe ich mir immer vorgestellt, auf Abenteuer zu gehen, die Welt zu bereisen. Fremde Länder und Menschen kennenzulernen und Gegenenden zu erkunden, wo vorher noch nie ein Mensch war. Aber das gibt es hier nicht mehr wirklich. So lange ich nicht in den tiefsten Dschungel gehe, war an so gut wie jedem Punkt auf der Erde schon jemand.“

Und bei ihrer Erzählung merken, dass sie sich immer ein Leben gewünscht hat, wie Penguin und die Piraten es in seiner Welt führen. Nur vielleicht ohne das ums Überleben kämpfen, mit anderen Piraten oder der Marine, aber der Rest ... und bei der Erkenntnis tief und schwer seufzen, während sie dem Kater weiter den Nacken krault. Und worauf ihr ein Gedanke kommt, der so verrückt und abwegig ist, dass sie sich kaum traut, ihn zu Ende zu denken, doch tief in sich fühlen, dass es das sein könnte, wenn es nicht sogar genau das ist, was sie immer wollte.
 

*
 

Noch lange über Katies Worte nachgedacht haben, besonders über den Teil, wie sie sich ihr Erwachsenenleben als Kind vorgestellt hat und wie sehr ihre Augen auf einmal angefangen haben zu strahlen. Wie glücklich und zufrieden sie bei dieser Vorstellung ausgesehen hat. Wobei ihm nicht die Paralleln zu seiner eigenen Welt und Lebensweise entgangen sind und worauf ihm für eine Sekunde ein Gedanke gekommen ist, welchen er jedoch sofort wieder verworfen hat. Würde dies gewiss nicht gehen und ob es in ihrem Sinne ist, mag er zu bezweifeln. Sind Vorstellung und Realität dann doch zwei völlig andere Dinge, auch wenn etwas in ihm, sich dies wünschen würde.

Seufzend durch seine Haare streichen, da ihn seine eigenen Gedanken und Gefühle verwirren, schaut er auf das schlafende Mädchen und spürt, wie seine Wangen warm werden, als diese sich auf den Rücken dreht und ihr Bademantel, welcher eh schon die ganze Zeit über, nur notdürftig geschlossen war, sich endgültig verabschiedet und ihm einen Blick gewährt, der ihr gewiss nicht recht ist. Daher schluckend, nach der Bettdecke greifen, legt er diese über sie drüber, worauf sie jedoch erwacht und blinzelnd ihre Augen öffnet und zu Lächeln anfängt, als sich ihre Blicke begegnen.

„Na schlafmütze, ausgeschlafen?“

„Hmm, warum hast du mich nicht geweckt, als du dich verwandelt hast?“

„Weil du den Schlaf dringend gebraucht hast. Und jetzt bist du ja eh wach“, sagen und sich zu ihr auf die Matratze setzten, worauf sie sich langsam aufrichtet, nicht ohne ihren Bademantel zu richten, worüber er mehr als froh ist.

„Verstehe. Und eine Idee, was wir machen können?“

Auf ihre Frage hin sofort mehrere Dinge im Kopf haben die sie machen können, ausgelöst durch den Einblick gerade, doch bezweifelt er, dass ihr auch nur eine davon zusagen würde, worauf er seinen Kopf schüttelt und sich leise räuspert, als er merkt, wie seine Wangen und Ohren warm werden.

„Nein, aber was hältst du davon, wenn wir einen kleinen Nachtspaziergang machen. Vielleicht fällt uns dabei etwas ein“, und kann er die Abkühlung, an der frischen Luft gerade ganz gut gebrauchen. Und als sie nach kurzem Nachdenken zustimmt und meint, sie müsste sie nur eben was anziehen, doch dann könnten sie los, atmet er erleichtert auf und tut es ihr gleich.

Murmelnd und langsam aus dem Schlaf erwachen, als ihr ein verdammt guter Geruch in die Nase strömt, öffnet sie blinzelnd ihre Augen und setzt sich verschlafen auf. Sich in dem Zimmer umschauen, als sie Penguin nicht neben sich liegen sieht, hört sie ein leises Klackern und schaut rüber zur Kochecke und sieht den Piraten dort hantieren.

„Hmm morgen“, nuscheln und mit einem Blick auf ihren Wecker feststellen, das es gerade einmal halb fünf ist und was auch erklärt, warum er noch ein Mensch ist.

„Oh du bist wach. Ich habe dich aber jetzt nicht geweckt oder?“

Gähnend ihren Kopf schütteln, steht sie langsam vom Bett auf und geht mit tapsigen Schritten zu ihm herüber, wissen wollen, was er um diese Uhrzeit in der Küche macht. Und als sie sieht, was hier so gut riecht, zieht sie überrascht eine Augenbraue hoch.

„Hast du das alles etwa selber gemacht?“, erstaunt Fragen und dabei auf die Croissants, Blaubeerpancakes, gekochte Eier und den Speck schauen, welchen er gerade aus der Pfanne nimmt.

„Hmm, natürlich. Oder siehst du hier noch jemanden, außer mir?“

„Was? Nein natürlich nicht. Aber ich wusste gar nicht, dass du Kochen kannst.“

„Du weißt so einiges noch nicht von mir“, gibt er ihr mit seinem schiefen Grinsen antwort und schiebt sie dann, zum Esstisch und drückt sie auf einen der Stühle.

„Hm, schon. Doch was soll das ganze?“, sich beim besten Willen keinen Grund erklären können, warum er so ein Frühstück auffahren sollte.

„Braucht es einen Grund? Mir war danach und da heute der erste ganze Tag in deinem neuem Leben ist, dachte ich, dass wir den mit einem gemeinsamen Frühstück beginnen. Bevor ich zu einer Katze werde.“

Sich auf ihre Unterlippe beißen, als sie Penguins Erklärung hört und die Gefühle in ihrem Inneren nicht benennen können, welche sich jedoch verdammt gut anfühlen und ihr fast schon warm im inneren wird, schaut sie einfach nur zum ihm rauf, in seine blauen Augen und was sein schiefes Grinsen noch breiter werden lässt.

„Jetzt schau nicht so, als hätte ich dir meine Liebe gestanden. Es ist nur ein Frühstück und welches noch kalt wird, wenn wir nicht bald anfangen.“

Auf seine Worte merken, wie ihr Gesicht und Ohren heiß werden, wendet sie sich von dem leise lachenden Piraten ab und schaut beschämt auf die Tischplatte vor sich. Merken, wie ihr Herz ihr bis zum Hals schlägt, als mit einem Mal ein vollbeladener Teller mit von allem etwas, in ihr Blickfeld geschoben wird.

Mit großen Augen auf die Menge an Essen schauen, ehe sie zu Penguin blickt, welcher schon wieder in der Kochecke steht und in einer Hand die Kaffeekanne und in der anderen eine Packung Saft hält.

„Kaffee oder Orangensaft?“, auf ihren Blick wissen wollen, worauf sie im ersten Moment keine Antwort weiß.

Hat sie noch nie Kaffee getrunken und entscheidet sich daher für den Saft. Könnte sie ja immer noch bei Penguin probieren, sollte sie dies wollen. Und worauf er ihr wenige Sekunden später, ein Glas mit diesen ihr hinstellt und sich dann auf den zweiten Stuhl hinsetzt.

„Dann hoffe ich mal, dass es dir auch schmeckt.“

„Hmm wird es bestimmt. Und vielen Dank hierfür. Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt so ein Frühstück hatte“, murmeln und von dem Blaubeerpancake probieren und erstaunt aufseufzen und Penguin anschauen, welcher bei ihrem Blick, hinter seiner Kaffeetasse am Grinsen ist.

„An deinem Blick sehen können, dass es dir schmeckt. Das freut mich, dann hau ordentlich rein, den Rest kannst du mit zur Schule nehmen und wir essen ihn in der Mittagspause.“

Irritiert von seiner Aussage, stoppt sie in ihrer Bewegung und schaut von unten zu ihm rüber.

„Du kommst heute wieder vorbei?“

„Hmm, immerhin brauchst du noch mehr Geld, wenn du auf dieses Communitycollege willst und in der Ecke gibt es noch genug Typen, die ich nicht besucht habe.“

„Das musst du aber nicht. Die Anmeldegebühr habe ich ja und für den Rest muss ich dann eben selber sorgen.“

„Nichts da, wenn es dir hilft, dass du neben dem Lernen nicht auch noch schauen musst, wie du über die Runden kommst, mache ich das gerne. Denn sonst wärst du nicht viel weiter, als noch vor zwei Tagen. Und jetzt iss.“

Ihm in Gedanken recht geben, würde die Ständige Sorge, ob das Geld reicht, sie ablenken, wo sie besser lernen sollte und damit der Aufforderung nachkommen und einen weiteren bissen vom Pancake nehmen.
 

*
 

Zusammen mit Katie vor dem Eingang des Schulgeländes stehen und dem regen Treiben zusehen, während sie ihm sanft über den Nacken streichelt.

„Weißt du, was ich mir früher oft gewünscht habe, wenn ich mir diesen Kasten angeschaut hab?“, will sie von ihm wissen und worauf er seinen Kopf schüttelt und sie anschaut.

„Ich habe so oft gehofft, das irgendeiner der Idioten im Chemie Unterricht nicht aufpasst und der Laden in die Luft fliegt. Mit den ganzen Arschlöchern, die diese Schule gefördert und gefordert hat. Mit den Lehrern, welche seit Jahren wegschauen und teilweise mitmachen. Mit dem Direktor, dem sein Football Team wichtiger ist, als alle anderen. Einfach dieser verdammte Dreckshaufen. Doch bezweifle ich, dass es an anderen Schulen besser ist. Die Starken gegen die Schwachen. Ein ungeschriebenes gesetzt, an welches sich irgendwie alle halten und das, wo es so viel mehr von den Schwachen gibt, die zusammen so stark sein könnten, würden sie sich nur trauen sich zusammenzutun.“

Überrascht von ihren Worten, schaut er sie von der Seite her an, ehe er seinen Kopf an ihrer Wange reibt und ihr in Gedanken zustimmt. Aber auch wissen, dass es in seiner Welt ähnlich läuft. Die Starken bekämpfen die Schwachen, nur auf eine andere Art als hier. Doch nicht weniger besser.

„Na gut, ich muss rein. Es hat schon das erste Mal geläutet. Wir sehen uns dann zur Mittagspause wieder unter dem Baum?“

Bei ihrer Frage hin nicken, schmickt er sich noch einmal mit seinem Kopf an ihrer Wange und verschwindet dann im Schatten der langsam grün werdenden Bäume. In Gedanken hoffen, dass es heute nicht ganz so schlimm für Katie wird und man sie in Ruhe lässt.

Dabei von einer schrillen Lache aus seinen Gedanken gerissen werden und zu der Person schauen und ein blondes Mädchen sehen, welches mit einem Jungen an der Mauer gelehnt steht und sich küssen.

„Komm schon Saskia, lass uns heute blau machen und etwas spaß haben“, lauscht er dem Gespräch der beiden unfreiwillig und bleibt stehen, als er ihren Namen hört. Und diesen nur zu gut kennt und sich die Kleine noch einmal ganz genau anschauen und feststellen, dass es das Miststück ist, welches Katie quält und leise zu Fauchen anfangen.

Könnte es nicht besser sein, dass er diese gerade hier trifft und sich an die beiden heranschleichen, würde er sich nun für das, was sie Katie immer wieder antun, Rächen. Genau wie er es auch eigentlich für heute vor hatte und damit zum Sprung ansetzen und das Kreischen des Mädchens hören und genießen, als er ihr seine Krallen durchs Gesicht zieht und damit den Spaß beginnen lässt.

.

.

.

Das zwar nicht geplant haben, doch gefällt ihm das Ergebnis ganz gut, sitzt er knapp zwei Stunden später auf einen Balkonsims und schaut auf die Sanitäter runter, welche sich um den Jungen und das Mädchen kümmern.

Wobei eher um das Mädchen, welches heulend ihren Arm hält, während man den Jungen in einem schwarzen Sack packt und welcher damit eindeutig tot ist und was ihm überhaupt nicht leidtut. Im Gegenteil, wäre es nach ihm gegangen, hätte dieser ruhig noch etwas leiden können, bevor er ins Gras beißt. Genau wie sie Katie immer leiden ließen. Und dabei an die Hetzjagd, zurückdenken, welche er die letzten zwei Stunden, mit den beiden veranstaltet hat und die urplötzlich von einem Auto beendet wurden. Und wobei der Junge das meiste des Aufpralls abbekommen hat, andernfalls würde es dem Mädchen wohl bedeuten schlechter gehen. Aber auch so wird sie, Katie nicht mehr so schnell ärgern, nicht bei dem, was er von den Sanitätern so mitbekommen hat, wie es um sie steht. Und was seiner Meinung nach, noch viel zu harmlos ist. Würden ein oder zwei Wochen Bettruhe, den Schaden wieder richten. Doch fürs Erste ist er damit zufrieden und sich von dem Anblick lösen und den Weg entspannt zurück zur Schule gehen. Immerhin ist es gleich schon Mittag und damit Zeit für sein Treffen mit Katie.
 

*
 

Sich immer wieder nach Penguin umschauen, beißt sie in den Blaubeerpancake und seufzt leise auf.

In Gedanken hoffen, dass dem Kleinen bei seiner Tour nichts passiert ist und ihren Blick wieder einmal zu dem Eingangstor schwenken, als sie mit einem Mal zwei Mädchen aus der Unterstufe auf sich zukommen sieht.

Schon mit dem schlimmsten Rechnen und ihr Mittagessen vorsorglich zur Seite stellen, wäre es nicht das erste Mal, dass man ihr das vom Schoss schubst und drauf tritt.

Doch als sie den Piraten vor den beiden Mädchen laufen sieht, traut sie ihren Augen nicht und schaut den Kater mit fragendem Blick an, als dieser bei ihr ankommt und sich auf ihrem Schoss hinlegt.

Nicht wirklich verstehen, was hier gerade los ist, hebt sie ihren Kopf und schaut zu den Mädchen rüber, welcher sie mit unsichern Blicken betrachten.

„Kann ... kann ich was für euch tun?“, wissen wollen, worauf sich die beiden anschauen, zunicken und dann den Abstand etwas verringern.

„Ist ... ist das deine Katze? Er ... er hat uns eben geholfen, als Tim aus der Oberstufe uns angefasst hat und nicht gehen lassen wollte“, erklärt die eine schüchtern und sich dabei ihren, wohl schmerzenden Arm reiben.

„Hmm, sein Name ist Penguin und ja, das sieht ihm ähnlich. Mädchen in Not, hilft er immer gerne. Ähm ich ... ich bin übrigens Katie, aber ... aber das wisst ihr wahrscheinlich schon.“

„Schon, aber so ist es doch besser. Ähm ich bin Emma und das neben mir ist Anne, wir gehen eine Stufe unter dir.“

„Verstehe“, murmeln und plötzlich Penguins spitze Krallen in ihrem Bein spüren, worauf sie zusammenzuckt und auf den Kater herunterschauen, welcher jedoch nur mit dem Kopf zu den Mädchen weißt.

Diese darauf wieder anschauen und überlegen, was sie noch sagen soll, als ihr im Augenwinkel das ganze Essen auffällt und welches sie nie alleine schaffen würde.

„Ähm ... wollt ihr euch vielleicht zu uns setzten. Ich ... ich habe von meinem ähm, einen Freund so viel an Essen mitbekommen, was ich unmöglich alleine schaffe. Also wenn ihr wollt ...“, stammelt sie sich einen ab und spüren, wie ihre Wangen rot werden, als sie sich Penguins Blick bewusst wird und welchen sie fast als ihren Freund bezeichnet hätte.

„Gerne ... aber nur wenn wir nicht stören oder dir was wegessen.“

„Nein gar nicht“, abwinken und dabei etwas zur Seite rutschen, so dass auch die beiden mit auf die Bank passen und ihnen ihre Dose mit den Blaubeerpancakes hinhalten und worauf sich jeder einer der beiden, einen nimmt.

„Oh mein Gott, sind die gut“, hört sie Anne sagen, welche auf ihren aber auch Emmas Blick peinlich berührt ihren Blick senkt und rot wird.

„Hmm sie hat recht, die sind fantastisch“, stimmt auch Emma dem zu, als diese den ersten Bissen probiert hat und spüren, wie Penguin zufrieden auf ihrem Schoss anfängt zu schnurren, worauf sie ihm sanft über den Rücken streichelt.

„Das ist schön“, hauchen und ihren eigenen langsam aufessen, dabei, ehe sie es überhaupt merkt, langsam in ein Gespräch mit den beiden Verfallen. Und zum Ende, als es klingelt und sie sich voneinander verabschieden, hin merken, wie gut es ihr getan hat, mit anderen Mädchen zu sprechen und es sichtlich genießen. Sich wünschen, dass nun öfters mit den beiden machen zu können.

„Danke Penguin“, hauchen, als sie wieder mit dem Kater alleine ist und zu ihm herunterschauen, worauf er ihren Blick erwidert und leicht am Grinsen ist. Wohl ganz genau wissen, was ihr gerade durch den Kopf geht und wie sie sich fühlt.

„Du hast die beiden doch mit Absicht hergeführt, habe ich recht?“

Und bei dieser Annahme, sein nicken sehen und seinen Katzenmund plötzlich auf ihren Lippen fühlen, worauf sie ihre Augen weit öffnet und in die blauen Penguins schaut, welche regelrecht am Strahlen sind.

Mit heißen und roten Wangen ihren Kopf ein Stück zurückziehen und ihre Finger auf ihre Lippen legen, nicht sicher, was das gerade war. Hat er so etwas, noch nie getan und spüren, wie ihr Herzschlag sich beschleunigt.

„Ähm ... das“, nuscheln und merken, wie sehr sie seine Handlung doch verwirrt und daraufhin ihre Augen schließen und tief durchatmen.

„Was hältst du davon, wenn wir gehen? Ich habe eh jetzt eine Freistunde und danach nur noch Sport. Wir können in den Park oder zum Strand“, vorschlagen und sein erfreutes Maunzen hören, dabei wissen, dass sie beide diesen Katzenkuss oder was das auch war, so versuchen zu ignorieren. Würde es auszusprechen, nicht unbedingt besser machen und sich erst einmal klar werden, wie sie diesen deuten soll. Immerhin könnte sie diesen genauso gut, als ihren ersten „Kuss“, ansehen und bei dem Gedanken Penguin betrachten, welche sich ohne sie anzusehen, auf ihre Schulter springt und es sich dort bequem macht.

„Können wir dann?“, und auch ohne eine Antwort, losgehen und das Schulgelände verlassen.
 

*
 

Neben Katie im Sand sitzen und das leise Rauschen des Wassers genießen, linst er immer wieder zu dem Mädchen und welches er eben, aus einem Impuls heraus, irgendwie geküsst hat. Wenn man es so sehen und betrachten will und kann.

Und was scheinbar nicht nur ihm zu denken gibt, sondern auch Katie und welche sich immer wieder mit ihren Fingerspitzen, über ihre Lippen streicht.

Innerlich schwer seufzen und hoffen, nichts damit kaputt gemacht zu haben, legt er ihr seine Pfote aufs Bein und maunzt leise. Will er, dass sie wieder mit ihm spricht und ihn beachtet und an ihrem blinzeln sehen, dass er sie scheinbar aus ihre Gedanken geholt hat.

„Hmm?“, macht sie und schaut ihn mit abwesenden Blick an, worauf er noch einmal maunzt und seinen Kopf an ihrem Bein reibt und erst dann sehen, wie sie ihren Kopf schüttelt und leise seufzt.

„Entschuldige, doch deine Aktion hat mich etwas durcheinander gebracht“, haucht sie mit roten Wangen, worauf er auf ihren Schoss springt und sich auf seine Hinterbeine stellt.

„Es ist in Ordnung, wenn du das machst. Ich werte das nicht als ... als Kuss, dafür müsstest du ja ein Mensch sein, also alles gut“, erklärt sie ihm und dabei schüchtern lächeln, worauf er sich ein Stück nach vorne lehnt und seine Wange an ihrer drückt.

Froh über ihre Worte, denn nicht nur sie hat es verwirrt, sondern auch ihn und ihm zu denken gegeben, ob es etwas bedeutet. Ihm etwas bedeutet und sich da nicht so sicher sein. Nicht wenn er daran zurückdenkt, wie sehr sein Herz geschlagen hat.

„Sollen wir etwas den Strand runtergehen? Soweit ich weiß, gibt es weiter unten ein paar Geschäfte, auch Imbisse, wir könnten uns etwas zu essen besorgen, bevor wir zurück zum Motel fahren.“

Auf Katies vorschlag hin nicken und leise maunzen, worauf er spürt, wie sie ihre Arme und seinen Körper schiebt und dann aufsteht. Und gerade als er sich wie sonst, auf den Weg zu ihrem Nacken zu machen, merkt er, dass sie ihren Griff nicht löst und sie mit fragendem Blick anschauen.

„Bleibt ruhig. So kann ich dich wenigstens streicheln und wiegen tust du ja auch nicht viel.“

Und mit diesen Worten, sich weiter in ihre Arme kuscheln und zu schnurren anfangen, als er ihre Finger in seinem Fell spürt, während sie langsam durch den Sand läuft.

„Weißt du, worüber ich heute nachgedacht habe?“

Seinen Kopf schütteln, betrachtet er den großen See zu ihrer Seite und lauscht ihren ruhigen Worten. Immer wieder neugierig sein, was so in ihrem Kopf, aber vor allem in ihrem Herzen los ist und welche Wünsche sie insgeheim hat und welche er ihr vielleicht sogar erfüllen kann.

„Ich spiele mit dem Gedanken, in Los Angeles auf ein Communitycollege zu gehen. Nicht nur, ist es auf der anderen Seite von Amerika und damit weit von Chicago entfernt, was mir noch einmal eine Art abstand von alldem hier gibt, sondern, dort ist es auch warm. Die Winter hier können verdammt kalt und lang sein. Hinzukommt, dass das Meer direkt angrenzt und ... und wenn du dann nicht mehr da bist und ich auf das Wasser schaue, nun ist vielleicht ein komischer Gedanke, aber ich kann mir Vorstellen, dass es dann nicht so seltsam ist. Immerhin kann ich mir dann Einreden, dass du irgendwo dort draußen, auf unseren Weltmeeren unterwegs bist und nicht in einer anderen Welt, wo ich die nie wieder sehen werde.“

An ihrer Stimme merken und ihren Augen sehen, dass der Gedanke des Abschiedes, welcher unausweichlich ist und irgendwann kommen wird, ihr schmerzt und das nicht zu wenig.

Und auch ihn lässt der Gedanke sich unwohl fühlen, uns sich daher noch etwas mehr an das Mädchen schmiegen, welches ihre Nase in sein Fell steckt und ein, zwei Mal zittrig einatmet, ehe sie ihren Kopf wieder hebt.

„Nun ja, das ging mir heute irgdenwie so durch den Kopf. Vielleicht wollte ich daher zum Strand.“

Verstehend nicken und ihrem Blick auf das Wasser folgen, als sie stehen bleibt und welcher mit einem Sehnen und Trauer gleichermaßen gespickt ist. Und ihn nachdenklich stimmt.

Tag 16 -Samstag
 

„Nein! Nicht schon wieder, du schummelst doch. So viel Glück kann keiner haben“, regt Katie sich auf, welche schon wieder verloren hat und von seinen Karten zu ihm schaut.

„Wer kann, der kann. Und nein ich schummel nicht. Du spielst einfach nur unterirdisch“, zieht er sie mit breiten Grinsen auf, was sie einen Schmollmund ziehen lässt.

„Oh jetzt schmoll doch nicht. Wenn du willst, gebe ich dir noch eine Chance, mich zu schlagen. Na was ist, traust du dich etwa nicht“, reizt er sie etwas und sehen, wie ein glimmen in ihren Augen aufleuchtet und sie festentschlossen ist, ihn wenigstens einmal zu schlagen, die Karten neu mischt.

„Glaub mal, dieses Mal schaffe ich es“, murmelt sie selbstsicher und nickt entschlossen, was sein Grinsen nur noch größer werden lässt und gleichzeitig zu seinem Glas greifen.

„Wir werden sehen“, verschwörerisch hauchen und den Rest der Cola in einem Zug trinken.

„Willst du noch etwas trinken?“, sie fragen, während sie die Karten austeilt und dabei auf ihr Glas deuten.

„Hmm, aber keine Cola mehr. Lieber Wasser, ansonsten schlafe ich die Nacht nicht.“

Damit ihr und sein Glas nehmen und zur Kochecke gehen, wobei ihm die Reste der Lasagne ins Auge springen, welche Katie nach der Schule gemacht hat und nach der er sie die Finger leckt.

„Was dagegen, wenn ich den Rest noch esse?“

„Hmm, was? Ah nein, nein. Mach ruhig“, sie sagen hören und sich das nicht zweimal sagen lassen und sich einen der noch sauberen Teller nehmen und die Lasagne dort drauf packen. Und da er keine Lust hat, noch zehn Minuten zu warten, bis diese wieder aufgewärmt ist, nimmt er sie kalt mit zurück an den Tisch, was ihm nur ein schmunzeln seitens Katie einbringt.

„Jedes Mal wenn ich dich in den letzten Tagen essen sehe, bekomme ich glatt ein schlechtes Gewissen, weil ich dir davor kaum was geben konnte.“

„Hmm, musst du nicht haben, ich habe nicht gehungert, wenn du das meinst“, beruhigt er sie sogleich und steckt sich die erste Gabel in den Mund, was ihn genießend die Augen schließen lässt.

„Kannst du gerne öfters machen“, nuschelt er mit vollem Mund und deutet dann auf die Karten vor ihnen.

„Sollen wir?“

„Wir können auch warten, bis du mit dem Essen fertig bist.“

„Ach das passt schon und so hast du vielleicht eine Chance, mich zu besiegen, da ich von deinem guten Futter abgelenkt bin.“

„Witzig“, grummelt sie und damit ihre Karten zur Hand nehmen und allein an ihrem Blick sehen, dass sie ein gutes Deck haben muss. Und ihr später sagen, dass er alles an ihrem Gesichtsausdruck ablesen kann, und wahrscheinlich deswegen immer gewinnt, da er so voraussagen kann, was er als Nächstes machen sollte.

Doch erst wird er sie noch einmal in Grund und Boden spielen.
 

*
 

„Das gibt es nicht“, haucht sie und lässt sich Bauchlinks aufs Bett fallen, dabei ihr Kissen umarmen.

Hat sie nicht ein einziges Mal gewonnen und Penguin leise neben sich lachen hören, worauf sie diesen aus einem Augen pikiert anschaut.

„Ich bin ja immer noch der Meinung, dass du irgendwie schummeln musst“, gähnend sagen und merken wie müde sie doch mittlerweile ist und beschließen, jetzt auch gleich schlafen zu gehen. Immerhin geht ihr Wecker in nicht ganz drei Stunden.

„Hmm nein, du bist einfach nur ein offenes Buch. Sobald du eine gute Karte hast, fangen deine Augen an zu leuchten und dein Mundwinkel zuckt“, erklärt ihr Penguin, welcher sich seitlich neben sie gelegt hat und leicht über ihren Rücken streichelt.

„Sag ich doch, schummeln“, grinst sie ihn müde an und sich noch etwas mehr in ihr Kissen und Matratze kuscheln.

„Ansicht sache, aber jetzt solltest du schlafen, du hast die ganze Woche nicht gerade viel davon bekommen.“

„Hmm, ich weiß“, ins Kissen nuscheln und spüren, wie er ihr, ihre Decke noch überlegt und es sich dann ebenfalls gemütlich macht und worauf sie nur gewartet hat.

Denn, seit dem Tag, wo sie darüber gesprochen haben, ob es ihr nun unangenehm ist oder nicht, schmiegt sie sich zum Einschlafen immer an ihn. Gemerkt haben, dass sie so deutlich schneller einschläft und ihr Schlaf allgemein besser ist, seit er neben ihr liegt.

„Nacht.“

„Schlaf gut Kleines“, seine Antwort hören und welche ihr, warum auch immer, ein letztes Lächeln entlockt, bevor sie langsam in den Schlaf fällt.
 

*
 

Sanft um sie nicht zu wecken, streicht er ihr eine ihrer Haarsträhnen aus dem Gesicht und beobachtet sie weiter, während sie an ihn gekuschelt schläft. Genau wie die ganze Woche schon, seit sie in dem Motel sind und diese Nähe zu dem Mädchen mittlerweile viel zu sehr genießen. Ihre ganze Art, ihr Charakter und welcher sich in den letzten Tagen immer mehr herauskristallisiert und er die echte Katie kennenlernen darf. Und welche ihm viel zu gut gefällt. Wahrlich, viel zu gut und mit diesem Gedanken und den Gefühlen, welche sich bei ihm langsam zu regen anfangen, auf den Rücken drehen und zur Decke schauen. Nicht wissen, was er deswegen machen soll und was er überhaupt machen kann, außer auf Abstand zu gehen und das kommt überhaupt nicht infrage. Würde nicht nur er darunter leiden, sondern auch sie und das ihr nicht antun können. Doch es einfach drauf anlegen? Sehen was passiert und es dann ertragen?

Schwer seufzen, da er einfach keine Antwort auf das Problem weiß, schließt er seine Augen und versucht, ebenfalls etwas zu schlafen, spürt dabei noch, wie Katie sich weiter an ihn schmiegt und leise seufzt.
 

*
 

Müde und alles andere als ausgeschlafen, hockt sie mit einem angezogenen Bein auf dem Essstuhl und stochert in ihrem Müsli herum. Keinen wirklichen Hunger verspüren, nicht nach dem Traum, den sie in der Nacht hatte.

Und welcher ihr immer noch schwer im Magen liegt. Dazukommt noch, dass Penguin wohl in den frühen Morgenstunden gegangen ist, wohin und warum, hat er ihr nicht geschrieben, doch würde er später zur Eisdiele kommen.

Und um der es in ihrem Traum ging. Hatten Emma und Anne sie gestern in der Mittagspause gefragt, ob sie sich dort heute treffen wollen. Und worauf sie nach kurzem Zögern zugesagt hat. Zögernd, da sie seit ihrer Kindheit nichts mehr mit anderen was unternommen hat und sich davor fürchtet. Es irgendwie noch nicht glauben können, dass die beiden wirklich interessiert an ihr sind und sie nicht doch auf irgendeine Art und weiße reinlegen werden. Auch wenn sie die ganze Woche über zusammen mittag gegessen haben und sie die beiden ganz gut leiden kann. Die Furcht ist da und hat sich in einem wahrlich unschönen Traum gezeigt.

Ihren Kopf schütteln, will sie nicht wieder an das Gefühl denken, welches sie in diesem Traum hatte, schiebt sie ihr Müsli von sich, welches eh nicht mehr schmeckt, so aufgeweicht wie es mittlerweile ist, und steht vom Esstisch auf.

Sich unruhig um Raum umschauen und merken, wie sehr sie sich an Pengunis Anwesenheit gewöhnt hat. Waren sie in den zwei Wochen nur während der Schulzeit und dem einem Einkauf voneinander getrennt und den Kater anfangen zu vermissen.

Seufzend ihre Haare mit der Hand durchrubbeln, beschließt sie, duschen zu gehen. Würde diese sie nicht nur wach machen, sondern sie auch vielleicht etwas ablenken und auf andere Gedanken bringen und damit ins Badezimmer gehen.

Wobei ihr Blick sofort auf das kleine Fenster fällt, welches über der Toilette ist und durch welches Penguin immer kommt und geht und ein weiteres Mal seufzen.

Hätte sie nicht gedacht, dass sie den Piraten so vermissen wird, nur weil er mal nicht da ist und sich nicht ausmahlen wollen, wie es ist, wenn er dann wirklich für immer gegangen ist. Wo sie nicht weiß, dass sie ihn in wenigen Stunden wieder sieht, so wie jetzt, und einen Schmerz tief in sich spüren, der so gänzlich anders ist, als die, die sie durch ihren Vater oder Mitschüler erleiden musste und nicht sagen können, warum und woher dieser kommt.

Weiß sie nur, dass es damit zu tun haben muss, dass Penguin nicht da ist und ohne ein Wort zu sagen, gegangen ist.

Sich fahrig durch ihre Haare streichen, atmet sie tief durch und versucht so, ihr aufgewühltes Inneres zu beruhigen, kommt sie sich gerade echt bescheuert vor, so zu reagieren und entschieden, zur Wanne herübergehen und den Duschkopf einschalten und anfangen, ihre Schlafsachen auszuziehen.

Würde sie sich jetzt mal zusammenreißen und eine kalte Dusche nehmen und dann, ... dann sich fertig machen, damit sie um eins in der Eisdiele ist.
 

*
 

Ohne ein wirkliches Ziel zu haben, streunert er durch die Stadt und geht seinen Gedanken nach.

Die Gedanken, welche ihn in den frühen Morgenstunden dazu getrieben haben, das Motel zu verlassen und welche sich wie die letzten Tage auch, nur um Katie drehen. Und welche anfängt, ihn Dinge fühlen zu lassen, die über Sympathie hinausgehen. Wo es ihm nicht mehr reicht, ihr einfach nur über den Arm oder Rücken zu streicheln, während diese von Kleidung bedeckt ist. Sondern es ohne diesen störenden Stoff machen will, ihre Haut an seinen Fingern spüren möchte. Eben Kleinigkeiten, doch welche in den letzten Tagen immer öfters in ihm aufgekommen sind und ihm zum Nachdenken bringen.

Weiß er, was das bedeutet, worauf das hinsteuert, aber genauso gut weiß er, dass er nichts dagegen tun kann und, dass er nicht ewig ihr sein wird und was dann ist, wenn er diesen Dingen nachgibt und im schlimmsten Fall Katie damit involviert ...

Sich erst gar nicht vorstellen wollen, wie sehr er sie damit verletzen würde, sollte er dann irgendwann wieder gehen.

Und genau deswegen nicht wissen, was er nun tun soll. Bleiben ihm nur zwei Möglichkeiten, entweder er ignoriert ab jetzt alles, was er für die Kleine anfängt, zu fühlen, schließt es tief in sich ein oder aber, er gibt dem nach und genießt die Zeit, die man ihm mit Katie schenkt ...

Innerlich tief und schwer seufzen, bleibt er mitten auf dem Weg stehen und schaut zum Himmel rauf, welcher in einem hellen Blau entgegenstrahlt und die erste sanfte Wärme, des anstehenden Frühlings auf seinem Körper spüren.

Einer der ersten wirklich schönen Tage, seit er hier ist und genießend seine Augen schließen. Sich dabei in Gedanken sagen, dass er egal, wie sehr er diese Dinge mit Katie und seinen Gefühlen auch noch zerdenkt, er ja doch nichts groß machen kann und daher einfach abwarten wird, was passiert. Auch wenn er ihr es gewiss nicht sagen wird, doch weder würde er sich dafür noch dagegen entscheiden. Immerhin ist er nicht ohne Grund hier, so viel ist sicher und wer weiß, wieso und weshalb diese ganzen Dinge passieren und gut möglich, dass das, auch dazugehört und damit seine Augen wieder öffnen.

Spüren, wie sich sein Innerstes wieder deutlich beruhigt und auch seine Gedanken Ruhe finden, als ihm auch direkt darauf einfällt, dass er Katie ja geschrieben hat, zur Eisdiele zu kommen und sich mit aufsteigender Panik anfangen umzuschauen.

Ist er am Morgen einfach losgelaufen und hat nun keine Ahnung, wo er überhaupt ist, noch wie er zurück zum Motel kommt und leise maunzend, seinen Kopf hängen lassen.

Würde er wohl oder übel versuchen müssen, den Weg anhand seines Geruches zu finden, und damit umdrehen und langsam schnüffelnd losgehen.
 

*
 

Die ersten warmen Strahlen der Sonne auf ihrer Haut spüren und genießen, wartet sie vor der Eisdiele auf Emma und Anne und auch auf Penguin. Und um welche sie sich langsam Sorgen macht. Immerhin ist er einfach so gegangen und sie hat keine Ahnung, was los ist, noch, wo er sich aufhält. Hat sie nur den Notizzettel mit der Nachricht, dass er zur Eisdiele kommen wird und so gerne sie ihm glauben will, so sehr macht sie sich auch Gedanken.

„Katie!“, hört sie jemanden ihren Namen rufen und daraufhin diese beiseiteschieben und sich nach Emma und Anne umschauen und welche gerade den Platz überqueren.

Nicht verhindern können, dass sich ein kleines lächel auf ihren Lippen bildet, als sie die beiden Mädchen sieht und eine gewisse Erleichterung verspüren, dass sie gekommen sind.

„Hi“, begrüßt sie diese und schaut etwas ratlos, nicht genau wissen, was sie sagen oder nun machen soll, zu Emma und welche sofort wieder das Ruder in die Hand nimmt und deutlich Extrovertierter ist, als Anne und sie.

„Sollen wir rein gehen oder hier draußen uns hinsetzten?“

„Wenn ... wenn es euch nicht zu kalt ist, würde ich gerne hier draußen bleiben“, sagen und sich dabei ein weiteres Mal nach Penguin umschauen, von welchem jede Spur fehlt.

„Klar, von mir aus. Anne, was ist mir dir?“

„Hmm, aber dann bitte in die Sonne. Der Wind ist noch recht kalt, besonders im Schatten“, haucht diese leise und ihren Blick dabei leicht absenken. Sie nur zu gut verstehen können, wie schwer es für diese teilweise sein muss und sachte nicken.

„Selbstredent in die Sonne“, stimmt Emma zu und auch sie nickt zustimmend und geht dann hinter den beiden Mädchen zu einem der Tische, die mitten in der Sonne stehen.

„Sag mal, wo hast du den Penguin gelassen?“

Von ihrem Platz zu Emma schauen, welche sich ihr gegenüber hingesetzt hat, seufzt sie leise auf, bevor sie zu einer Antwort ansetzt.

„Hmm, das wüsste ich auch gerne. Er muss sich in der Nacht herausgeschlichen haben, seit gestern Abend habe ich ihn nicht mehr gesehen.“

„Du musst dir Sorgen machen“, kommt es leise, mitfühlend von Anne, worauf sie zu dieser blickt und abgehakt nickt.

„Schon ein wenig, aber er hat davor schon auf der Straße gelebt. Daher hält es sich in Grenzen und sobald er Hunger bekommt, taucht er schon wieder auf.“

Jedenfalls hofft sie es und sich unauffällig umschauen, doch immer noch nichts.

„Also, ich werde für heute auf meine Diät scheißen, und mir einen Doppel-Scholatte-Mouse Becher mit Schlagsahne bestellen, was ist mit euch?“, wechselt Emma das Thema und deutet auf einen gewaltigen und sehr Schokolastigen Eisbecher auf der Speisekarte und daraufhin ebenfalls eine der anderen, die auf dem Tisch liegen, zur Hand nehmen.

„Hmm, ich nehme ... ähm“, murmeln und ein bisschen überfordert von der ganzen Auswahl sein, als ihr ein kleiner Becher mit Erdbeeren auffällt und sich spontan für den entscheiden.

„Gute Wahl, Anne, was ist mit dir?“

„Ich? Äh ... ich weiß nicht. Ähm ... aber ich denke mir reichen zwei Kugeln im Becher.“

„Nur? Nach komm schon, du musst doch Hunger bei den ganzen leckeren Bechern bekommen? Und wenn es am Geld liegt, denke ich, dass ich und Katie dir da helfen können, oder?“

Von der Tischplatte aufschauen, welche sie gedankenversunken angeschaut hat, schaut sie auf, als sie spürt, wie sie angesehen wird und fragend ihren Kopf zur Seite neigen.

„Was?“

„Ich fragte, ob es möglich ist, wenn du und ich, Anne den fehlenden Betrag geben, damit sie sich auch einen Becher nehmen kann.“

„Ähm ... klar. Natürlich, dass sollte kein Problem sein“, stimmt sie zu und sich vor noch zwei Wochen nicht hätte vorstellen können, so etwas jemals zu sagen und Anne daraufhin aufmunternd zulächeln. Genau wissen, wie diese sich nun fühlt und wie unangenehm ihr das sein muss, auch wenn dies unbegründet ist. Wie sie mittlerweile selber weiß.

„Da hörst dus, also, suche dir etwas vernünftiges aus. Wie zum Beispiel den Schoko-Minz Becher mit Kirschen, ich weiß ganz genau, dass du diesen liebst.“

Auf Emmas Worten hinsehen können, wie Anne rot wird und ertappt zusammenzuckend, ihren Blick leicht senkt, jedoch zaghaft nickt.

„Stimmt, ich ... ich würde diesen gerne ... gerne nehmen“, flüstert sie noch und darauf das zufriedene Lächeln bei Emma sehen und welche ihrer Freundin mit einem zärtlichen Blick betrachtet.

Und welchen Anne nach kurzem Zögern, genauso schauend erwidert.

„Wie lange kennt ihr euch eigentlich schon?“, wissen wollen, als sie diese Nähe und Verbundenheit der beiden sieht und welche ihr etwas zu viel für eine normale Freundschaft erscheint.

„Hmm, seit Anns Geburt. Unsere Eltern kennen sich selber schon seit der Highschool und wohnen in der gleichen Straße. Im Grunde sind wir wie Schwestern aufgewachsen.“

„Verstehe, das ist schön, eine so lange und tiefe Freundschaft“, hauchen und einen Stich in ihrem Herzen spüren.

Hat sich damals nach ihrem Umzug in diese Stadt, keiner ihrer alten Freunde die Mühe gemacht, sich noch einmal bei ihr zu melden.

„So, jetzt aber mal was anderes, habt ihr schon gehört ...“, fängt Emma ein zwangloses Gespräch an, in dem es hauptsächlich um dem neusten Klatsch und Tratsch geht und sie alle wohl etwas ablenken und die Situation wieder auflockern soll.

Und der Braunhaarigen dankbar dafür sein und merken, wie sehr sie doch so etwas gebraucht hat.
 

Eine ganze Zeit später, welche sie mit Eisessen und reden beschäftigt waren, und wobei sie immer wieder ihren Blick über den Platz hat gleiten lassen, wird sie plötzlich von Anne angestupst.

Diese anschauen, welche jedoch weiter auf eine, für sie nicht einsehbare Stelle blickt und mit ihrem Finger dort hin zeigt, und dabei sagt, „Ist das nicht deine Katze dahinten?“

Spüren wie auf diesen wenigen Worten hin, ihr Herz schneller zu schlagen anfängt, dreht sie sich auf ihrem Stuhl herum und schaut dort hin, wo Anne hin zeigt und suchend ihren Blick hin und her gehen lassen.

„Wo?“, hauchen, fühlen wie die Sorge um ihren Piraten wieder deutlicher hervortritt und die sie in der letzten Stunde ganz gut vergessen konnte.

„Dort, direkt vor den Mülltonnen. Jedenfalls dachte ich, dass er dort sitzt.“

„Hmm, ich gehe mal kurz schauen. Der Kleine hat das Talent, sich bei seinen Ausflügen zu verletzten“, murmelnd sagen und dabei aufstehen.

Sich auf die Unterlippe beißen, geht sie die wenigen Meter bis zu der Gasse und schaut, auf die Stelle auf die Anne gezeigt hatte und tatsächlich sieht sie dort ein verdrecktes, graues Fellknäul liegen.

„Penguin?“, fragen und langsam zu diesem herübergehen, worauf er leise maunzend seinen Kopf hebt und sie mit einer Erschöpfung, aber auch Erleichterung anschaut.

„Mein Gott, Penguin, was machst du den?“, hauchen und den Kater vorsichtig auf ihre Arme heben, sehen, wie dreckig er eigentlich ist. Doch stört sie das nicht sonderlich, macht sie sich gerade viel zu viele Gedanken, dass ihm bei seiner Tour etwas passiert ist.

„Bist du verletzt?“, leise wissen wollen und sehen, wie er seinen Kopf schüttelt und worauf ein großer Berg an Sorge, von ihren Schultern fällt.

„Ist sonst alles in Ordnung? Hast du vielleicht durst? Oder Hunger?“

Und bei ihrer Frage sein leises Maunzen hören und daraufhin mit ihm zurück zu den anderen beiden gehen, welche mit überraschtem Blick auf die Katze schauen.

„Er ist es ja wirklich. Geht es ihm gut?“

Emma zunicken und sich auf ihren Stuhl setzten, Penguin dabei auf ihren Schoss legen, welcher sich auch direkt dort einkringelt und mit einem seufzen, die Augen schließt.

„Hmm, scheint nur erschöpft zu sein. Etwas schlaf und futter und wasser und er wird wieder“, beruhigt sie die beiden und gerade bei Anne sehen, wie sehr sie der Anblick des Katers bedrückt.

„Magst du vielleicht einmal reingehen und fragen, ob sie eine kleine Schale mit Wasser für ihn haben“, bittet sie das ruhige Mädchen, welches eifrig nickt, scheinbar froh, irgendwas für den Kater tun zu können und damit aufstehen.

„Ihr geht so etwas immer an die Nieren. Meine Oma sagte mal, sie sei ein Empath, also jemand, der Emotionen und Stimmungen stärker wahrnimmt. Und irgendwie hat sie damit nicht ganz unrecht.“

„Verstehe“, murmeln und dabei Penguin streicheln, welcher mittlerweile tief und fest schlägt und ihr damit zeigt, wie er schöpft, er wirklich sein muss.

Aufschauen und sehen, wie Anne mit zwei Schälchen in der Hand zu ihnen zurückkommt und die beiden vor ihr auf den Tisch stellt, worauf sie die Dunkelblonde fragend anschaut.

„Sie haben mir auch gleich noch etwas angedickte Milch mitgegeben. Das soll wohl zur Stärkung dienen, jeden falls sagte sie das“, erklärt ihr diese schüchtern und worauf sie überrascht nickt. Hätte sie damit nun nicht gerechnet, doch gerührt von der netten Gesten sein.

„Hi Penguin“, hauchen und diesen sanft im Nacken kraulen, worauf er blinzelnd seine Augen öffnet und sie mit müdem Blick anschaut.

„Ich habe hier etwas Milch und Wasser“, sagen und ihm die Schale mit der Milch hinhalten, welcher er auch sogleich anfängt zu trinken.

Erleichtert darüber, streichelt sie ihm weiter den Rücken und wendet sich dann wieder Emma und Anne zu, welche sich leise Unterhalten und worauf sie immer wieder etwas zu dem Gespräch beträgt. Wenn auch ihr Hauptaugenmerk bei Penguin liegt, welcher sich schon wieder eingekringelt hat und schläft.
 

*
 

Passend mit Penguins Verwandlung, klopft es an ihrer Zimmertür, worauf sie diese öffnet und dem Pizzaboten, die beiden Schachten abnimmt, die sie eben per Telefon bestellt hatte.

„Willst du im Bett oder am Tisch essen?“, Penguin fragen und welcher sichtlich müde, auf das Lacken klopft und keine Anstalten macht, sich auch nur noch einen Schritt bewege zu wollen.

„Dachte ich mir schon“, sagen und sich noch die Flasche Cola vom Esstisch unter dem Arm klemmen und zu dem Piraten aufs Bett klettern, welcher sichtlich hunger hat und ihr die Big Pizza abnehmen, ehe sie überhaupt richtig sitzt.

Schmunzelnd ihren Kopf schütteln, macht sie es sich neben ihm bequem und schaltet den Fernseher noch ein, auch wenn sie die Lautstärke weit herunter regelt, so dass es nur noch ein Summen im Hintergrund gleicht.

„Magst du mir dann vielleicht endlich mal sagen, was das heute war und wo du gewesen bist?“, von ihm wissen wollen und in ihr ersten Stück Pizza beißen, während Penguin schon bei seinem zweiten ist.

„Hmm, isch muschte ...“, fängt er mit vollem Mund an, schluckt dann jedoch herunter, als er ihren Blick sieht und atmet dann noch einmal tief ein, bevor er neu ansetzt.

„Sorry, hmm ich musste heute Nacht einfach hier raus. Keine Ahnung warum, doch hielt ich es in dem Moment nicht mehr im Zimmer aus. Vielleicht liegt es am Wetterumschwung und dem Katzen Teil in mir. Na ja, jedenfalls bin ich dann einfach in der Gegend herumgelaufen, wollte frische Luft schnappen und dann wieder zurück. Na ja, dann habe ich jedoch festgestellt, dass ich mich verlaufen hatte.“

Bei seiner Erklärung ihn ungläubig anschauen und es nicht so recht glauben wollen, nickt sie ihm skeptisch zu, worauf er schief grinsend und mit den schulterzuckend, zu ihr schaut und dabei sein mittlerweile viertes Stück Pizza verdrückt, während sie sich mit dem Zweiten abmüht.

„Einfach so?“

„Hmm, wie gesagt, erklären kann ich es mir auch nicht.“

„Aber jetzt ist alles wieder gut, ja?“

„Außer das ich erschöpft bin und mir die Hände und Füße wehtun, ja. Alles gut.“

„Hmm na dann ist ja gut“, murmeln und seiner Geschichte noch nicht so recht glauben wollen, doch wüsste sie auch keinen Grund, warum er sie anlügen sollte und es damit gut sein lassen und sich seitlich an ihn anlehnen.

Einfach nur froh darüber, dass er wieder da ist, und das gesund und an einem Stück. Mehr will sie gar nicht und spüren, wie er seinen Arm um sie legt und seine Hand auf ihren Bauch bettet, was ihr ein Leises und Zufriedenes seufzen entlockt.

Tag 22 - Freitag
 

Auf der Mauer vom Schulgelände sitzen, genau wie an den anderen Tagen in dieser Woche schon, während Katie in der Schule ist, wartet er auf sie und welche in wenigen Minuten Schulschluss haben muss und damit Wochenende. Und als er die Glocke hört, die das Ende des Tages ankündigt, tritt er aus dem Schatten des Baumes hervor, in welchen er sich versteckt hat, und schaut über die Schülerschaft und spürt, wie sein Schwanz vor Freude anfängt zu zucken, als er das Mädchen sieht. Und welche Wandlung sie in den letzten Tagen durchgemacht hat, die ihn immer wieder in erstaunen versetzt.

Zwar ist sie immer noch dünn, doch verging in dieser Woche kein Tag, wo sie nicht mit einem Lächeln auf den Lippen aus der Schule gekommen ist, und was er unteranderem Emma und Anne zugute schreibt. Aber auch, dass das Dreckstück, was sie immer wieder ärgert, nicht da ist und das seit Anfang der letzten Woche. Also ganze zwei Wochen, wo sie weder von ihrem Vater tyrannisiert wurde noch von der Zicke in der Schule und was man ihr sofort ansieht. Ihre Augen sind bei weitem nicht mehr so leer, wie noch vor drei Woche, als er sie das Erste mal getroffen hat. Im Gegenteil, strahlen diese immer öfters und deutlich länger und auch ihr Frohsinn steigt stetig an und das alles, lässt ihn selber gute Laune bekommen und er weiß, dass er bisher alles richtig gemacht hat.

Dass es richtig ist, ihr zu helfen und es auch weiterhin zu tun, und sei es nur, damit er weiterhin jeden Tag dieses Lächeln auf ihrem Gesicht sieht, mit welchem sie vor ihm stehen bleibt und anfängt seinen Nacken zu kraulen.

„Na du, was hältst du davon, wenn wir uns ein Eis kaufen und uns damit irgendwo hinsetzte. Es ist heute so schönes Wetter.“

Auf ihren Vorschlag zustimmend maunzen und damit auf ihre Schulter springen und seinen Kopf an ihrer Wange reiben, was ihr ein leises Kichern entlockt und ihn dazu animiert weiter zu machen.

So lange, bis er sie das erste Mal so richtig Lachen hört und was ihm einen Schauer über den Körper rinnen lässt und er von ihr ablässt.

„So schmusebedrüftig heute, hm?“, lächelt sie ihn mit einem Strahlen in den Augen an, worauf er, wie schon die ganze Woche immer mal wieder, ihr einen Kuss auf Katzen Art gibt und welcher ihr jedes Mal aufs neue, eine leichte Röte auf die Wangen treibt. Und auch wenn er nicht weiß, was ihn vor einigen Tagen geritten hat, das zu tun..., nun so lange sie sich nicht beschwert oder er merkt, dass es sich anfängt zu stören, wird er das auch weiterhin tun.

„Na dann komm, mein Schmusetiger“, kichert sie leise und schlägt den Weg zur Innenstadt ein.

Seinen Protest, über ihre Bezeichnung, überhören.
 

Einige Zeit später seine Kugel Eis genießen, welche Katie extra in einem Becher bestellt hat, genießt er die warmen Strahlen der Sonne, welche auf sie herunterscheinen. Und mit einem Blick zu dem Mädchen, welches neben ihm auf der Bank sitzt und zufrieden an ihrem Stracciatella Eis leckt, sieht er, dass es ihr genau so geht.

Dass sie ebenfalls die Sonne und das warme Wetter genießt und sich wünschen, dass sie ab jetzt immer solche Tage haben wird. Auch wenn er weiß, dass dies kaum möglich ist, so ist das Leben dann doch nicht, doch wünschen tut er es sich für sie dennoch und mit dem Gedanken, es sich auf ihrem Schoss bequem machen.

„Was hältst du davon, wenn wir zum Navy Pier gehen, da war ich garantiert schon seit acht oder neun Jahren nicht mehr. Dazu ist das Wetter viel zu schön, um den ganzen Tag im Zimmer zu hocken und schlafen kann ich auch später noch etwas, bevor du dich zurückverwandeltst.“

Zustimmend maunzen, worauf er spürt, wie sie ihn hochhebt und auf ihren Kopf absetzt und damit losgeht.

Es sich so gut es geht, dort bequem hinlegen, betrachtet er die Gegend und staunt jedes Mal aufs Neue, wie groß doch diese Stadt ist und wie Katie es schafft, sich in dieser zurechtzufinden. Würde er sich hoffnungslos verlaufen, sollte er sie aus den Augenverlieren.
 

*
 

Hätte er gewusst, was der Navy Pier ist, wäre er schon viel früher mit Katie hierhingegangen, den es vergehen keine fünf Minuten, in der die Kleine nicht mit einem glücklichen Lächen und leuchtenden Augen, ihn anschaut.

Und ihm damit jedes Mal einen halben Herzinfarkt beschwert, wenn er sie so sieht und sie langsam vielleicht eingestehen müssen, dass es ihn erwischt hat. Er mit Höchsttempo dabei ist, sich die Kleine zu verlieben.

Und diese Tatsache ihm innerlich schwer seufzen lässt, würde es alles nur viel Komplizierter machen, doch so schaut es jetzt aus und es eh nicht ändern können und daher die Zeit mit Katie lieber genießen. Wer weiß, wie lange er noch mit ihr hat.

„Schau mal, das Riesenrad. Lust damit zu fahren?“, will sie mit vollem Mund von ihm wissen, dabei mit ihrem Corndog, auf dieses zeigen. Doch bevor er überhaupt dazukommt, ihr eine Antwort zu geben, wird er einfach dort hingetragen und sich seinem Schicksal ergeben. Ist ja nicht so, als hätte er keinen Spaß an der ganzen Sache hier und Katies Lächeln ist es alle Male wert.
 

Beim Riesenrad angekommen, stellen sie sich in die, Gott sei Dank kurze Schlange, wobei er sich nicht nehmen lassen kann, die Leute zu beobachten, welche genau wie sie, das gute Wetter genießen.

„Aber nicht, dass deine Katze herausfällt. Dafür Haften wir nicht, Mädchen“, wird er aus seiner Beobachtung geholt, als sie an der Reihe sind und den Typen vor sich anschauen, welcher ihn mit skeptischem Blick betrachtet.

„Keine Angst, ich passe auf. Dazu ist er ein sehr anhänglicher Kater, so schnell weicht er mir nicht von der Seite“, erzählt Katie dem Kerl und was ihn leise grummeln lässt.

„Na dann, auf deine Verantwortung und viel Spaß.“

„Danke, werden wir haben“, und darauf mit Katie in die Gondel steigen und es sich auf ihren Schoss bequem machen, nachdem sie sich hingesetzt hat.

„Entschuldige, aber ich wollte nicht, dass er uns deswegen nicht mitfahren lässt.“

Sich so etwas schon gedacht haben, drückt er seinen Kopf gegen ihren Bauch und schnurrt leicht, als sie seinen Nacken krault, jedoch damit aufhört, als sich das Riesenrad zu drehen beginnt und ihnen einen Ausblick bietet, der selbst ihn staunen lässt. Hätte er sich niemals vorstellen können, dass diese Stadt so riesig ist und er nicht einmal das Ende dieser sieht und sich fragen, wie groß dieses Land eigentlich ist. Seinen Blick zu dem See schweifen lassen und auch dort feststellen, dass das Ende nicht in Sicht ist, dafür aber das ein oder andere Segelboot, und für einen Moment eine Sehnsucht nach dem weiten Meer der Grand Line in sich verspüren und sich fragen, was die anderen machen. Ob sie ihn immer noch suchen oder schon für tot erklärt haben und tief und schwer im inneren seufzen. Fehlen ihm seine Freunde, gerade Shachi und auch wenn er gerne bei Katie ist und diese nicht mehr missen will, möchte er doch irgendwo wieder nach Hause. Doch beides wird wohl nicht gehen und das Mädchen von unten her anschauen, welches gerade dabei ist, sich in sein Herz zu schleichen und die Aussicht auf die Landschaft mit einem zufriedenen Lächeln betrachtet.

„Stell dir Mal vor, es wäre jetzt dunkel und überall würden die Lichter leuchten. Wie schön das wohl aussehen muss“, hört er sie schwärmen und aus seinen trüben Gedanken geholt werden, worauf er tief einatmet und ihr dann in Gedanken zustimmt. Doch auch so, hat dieser Anblick etwas und würde er diesen nicht so schnell wieder vergessen, da ist er sich sicher.
 

*
 

So schön auch der Navy Pier ist, so viel Spaß Katie und er auch hatten, mit seinen ganzen Lichtern und der Musik, dem erleuchteten Riesenrad und dem ganzen Drumherum, kann er gerade nur Katie anschauen und welche mit vor Lachen rosé Wangen und einem Strahlen in den Augen, vor ihm kniet und sein Fell von der Zuckerwatte befreit, welche ein kleines Kind auf ihn hat fallen lassen.

Natürlich genau in dem Moment, wo er für wenige Sekunden von Katies Schulter runter ist um sich zu erleichtern.

Und so verärgert er auch in dem Moment war, verrauschte seine Wut gänzlich, als er Katie gesehen hat und welche beim Dosenwerfen, einen kleinen Plüschpinguin gewonnen hat. Natürlich, was auch sonst und das Teil mit Argwohn betrachten, welcher aus der Öffnung ihres Mantels herausschaut.

„So, ich denke ich habe soweit alles herausbekommen. Aber das Beste wäre, wenn ich dich nachher Bürste.“

Leise maunzen, da ihm das so gar nicht gefällt und daraufhin ihre Finger in seinem Nacken fühlt, welche ihn sanft kraulen und seine Stimmung etwas anhebt.

„Na komm, lass uns gehen. Es ist schon lange dunkel und bis zum Motel dauert es auch noch einmal eine Stunde.“

Bei ihrem Monolog zu ihr heraufschauen, maunzt er mehrmals zustimmend, bevor er auf ihre Schulter springt und es sich in ihrem Nacken bequem macht und während sie schon losgeht, schaut er ein letztes Mal zu den vielen Lichtern und nimmt sich vor, noch einmal mit ihr hierher zukommen und das als Mensch. Egal wie, aber sich genau dies gerade wünschen. Sich wünschen, mit ihr im Dunklen mit dem Riesenrad zu fahren, das leuchten in ihren Augen sehen und vielleicht ...

Innerlich schwer seufzen, als er merkt, worauf seine Gedanken hinsteuern, unterbricht er sich selbst dabei und kuschelt sich leise maunzend, weiter an den Nacken des Mädchens. Sollte er solche Gedanken echt nicht haben und doch ...
 

*
 

„Nun halt schon still, wie soll ich den die Zuckerwatte herausbürsten, wenn du so am Zappeln bist“, genervt davon das Penguin nicht still hält, brummen und schon mit dem Gedanken spielen, den Kater einfach mit ihrer Hand auf den Boden zu drücken, als sie mit einem Mal sieht, wie dessen Körper zu vibrieren anfängt.

„Ah das erklärt alles“, murmeln und interessiert die Veränderung beobachten, die sein Körper durchläuft und aus seiner Erzählung heraus wissen, dass das Vibrieren wohl sehr unangenehm ist.

Doch als der Pirat dann plötzlich nackt vor ihr sitzt und sie in seinen blauen Augen schaut, welche genau in die ihre blicken, spürt sie wie ihr Gesicht heiß und ihre Wangen rot werden.

Ist es ihr immer noch mehr als unangenehm, wenn er unbekleidet ist, selbst wenn er so wie jetzt, sich sofort die Decke über den Schoss legt und sie noch nie etwas zu Gesicht bekommen hat. Dabei an seinem frechen Grinsen sehen, dass er sich dessen durchaus bewusst ist.

„Zieh dir was an“, brummen und sich damit von ihm abwenden, legt sie ihre Haarbürste zur Seite, würden sie diese nun nicht mehr brauchen und erst, als sie im Augenwinkel sieht, wie er die Decke zurück aufs Bett schmeißt, traut sie sich, sich wieder zu ihm umzudrehen, nur um weiter in dieses Grinsen zu schauen.

„Das macht dir viel zu viel Spaß“, behaupten und als er zu Lachen anfängt, wissen, dass sie den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

„Vielleicht etwas, aber was kann ich den dafür, wenn du jedes Mal dabei so schön rot anläufst.“

Ihn versuchen mit ihrem Blick umzubringen, setzt sie sich auf das Bett und lässt sich geschafft vom Tag nach hinten auf ihr Kissen fallen. Nicht glauben, dass sie noch lange durchhält. Immerhin hat sie den Tag über nicht geschlafen, wie sonst.

Doch mag sie jetzt nicht schlafen, jetzt, wo er endlich wieder ein Mensch ist und sie sich mit ihm unterhalten kann.

„Du siehst müde aus. Sicher, dass du noch nicht schlafen willst? Immerhin hast du dich nicht wie sonst nach der Schule hingelegt.“

Auf seine Frage hin ihren Kopf schütteln und ihm dabei beobachten, wie er sich neben sie setzt und den Plüschpinguin zur Hand nimmt, den sie beim Dosenwerfen gewonnen hat.

„Warum wundert es mich nicht, dass es ein Pinguin geworden ist?“, will er mit deutlichem Missfallen in der Stimme wissen und hält ihr das Stofftier vor die Augen.

„Hmm keine Ahnung, vielleicht wollte was auch immer dich hierher geschickt hat, ja, dass ich eine Erinnerung an dich habe, wenn du wieder in deiner Welt bist.“

„Also könnte man mich so schnell vergessen“, feixt er und lächelt sie wieder einmal mit diesem schiefen Lächeln an, welches Dinge mit ihr tut, die sie sich nicht erklären kann.

„Wohl kaum. Immerhin hast du mir mehr oder weniger das Leben gerettet. Aber noch bist du hier und auch wenn es egoistisch von mir ist, hoffe ich, dass es noch etwas so bleiben wird. Ich möchte nicht, dass du so schnell wieder gehst. Zumal ich dich ja nicht einfach mal so Besuchen kommen kann“, entweicht es ihr und seinen überraschten Blick ausweichen, als ihr klar wird, was sie da so salopp von sich gegeben hat und dass man das auch missverstehen kann.

„Du bist nicht egoistisch, nur weil du dir das wünscht. Und auch wenn ich meine Welt vermisse, die Crew, meinen Käpt´n und vor allem Shachi, wirst du mich nicht so schnell los. Und jetzt rutsch mal ein Stück, damit ich mich auch hinlegen kann. Ich versteh eh nicht, wie du es schaffst, dieses große Bett komplett allein zu beschlagnahmen.“

Seiner Aufforderung nachkommen und etwas zur Seite rutschen und warten, bis er sich richtig hingelegt hat, ehe sie es ihm gleichtut. Sich dabei jedoch mit ihrem Kopf auf seiner Brust legen und wenig später seinen Arm spüren, welchen er um sie legt und leicht mit seiner Hand über ihren Arm streichelt. Und auch, wenn sie es zwischenzeitlich immer noch etwas seltsam findet, so mit ihm im Bett zu liegen, möchte sie es nicht mehr missen.

Ihn nicht mehr missen, ist er doch ihr erster Freund seit einer Ewigkeit.

„Versuche etwas zu schlafen, wenn du willst, kann ich dich ja eine oder zwei Stunden vor meiner Verwandlung aufwecken. Dann können wir noch zusammen Frühstücken.“

„Hmm, kannst du machen“, gähnend sagen und ihr Gesicht an seine Seite drücken, spüren, wie er daraufhin anfängt über ihren Nacken und Rücken zu kraulen und was sie in einen leichten Dämmerschlaf sinken lässt. Dabei glauben zu hören, wie er noch sagt, „Auch ich will dich nicht mehr missen, Katie“, doch sich das wahrscheinlich nur eingebildet haben und damit endgültig einschlafen.

Tag 27 - Mittwoch
 

Wie mittlerweile jeden morgen in den vergangenen zweieinhalb Wochen, die sie nun in dem Motel leben, beobachtet er Katie dabei, wie sie sich für die Schule fertig macht und dabei wie ein aufgescheuchtes Huhn, kopflos durch das Zimmer rennt.

Und was ihn prächtig amüsiert. Nimmt sich diese doch jeden Abend aufs Neue vor ihre Kleidung und Schulsachen zurechtzulegen, damit sie diese am Morgen nicht suchen muss.

Vergeblich, wie er wieder einmal beobachten darf und sich dabei mit seinem Katzengrinsen genüsslich auf dem Bett räkeln.

„Verdammt, ich komme noch zu später. Penguin, weißt du wo meine Jeans ist?“

Maunzend seinen Kopf schütteln, während sie untenherum nur mit ihrem Höschen bekleidet vor ihm steht und sich am Kopfkratzend im Raum umschaut, nur um mit überraschten Blick zum Kleiderschrank zu gehen und ihre Jeans von der halb offenstehenden Tür herunter zu ziehen. Und wo er sich schon gar nicht mehr fragt, wie diese dort hingekommen ist.

Hat es sich nach nur wenigen Tagen gezeigt, dass sie ganz schön unordentlich ist. Was ihm jedoch überhaupt nicht stört.

Nein viel lieber genießt er so die Aussicht, die sie ihm gerade, aber auch schon die Tage davor immer mal wieder bietet, während sie so halbbekleidet an ihm vorbeigeht und was sein Innerstes jedes Mal in auffuhr versetzt und er seine Augen kaum von ihrem Körper nehmen kann. Ebenso seine Gedanken, die bei ihrem Anblick auf Abwegen geraten und er ...

„Ach verdammt, jetzt muss ich mich aber beeilen. Wir sehen uns später, das Fenster im Bad habe ich dir offen gelassen“, unterbricht Katie seine Gedankengänge und verabschiedet sich, noch mit einen Kuss auf seinen Kopf, ehe sie aus dem Zimmer verschwindet.

Tief seufzen, schaut er dem Mädchen noch hinterher, welche seine Gedanken mittlerweile viel zu sehr einnehmen und steht dann ebenfalls sich streckend auf. Würde er die Stunden nutzen und zusehen, dass er noch Geld beschaffen kann. Zwar hat sie noch einiges, doch würde das nicht ewig reichen. Und da er keine Ahnung hat, wie lange er noch in ihrer Welt bleiben wird, will er ihr so viel wie möglich besorgen, damit sie so lange wie möglich damit auskommt. Darüber hinaus, würde es ihm auf andere Gedanken bringen, welche sich mittlerweile viel zu sehr um das drehen, was er gerne tun will, wenn Katie des Nachts neben ihm sitzt, sich vertrauensvoll an ihn lehnt oder in seinen Armen einschläft.

Und sich damit durch das Badezimmerfenster, an welches der Ast eines großen Baumes grenzt, nach draußen begeben.
 

*
 

Ihr Mittagessen auspacken, dabei unter dem Baum sitzen, wo sie sich sonst immer mit Penguin mittags trifft und ihr Gesicht in die Aprilsonne halten. Dabei spüren, wie ihre Stimmung gleich wieder etwas besser wird und ihre Lippen sich zu einem kleinen Lächeln verziehen. Etwas, was ihr seit drei Tagen in der Schule, wieder deutlich schwerer fällt. Genaugenommen, seit sie gesehen hat, dass Saskia wieder da und gesund ist und ihr schon am Montag deutlich machte, dass sie sie nicht vergessen hat und es nur eine Frage der Zeit ist.

Doch ihre gute Laune nicht von der Kuh verderben lassen wollen, schüttelt sie die Gedanken an diese ab und versucht, sich lieber wieder an ihren Traum zu erinnern, den sie in den frühen Morgenstunden hatte. Und in dem Penguin drin vorgekommen ist. Leider weiß sie nicht mehr, was genau passiert ist, doch als sie aufgewacht ist, hat sie sich noch nie so gut und glücklich gefühlt, wie in dem Moment. Und was noch gesteigert wurde, als sie gesehen hat, wie der Pirat immer noch als Mensch neben ihr liegt. Sie beim Aufwachen direkt in seine blauen Augen geschaut hat und was ihr selbst jetzt noch Herzklopfen verursacht und ihr ein erneutes Lächeln entlockt.

„Na schaut euch das einmal an, der Nichtsnutz ist am Lächeln“, wird sie von keiner Geringeren als Saskia samt Anhang gestört und worauf ihr Lächeln sofort erlischt.

Die Blonde vor sich betrachten, welche neben ein paar ordentlichen Narben in ihrem Gesicht, die sie mit Make Up zu verstecken versucht, auch noch einen gebrochenen Arm hat und welche mit einem gehässigen Blick auf sie nieder schaut.

„Magst du uns nicht erzählen, was in deinem armseligen Leben so toll ist, dass du hier sitzt und am Lächeln bist?“

Ihren Kopf auf die Frage hin senken und spüren, wie ihrer Furcht vor der anderen in ihr aufsteigt und sie nur sachte ihren Kopf schütteln kann.

„Hmm dachte ich mir schon, warst ja noch nie die Gesprächigste. Aber mal etwas anderes, ich hatte es Montag schon gehört, doch als ich dich dann gesehen habe, konnte ich es kaum glauben. Bist ja ganz schön fett geworden, von dem Knochensack, der du noch vor drei Wochen warst, ist kaum noch etwas da. Ich wette dies und dein dämliches Grinsen, haben etwas miteinander zu tun ... oh scheiße genau, ich habs. Du hast einen Stecher, welcher dich durchfüttert. Das muss es sein, hört ihr Leute, unsere kleine Kitty Kat lässt sich für etwas Futter durchvögeln. Und sag, wie besorgst du es ihm? Mit dem Mund oder gleich mit dem Arsch?“

Auf Saskias Worte hin nur immer weiter mit ihrem Kopf schütteln können, und sich dafür selber verachten, dass sie es nicht schafft, der anderen Kontra zu bieten. Es zulässt, dass diese so über sie, aber auch Penguin spricht und nichts dagegen tun können.

„He Sas, lass uns mal mit ihr nach hinten. Die Bitch hat in den letzten Wochen echt fette Titten bekommen, die will ich mir mal anschauen“, hört sie einen der Jungs lachend sagen und diesen daraufhin mit vor Angst geweiteten Augen anschauen. Nicht glauben wollen, dass er dies ernst meint, doch an dem Grinsen der Blonden vor ihr sehen, dass dies kein Scherz war. Und es genau wissen, als sie nur wenige Sekunden später von einem der Jungs, mit einem schmerzhaften Griff an ihren Haaren, gepackt und nach oben gezogen wird.

Und bevor sie auch nur ein Wort sagen oder sich wehren kann, wird ihr in den Magen geboxt, worauf sie zu Husten anfängt und mit Tränen in den Augen, zu Saskia schaut.

„Nur als Warnung, dass du schön die Fresse hältst. Wir wollen doch nicht, das es jemand anderes mitbekommt und jetzt sei schön brav und komm mit.“, wird ihr zischend entgegen gehaucht, bevor sie an ihren Haaren gepackt, hinter die Turnhalle geführt wird.
 

*
 

Seine Beute im Maul tragen, springt er durch das offene Badezimmerfenster und seufzt innerlich geschafft auf. War das eine ganz schöne Tortur, das Geld zu beschaffen und bis hierher zu tragen, doch kann es sich sehen lassen. Auch wenn es nicht ganz so viel sein wird, wie bei den Kerlen damals im Ghetto. Doch weiß er, dass für Katie jeder Dollar zählt und damit zur Tür herübergehen, nur um verwundert in dieser stehen zu bleiben, als er ihre Tränen richt und ihr weinen hört.

Das Geld fallen lassen, maunzt er leise auf und springt zu ihr aufs Bett, nur um zu sehen, wie sie sich gänzlich unter der Decke versteckt hat.

Etwas lauter Maunzen, so dass sie ihn auch wirklich hört, wartet er ab, ob sie hervorgekrochen kommt, doch nichts. Hört er nur ihr schreckliches weinen und sieht das Erschaudern ihres Körpers, worauf er sich eine Stelle sucht, wo er zu ihr unter die Decke krabbeln kann. Als er dies mit ein wenig Anstrengung geschafft hat, krabbelt er hoch zu ihrem Gesicht und drückt seine Nase an ihre Wange, worauf sie erschrocken zusammen zuckt, ihn bis gerade überhaupt nicht wahrgenommen haben und ihn mit blutunterlaufenen Augen anschaut, aus denen nur so die Tränen gelaufen kommen und ihm damit sagt, dass etwas fürchterlich Schlimmes in der Schule passiert sein muss.

Maunzend kuschelt er sich noch etwas mehr an sie heran und reibt seinen Kopf an ihrer Wange, ihr gerne helfen wollen, doch muss sie ihm dafür erzählen, was passiert ist.

Doch schweigt sie, drückt nur ihr Gesicht in sein Fell, worauf er ihre Tränen in diesem fühlt. Doch stört es ihm nicht, würde er halt warten und sie so gut wie möglich trösten, wie er es in dieser Gestalt kann.
 

Etliche Zeit später, wobei er nicht sagen kann wie lange, merkt er, dass ihre Tränen weniger werden auch ihr Schluchzen, leiser wird und daraufhin leise fiepen. Hoffen, dass sie endlich bereit ist, ihm zu sagen, was passiert ist. Will er sie nicht mehr so leiden sehen, oder in diesem Fall hören. Und als er merkt, wie sie zitternd Luft holt und ihr Gesicht aus seinem Fell nimmt, blickt er in ihre Augen und erschreckt, als er in diesen ihren Schmerz und ihre Verzweiflung sieht.

„Ich ... ich kann nicht mehr“, bringt sie mit einem krächzen heraus, wobei sich gleich sofort neue Tränen in ihren Augen bilden und ihre Wange herunter laufen. Und bei ihrem Anblick selber schlucken müssen, und wissen, wäre er ein Mensch, nun selber Tränen in den Augen haben, als er das volle Ausmaß ihres Schmerzes in ihren Augen sieht.

Leise Maunzen und sie bittend und fragend anschauen, es ihm doch endlich zu sagen, was passiert ist, senkt sie ihren Blick und setzt sich langsam auf, wobei die Decke in ihren Schoss landet und sich ihm ein Anblick bietet, der ihn fauchen lässt.

Bei dem er spürt, wie sich seine Nackenhaare aufstellen und eine unglaubliche Wut in ihm entsteht und regelrecht aus ihm herausbricht, dafür sorgt, dass sich sein Körper verwandelt und er wieder zu einem Menschen wird.

„Wer hat dir das angetan?“, knurrend fragen, während er sich notdürftig die Decke um seine Hüfte wickelt und mit seinen Augen über ihre aufgerissene Bluse und den blauen Flecken auf ihrer Brust und Ausschnitt schaut. Nicht glauben können, was er da sieht und als sie sich ihm entgegen schmeißt, sich fest an ihn lehnt, ihr Gesicht an seine Halsbeuge drückt, zieht er das weinende Mädchen weiter auf seinen Schoss und hält sie einfach nur fest.
 

*
 

Schon lange keine Tränen mehr haben und sich matt und leer fühlen, lehnt sie weiter an Penguins Brust, welcher ihr sanft über den Rücken streichelt und sie einfach nur hält. Und was ihr guttut, sie zur Ruhe kommen und den Horror ein wenig vergessen lässt. Wenn auch noch nicht ganz, aber wie könnte sie das auch? Hinzukommt, dass sie immer noch ihre Bluse trägt und daraufhin anfangen, diese auszuziehen und in eine Ecke zu schmeißen. Nur um direkt darauf die zweite Bettdecke auf ihren Schultern zu spüren und welche Penguin ihr umlegt und worauf sie sich sofort in diese kuschelt.

„Danke“, hauchen und dem Piraten von unten her anschauen, welcher jedoch nur seinen Kopf schüttelt und seine Arme noch etwas fester um sie legt und was sie leise seufzend lässt. Denn auch wenn sie nichts lieber tun würde, als weiterhin hier auf seinem Schoss sitzend, mit ihm zu kuscheln, wird das Gefühl der fremden Hände auf ihrem Körper immer unangenehmer und in ihr kommt der Wunsch auf, sich zu waschen.

„Alles in Ordnung? Wenn es dir unangenehm ist, dann ...“

„Nein, das ist es nicht“, Penguin direkt unterbrechen, nicht wollen, dass er auch nur für eine Sekunde glaubt, das irgendwas, was er tut, ihr Unbehagen bereitet. Ist er der letzte Mensch, bei dem sie so fühlt, und ihm daher mit einem Kopfschütteln anschauen.

„Das ist es nicht, nur ... ich würde mich gerne Waschen, das Gefühl los werden von ..., von ihnen. Aber ... ich ... ich will nicht allein ... alleine sein“, erklären und es dabei jedoch kaum in Worte gefasst bekommen, weder was passiert ist noch, worum sie ihn gerade gebeten hat.

„Ich soll mit kommen?“

Auf seine Frage hin unsicher nicken und dabei seinen Blick ausweichen, fängt sie an, mit seinen Fingern zu spielen, welche auf ihren Arm liegen und dort bis gerade noch ihre Haut gestreichelt haben.

„Sicher? Aber doch nur mit ins Bad oder auch in die Wanne?“

Sich auf ihre Lippe beißen, nuschelt sie, dass er mit in die Wanne kommen soll.

Möchte sie gerade nicht, dass er sie auch nur für eine Minute loslässt, da sie sonst das Gefühl bekommt, auseinanderzubrechen. An dem, was Saskia und die anderen ihr angetan haben, kaputt zugehen.

Doch als sie sein leichtes Zusammenzucken spürt und seinen Blick sieht, senkt sie den ihren wieder auf ihre geflochtenen Hände.

„Bitte, ich ... ich kann gerade nicht allein sein“, bittet sie ihn und hört kurz darauf sein leises Seufzen.

„In Ordnung. Aber davor sollte ich mir wenigstens eine Shorts anziehen.“

Verstehend nicken, und sich leise bedanken, steht sie mit wackligen Beinen auf, sich dabei noch weiter in die Decke wickeln, als es sie zu frösteln anfängt und ins Badezimmer gehen.

Penguin wenigstens die Zeit und Ruhe geben, dass er sich etwas anziehen kann, wenn sie ihn schon zu so etwas überredet und damit das Wasser aufdrehen und dessen Temperatur fühlen.

Als diese für sie passend ist, lässt sie die Decke zu Boden fallen und wickelt sich anstelle dessen eines der Handtücher um und zieht noch ihre restliche Kleidung aus, als auch schon der Pirat, nur mit einer Shorts an den Hüften in den Raum kommt.

„Sollte es dir doch unangenehm werden, sag es. In Ordnung?“

„Mach ich“, stimmt sie ihm zu, wissen, dass dies nicht passieren wird und nach seiner Hand greifen, welche er ihr ohne weiteres hinhält und dann zusammen in die Wanne steigen.

Sich vor ihm ins heiße Wasser setzten, dabei darauf achten, dass das Handtuch bleibt, wo es ist, wartet sie bis auch er richtig sitzt und lehnt sich dann wie eben schon, an seine Brust und merken, wie ihr aufgewühltes Innere wieder ruhiger wird. Besonders als er seine Arme um sie legt und seine Hände auf ihre platziert.

„Soweit noch alles in Ordnung?“

„Hmm“, seufzt sie leise und sich noch etwas mehr an ihn drücken, worauf er eine ihrer Hände in die seine nimmt.

„Das ist gut, auch wenn ich mir wünschen würde, dass das hier nicht nötig wäre, nicht dass es mich stört, im Gegenteil, doch wenn ich könnte, würde ich dich weit von hier wegbringen. Irgendwohin wo dir keiner mehr wehtun kann.“

„Das wünsche ich mir auch“, murmeln und ihre Augen schließen, als er anfängt, leicht über ihre Wange und Hals zu streicheln und dabei langsam in einen Dämmerschlaf fallen, welcher jedoch abrupt beendet wird, als ihr eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht schwappt und sie anfängt unter zu gehen.

„Peng ...“, versuchen, noch zu sagen, als sich auch schon ihr Mund mit Wasser zu füllen beginnt und sie untergeht.

Dabei das Gefühl haben, sich nicht bewegen zu können und panisch ihren Blick durch das dunkle Wasser gehen lassen, nach Penguin suchen, welcher bis gerade noch direkt neben ihr war. Doch diesen einfach nicht sehen können, ist es dafür schlichtweg zu dunkel, hinzukommt, dass ihr die Luft ausgeht und gegen den Drang, Luft zu holen, ankämpfen und als sie kurz vorm aufgeben ist, das Gefühl in ihrer Lunge nicht mehr aushält, spürt sie eine kräftige Hand an ihrem Arm und welche sie nach oben zieht.

Und kaum hat sie die Wasseroberfläche durchbrochen, schnappt sie regelrecht nach der so dringenden Luft und hustet daraufhin, das Wasser aus, welches sie ganz zu Anfang, geschluckt hat.

„Katie!“

„Katie hörst du mich?“, nimmt sie, eine ihr vertraute Stimme neben sich war und schaut blinzelnd zu Penguin rüber, welcher es war, der sie an die Oberfläche gezogen hat. Und auch jetzt einen Arm um sie geschlungen hat und sie oben hält.

„Penguin“, hauchen und sich seltsam kraftlos fühlen, als hätte man ihr von jetzt auf gleich, sämtliche Energie entzogen.

Dazu das Gefühl, als würde etwas an ihr ziehen, wie als hätte sie ein Gewicht an sich hängen.

„Was ist hier los? Wo sind wir hier?“

„Ich weiß es nicht, doch wir müssen aus dem Wasser raus und ...“, fängt er an zu sprechen, nur um dann wieder aufzuhören und mit angestrengtem Blick in eine Richtung zu schauen.

„Was? Was ist los? Doch kein Hai, ooooh Gott lass es kein Hai sein“, bittet sie inständig und versuchen, etwas in der Dunkelheit zu erkennen.

„Keine Angst, es ist kein Hai und jetzt weiß ich auch, wo wir sind. Dort hinten, siehst du das Licht?“, beruhigt er sie, dabei seinen Griff um ihrem Oberkörper noch einmal festigen.

„Licht? Was den für ein Licht und wo sind wir hier?“

„Ich weiß nicht wie oder warum, doch wir sind bei mir. Das hier ist meine Welt und dort hinten ist die Polar Tang“, erklärt er ihr mit einem beruhigenden Lächeln, worauf sie in die Richtung schaut, in der das Licht sein soll.

Und tatsächlich, wenn sie ihre Augen etwas anstrengt, kann sie in etlicher Entfernung einen kleinen Lichtpunkt erkennen.

„Die Polar Tang? Du meinst das U-Boot, auf dem du lebst?“

„Hmm ganz genau.“

„Aber wie und warum auf einmal?“, wissen wollen und es nicht verstehen, wie es dazu gekommen ist. Und an Penguins Blick erkennen, dass er genauso ratlos ist.

„Ich habe keine Ahnung, aber so ist es nun einmal. Und jetzt muss ich dich aus dem Wasser schaffen, du kühlst immer mehr aus.“

Bei seinen Worten merken, wie sehr sie doch mittlerweile am Frieren ist und mit Bestürzung feststellen, dass sie nackt ist. Dass sich das Handtuch, welches sie noch in der Wanne um hatte, weg ist und auch Penguin trägt nur seine Short.

Und fühlen, wie sie errötet, ihr Gesicht und Ohren regelrecht heiß werden und sich aus einem Affekt von Penguin losstrampeln, was sich jedoch als Fehler herausstellt und sie direkt sofort wieder untergeht. Sich genau wie gerade, nicht bewegen können und vor Panik, anfangen, Unterwasser zu schreien, bis sie Penguins Hand an ihrem Arm spürt und welcher sie wieder nach oben zieht.

„Was sollte den das?“, geht er sie mit verständnislosem Blick an, während sie sich die Lunge aus dem Leib hustet und gierig die Luft einatmet.

„Ich ... ich bin .... nackt“, bringt sie hustend heraus und den Piraten beschämt in die Augen schauen, welcher zu verstehen scheint und sachte nickt.

„Ich weiß, deswegen müssen wir jetzt auch zur Tang schwimmen. Ich möchte, dass du dich auf meinen Rücken legst und dich an meinen Hals festhältst. Da du, warum auch immer, wie ein Anker untergehst, werde ich dich nur so dort hinbekommen.“

„Ist gut“, hauchen und genau das machen, was er ihr sagt. Auch wenn sie vor Scham am liebsten sterben möchte, erst recht, als ihr bewusst wird, dass ihre Brust gegen seinen Rücken drückt und er wirklich alles fühlen kann.

„Und jetzt möchte ich, dass du ganz tief Luft holst. Unterwasser bin ich deutlich schneller. In Ordnung?“

„Ähm ich ... in Ordnung“, hauchen und so viel Luft holen, wie sie kann, ihm jetzt einfach Vertrauen müssen. Mehr noch als davor, als er auch schon zu Tauchen anfängt und in die Richtung los schwimmt, wo die Tang ist und dabei ihre Augen weit aufreißen.

Hätte sie es nie für möglich gehalten, dass sich ein Mensch so schnell Unterwasser bewegen kann und Penguin unbedingt danach fragen. Doch dafür muss sie lebend bei dem U-Boot ankommen und wenn er noch länger Unterwasser bleibt ...

Doch bevor ihr endgültig die Luft ausgeht, merkt sie, wie er wieder nach oben schwimmt und mit ihr die Wasseroberfläche durchbricht und was sie tief einatmen lässt.

„Da wären wir.“

„Was? Schon?“, überrascht von ihm, zu dem gelben U-Boot schauen, dass nur wenige Meter von ihnen entfernt, im Wasser liegt und dabei von seinem Rücken rutschen, worauf er ihr wieder einen Arm um die Hüfte schlingt.

„So, jetzt noch einmal Luft holen und vielleicht die Augen zu machen“, bittet er sie mit seinem schiefen Grinsen und fühlen, wie er auch noch seinen zweiten Arm unter ihren Beinen entlang führt, so dass sie regelrecht in seinen Armen zum liegen kommt.

„Ich brauche etwas Anlauf, um aufs Deck zu springen“, erklärt er ihr, was er vor hat und damit ihre Arme um seinen Hals legen.

„In Ordnung“, murmeln und noch einmal Luft holen und ihre Augen schließen, legt sie ihren Kopf an seine Brust ab, dabei merken, wie er sich absinken und sie untergehen lässt.

Nur um keine zwei Sekunden später spüren, wie er mit einer Kraft, die seines gleichen Sucht, nach oben schießt und regelrecht aus dem Wasser springt.

Mit einem spitzen Schrei, sich weiter an ihn drücken, als sie merkt, dass sie Fallen, landen sie keine Sekunde später auf dem Deck, wo er sich mit ihr im Schoss hinsetzt und erst einmal verschnauft. Sie dabei jedoch weiterhin festhält und alle wichtigen Stellen an ihrem Körper mit seinen Armen und Beinen verdeckt.

Worauf ihr auch wieder einfällt, dass sie sich nun auf einem U-Boot befindet, auf dem sich noch zwanzig weitere Männer befinden und sie nicht ein bisschen Stoff am Körper trägt.

„Katie, alles in Ordnung?“

Auf seine Frage hin, ihren Kopf von seiner Brust nehmen und sich erst einmal etwas umschauen, bevor sie zu seinem Gesicht blickt und sachte nickt.

„Mir ist kalt, aber sonst geht es mir gut. Was ist mir dir?“

Sein schiefes Lächeln sehen und seine Fingerspitzen auf ihrem Gesicht spüren, als er ihre nassen Haare aus diesem streicht und seicht nickt.

„Das gleiche, kalt aber sonst okay. Und jetzt ...“, will er gerade weiter sprechen, als sie Schritte hören, die sich auf sie zubewegen und worauf sie sich sofort näher an seinen Körper drückt. Reicht es, dass er sie unbekleidet sieht.

„Wer ist da? Penguin, bist du das?“

„Käpt´n“, hört sie ihn auf die strenge Stimme antworten und einen vorsichtigen Blick über ihrer Schulter riskieren und einen hochgewachsenen Mann erkennen können, welcher mit strengen Blick auf sie und Penguin runter schaut und gleich sofort spüren, wie respekteinflößend dieser auf sie wirkt und sich noch etwas kleiner machen.

„Wo zum Teufel, warst du die letzten Stunden? Und wer ist das? Jetzt sag mir nicht, dass du dich für ein Stelldichein, von Board geschlichen hast. Weißt du eigentlich, was hier los war, als wir dich nicht finden konnten? Shachi war stundenlang im Wasser auf der Suche nach dir.“

Merken wie Penguin bei dieser Standpauke leicht zusammenzuckt und seinen Blick abwenden will, als er, aber auch sie bei einem bestimmten Wort hellhörig werden.

„Stunden? Aber ich war doch ...“, haucht ihr Pirat und schaut von seinem Käpt´n zu ihr runter und ihm ansehen, dass er ebenso wenig versteht wie sie.

„Was warst du?“, will sein Käpt´n wissen und sehen, wie dieser gerade seinen Mund öffnet, als ihr ein Niesen hochkommt und die Stille durchbricht.

„Ich erkläre dir alles, Käpt´n. Von der ersten Sekunde bis zur letzten, aber erst muss sie sich etwas anziehen und ins Warme.“

Entschuldigend zu Penguin heraufschauen, welcher bei ihrem Blick, seinen Griff um ihren Oberkörper noch etwas festigt und anfängt, leicht mit seinen Daumen über ihren Arm zu streicheln. Als würde er ihr sagen, dass es nicht ihre Schuld ist, fühlt sie sich dennoch schuldig, dass er ärger bekommt, weil er bei ihr in der Welt war.

„Von mir aus, dann kommt jetzt. Bevor es die anderen noch mitbekommen. Es ist nämlich mittlerweile tiefste Nacht.“

Und bei den Worten des Käpt´n spüren, wie er mit ihr im Arm aufsteht und diesem hinterhergeht, dabei weiter mit seinen Daumen über ihren Arm streicheln und sie mit einem beruhigendem Lächen anschauen, bevor er das innere der Tang betritt.

Sich interessiert umschauen, während Penguin sie durch die Gänge des Schiffes trägt und eine leichte Beklemmung verspüren, als sie durch eines der Bullaugen sieht, dass sie sich mittlerweile Unterwasser befinden und nur das bisschen Metal sie davor schützt.

„Alles in Ordnung?“, Penguin leise fragen hören, worauf sie auf ihrer Unterlippe kauend zu ihm und dann zu seinem Käpt´n schaut, ehe sie ihn wieder anblickt und dann ganz leise sagt, „Ich war noch nie auf einem U-Boot, es ist etwas ... befremdlich.“

Und auf ihre Worte sein leises Lachen hören und spüren, worauf auch sich der Käpt´n mit interessierten Blick zu ihnen umdreht, was ihr doch etwas unangenehm ist. Kann sie diesen so gar nicht einschätzen, was für ein Mensch er ist. Dazu ist es sein Schiff, sein zu Hause und nichts Falsches darüber sagen wollen.

„Ach so, daran gewöhnt man sich aber schnell und keine Angst. Die Wände der Tang halten ordentlich was an Druck aus.“

Spüren, wie sie rot wird, als sie sich die Blicke der beiden Männer bewusst wird und das in dieser Situation, welche eh schon peinlich genug ist, drückt sie ihren Kopf an seine Brust und versteckt sich so den Rest des Weges.
 

*
 

Mit einem Schmunzeln auf Katie herunterschauen, welche sich mit roten Wangen und Ohren, an seiner Brust versteckt, als er und Law sie aufgrund ihrer Frage, angeschaut haben und sich gleich bei ihr Entschuldigen.

Wollte er sie gewiss nicht in Verlegenheit bringen und doch konnte er sich das Lachen nicht verkneifen und mit einem Seufzen zu Law blicken, welchem er seine Fragen regelrecht ansehen kann.

Und als sie dann endlich, nach wenigen Minuten bei seiner Kajüte ankommen und sein Käpt´n die Tür für ihn öffnet, geht er mit Katie auf dem Arm, sofort zu seinem Bett herüber und setzt diese dort ab und wickelt das Mädchen direkt in seine Decke. Ihr Zittern die ganze Zeit über an seinem Körper gespürt haben, ebenso, wie ihre Haut immer kälter wurde.

Aber ihm geht es da nicht anders und trockenen Kleidung für sie beide aus dem Spint nehmen und seine schon einmal anziehen, während er Katies neben ihr aufs Bett legt.

„Wir gehen eben raus, dann kannst du dich anziehen“, zu ihr sagen und über seine Schulter zu Law schauen, welcher am Türrahmen gelehnt steht und auf seine Worte hin, durch diesen in den Gang tritt.

„Okay ... aber, du kommst doch sofort wieder oder?“

„Natürlich, mach einfach die Tür auf, wenn du fertig bist“, ihr leise, beruhigend sagen, während er mit seinen Fingern, über ihre Wange streicht, und die eiskalt ist.

„Willst du etwas Warmes zu trinken? Einen Tee vielleicht?“

„Nein, die Decke und ... du reichen“, sie leise, fast schon flüsternd sagen hören, während sie mit roten Wangen, von ihm zu Law schielt und dann wieder ihn anschaut.

„Okay“, mit einem Schmunzeln sagen, ehe er aufsteht und zu Law auf den Gang tritt und die Tür hinter sich zuzieht.

Und während er und sein Käpt´n warten, das Katie sich angezogen hat, den Blick von Law ganz genau auf sich spüren, welcher endlich Antworten will. Und schon einmal überlegen, wie er diesem das Erklären soll, was passiert ist. Doch keine Ahnung haben, und erleichtert aufatmen, als sich nur wenige Sekunden später, die Tür auch wieder öffnet und Katie sie beide mit schüchternem Blick anschaut.

„Ab unter die Decke mit dir“, sagend, zu ihr gehen und sie zu seinem Bett schieben, als er sieht, dass sie immer noch am Zittern ist und worauf sie sich auf dieses setzt und ihn dabei mit einem eindeutigen Blick anschaut und es ihr daraufhin gleichtun. Alles unter dem wachsamen Blick seines Käpt´ns und ahnen, dass dieser ihn darauf ansprechen wird, und die Decke über Katie legen, welche sich gleich sofort in seine Arme flüchtet. Ihr, ihre Erschöpfung ansehen. Aber auch ihre Unsicherheit über die aktuelle Situation und ihr leise ins Ohr flüstern, dass sie versuchen soll, etwas zu schlafen und sehen, wie sie nach Kurzem zögern, nickt und ihre Augen schließt.

Und ihr mit einem seufzen die Haare aus der Stirn streichen, welche nass und klamm vom Meerwasser sind, ehe er sich Law zuwendet, und der ihn und Katie aufmerksam beobachtet.
 

„Können wir dann?“, Law fragen hören und mit einem seufzen nicken, und sich überlegen, wo und wie er anfangen soll.

„Also ... wo warst du und wer ist sie?“, seinen Käpt´n fragen hören und beschließen, mit dem einfachsten Teil anzufangen.

„Das ist Katie. Sie hat mich da, wo ich war, aufgenommen und sich um mich gekümmert ...“

„Verstehe, und wo war dieses wo? Du warst etwa vier Stunden verschwunden und mir wäre es neu, sie davor schon einmal gesehen zu haben.“

„Ähm ja ...“, murmeln und sich am Nacken kratzen.

Kommt jetzt der Teil, wo er keine Ahnung hat, wie er das Law erklären soll. Fällt es ihm selber schwer, dass alles zu glauben und nicht verstehen, wie das überhaupt möglich ist.

„Ich sag es jetzt mal freiheraus. Doch dieses Wo, war nicht hier. Also, nicht auf unserer Welt ... ich weiß, es hört sich verrückt an. Doch dort, wo ich war und Katie getroffen habe, sind siebenundzwanzig Tage vergangen. Nenne es eine andere Welt, oder Galaxie ... doch weder ich noch sie können es uns erklären.“

Law ansehen, dass er sich sichtlich schwertut, ihm das zu glauben und ihn dabei mit gerunzelter Stirn und seichtem Kopfschütteln betrachtet.

„Eine andere Welt?“, deutlich seine Skepsis heraushören und nur nicken können.

„Ja ... ich weiß, wie sich das anhört. Doch ich sage dir die Wahrheit. Es gab dort so viele Dinge wie ... Autos und ganze Städte aus Wolkenkratzer. Und solche Kleine elektronischen Teilen, die Katie Handy´s nannte und mit denen man Telefonieren konnte. Und ... und es gab dort keine Grand Line oder die vier Blues. Ihre Welt besteht im Gegensatz zu unserer aus ähm ... mehreren, großen Kontinenten und nur wenigen Inseln. Es war dort so viel anders, als hier ...“, seinem Käpt´n erzählen und hoffen, dass er ihm glaubt. Dabei merken, wie gut es tut, dass alles jemand anderen anzuvertrauen und Law anschauen, welcher ihn und Katie nachdenklich betrachtet, ehe er mit einem Seufzen nickt.

„Okay ... es fällt mir nicht leicht, doch ich glaube dir. So viel Fantasie besitzt du dann doch nicht, um dir das alles auszudenken. Aber erzähl weiter. Was hast du davor gemacht und wie hast du sie kennengelernt.“

Erleichtert das von seinem Freund zu hören, atmet er schwer aus und streicht sich durch seine klammen Haare, welche sich durch das Salzwasser steif anfühlen.

„Bevor ich in ihrer Welt aufgewacht bin, stand ich draußen an der Reling und habe auf das Meer geschaut und von jetzt auf gleich, stecke ich im Körper einer Katze, in irgendeiner Seitengasse und werde von einem Köter gejagt.“

„Katze ...?“, kommt es verwirrt von Law und ihm ansehen und mit einem seufzen nicken.

„Stimmt, hatte ich ganz vergessen, oder besser verdrängt“, seufzend murmeln und froh sein, dass nicht mehr ertragen zu müssen und auf Katie herunterschauen, die mittlerweile tief und fest schlägt und hoffen, dass ihr das erspart bleibt.

Und sich dann wieder Law zuwenden, welcher ihn aufmerksam beobachtet und seinen Blick auf das schlafende Mädchen gefolgt ist.

„Du magst sie“, ihn Feststellen hören und daraufhin seufzend nicken.

„Das tue ich. Und ich bin froh, dass sie mit hierhergekommen und nicht alleine dortgeblieben ist“, Law in völliger Ernsthaftigkeit antworten und nun diesen seufzen hören.

„In Ordnung, das musst du mir gleich noch erklären ... aber erst einmal auf das mit der Katze zurückzukommen.“

„Da gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Im Grunde war ich außer ein paar Stunden in der Nacht, eine Katze. Meistens habe ich mich gegen elf Uhr abends in einen Menschen zurückverwandelt und morgens gegen fünf wieder in eine Katze.“

An Law´s Blick sehen, dass es diesem äußerst schwerfällt, das zu glauben und seufzend mit den Schultern zucken.

„War halt so“, murmeln und Katie über die Haare streicheln, als sich diese noch etwas mehr an ihn schmiegt und seufzend, ihre Hand in sein Shirt krallt.

„Okay ... eine Katze also, schwer vorzustellen ... aber gut. Und nun zu Katie. Wie habt ihr euch getroffen und was sollte deine Aussage bedeuten?“

„Getroffen ist das falsche Wort. Sie hatte mich gefunden. Wie eben schon gesagt, wurde ich direkt nach meiner Ankunft in ihrer Welt, von einem Hund gejagt. Dabei hatte ich mich verletzt und am Ende meiner Kräft, in eine Seitengasse geschleppt und dann war sie auf einmal da. Hat mich mit zu sich nach Hause genommen. Versorgte meine Wunde, gab mir essen und schmiss mich nicht heraus, als ich mich in der Nacht zurückverwandelt hatte. Kaufte mir sogar Kleidung, da ich ohne da stand“, Law von ersten Treffen erzählen und dabei anfangen, über Katies Rücken zu streicheln und fühlen, dass sie langsam wieder an Temperatur dazugewinnt.

„Sie hat dir also geholfen.“

„Ja hat sie und das, wo es ihr selber so schlecht ging“, Law zustimmen und spüren, wie seine Gefühle für das Mädchen sich melden und leise seufzen. Würden diese, dass sie nun zusammen in seiner Welt sind, nicht weniger werden. Und sich später darüber noch Gedanken zu machen müssen.

„Wie meinst du das?“

„Ihr Vater war Alkoholiker und schlug sie. Sie musste auf einer schimmeligen Matratze auf dem Boden schlafen und Geld für Essen oder Trinken, hatte sie auch kaum. Nicht mal genug, um die Wohnung im Winter zu heizen oder warmes Wasser zu bekommen. Dazu lief es in der Schule nicht besser. Dort wurde sie von ihren Mitschülern bis aufs äußerste gequält“, von Katies Leben erzählen, und Law verstehend nicken sehen.

„Das erklärt auch, warum sie so auf dich fixiert ist. Du warst ihr Held, der Erste, der nett zu ihr war.“

Auf Law´s Worte seinen Kopf schütteln und ihm zwangsläufig die Sache erzählen, die sich erst vor wenigen Stunden ereignet hat und dabei wieder die Wut in sich aufsteigen spüren und sich wünschen, bei der Hetzjagd damals auch dieses Dreckstück von Weib erledigt zu haben.

„Seitdem lässt sie mich kaum los. Sie hatte mich sogar gebeten, mit in die Wanne zukommen, da sie nicht alleine sein wollte oder konnte, jedoch das Gefühl der Hände auf ihrem Körper loswerden musste.“

„Hmm, das würde auch erklären, warum sie nackt und du nur in Short hier gelandet seit.“

„Ja ...“, zustimmen und dabei gähnen müssen, schon die ganze Zeit das Gefühl haben, dass sein Zeitgefühl völlig hinüber ist und sich schon auf sein Bett freuen. Kann er etwas Schlaf gut gebrauchen.

„Weißt du, ob sie sich auch in eine Katze verwandelt?“

„Keine Ahnung, ich hoffe ja nicht. Ist es schon so schwer genug für sie, da muss sie das nicht auch noch mitmachen.“

„Gut, wir werden es sehen. Und du solltst jetzt auch etwas schlafen, alles andere klären wir später.“

„Ist gut ...“, Law verabschieden, welcher schon halb zu seiner Tür raus ist, als sich dieser noch einmal zu ihm umdreht.

„Wobei, eine Frage habe ich noch ...“, fängt dieser an und schaut auf das schlafende Mädchen in seinen Armen.

„Hmm, welche?“

„Liebst du sie?“

Law auf dieser Frage einfach nur anschauen, während Katie sie weiter in sein Shirt krallt und leise im Schlaf anfängt zu Wimmer. Wohl von den Geschehnissen des Tages heimgesucht werden und das zitternde Bündel daraufhin noch fester an sich ziehen, bevor er leise, „Ja“ haucht.

„Dachte ich mir ... Ich schicke morgen Ikkaku zu euch, sie soll dir Kleidung für Katie geben.“

„Danke ...“

„Bis morgen“, seinen Käpt´n und langjährigen Freund noch mit einem schweren Seufzen sagen hören, bevor dieser aus seiner Kajüte geht und ihn mit Katie alleine lässt.
 

Auf das Mädchen in seinen Armen herunterschauen und vorsichtig ihre Finger aus seinem Shirt entfernen, legt er sich mit dieser richtig hin und zieht sie darauf wieder und noch etwas näher an sich. Ihre Wärme und Nähe nun selber brauchen und spüren, wie sie sich mit einem seufzen, weiter an ihn drückt und leise, „Penguin“, haucht.

„Ich bin hier“, antworten und sich wundern, dass sie schon wieder wach ist. Ist er eigentlich davon ausgegangen, dass sie die Nacht durchschläft, gerade bei dem, was heute alles passiert ist.

„Was ... was passiert jetzt mit mir?“

„Wie? Was soll schon passieren. Du bleibst hier, bei mir. Dieses Mal bin ich es, der dir seine Welt zeigt und auf dich aufpasst“, erklären und ihr hoffentlich ein wenig ihrer Sorgen nehmen.

Sich nur zu gut Vorstellen können, wie sie sich im Moment fühlen muss. Von jetzt auf gleich in einer anderen Welt zu landen, mit dem Wissen, dass sie sich auf einem Piratenschiff befindet und das, wo sie ihm erst vor wenigen Tage mit einem Film gezeigt hat, wie Piraten in ihrer Welt dargestellt werden. Und ihre Angst diesbezüglich nachempfinden können, auch wenn er damals noch gelacht hat, und meinte, solche gäbe es bei ihnen eher weniger.

„Aber störe ich nicht? Ich meine, ich kann nicht kämpfen. Ich weiß ja nicht einmal, wie man segelt oder sich auf einem Schiff verhält.“

„Das werden ich und auch die anderen, dir alles beibringen. Mach dir da bitte keine Sorgen.“

„Hmm ... okay...“

„Und jetzt versuch, noch etwas zu schlafen. Der Tag war anstrengend“, ihr sagen und sich dabei selber noch etwas näher an sie schmiegen. Ihre Nähe viel zu sehr genießen und seine Hand dabei unter ihr Shirt schieben und anfangen, ihre Rücken zu kraulen. Es einfach nicht sein lassen können, ihr wenigstens so etwas näher zu sein, und ihr Zufriedenes seufzen hören.

„Ob ich mich auch in eine Katze verwandle?“

„Das erfahren wir in ein paar Stunden und jetzt schlaf, Katie.“

„Gute Nacht, Penguin. Ich bin froh, dass ich mit dir hier bin und du nicht alleine die Welten gewechselt hast.“

„Ich auch ...“, murmeln und ihr aus einem Impuls heraus, einen Kuss auf ihren Haaransatz geben, was sie leise seufzen lässt und wenige Augenblicke später, ihren ruhigen Atem lauschen und damit ebenfalls versuchen, noch etwas Schlaf zu bekommen. Wissen, dass in wenigen Stunden, ein Trubel herrschen wird, der seines gleichen sucht.

Denn alle aus der Crew werden wissen wollen, was genau passiert ist und Katie kennenlernen und sich diesbezüglich noch etwas überlegen müssen. Würde ihr das nicht gefallen, von jetzt auf gleich, von zwanzig Mann ausgefragt zu werden.

Doch später und mit einen gähnen, seine Nase in ihren Haaren vergraben und sich noch mehr an das Mädchen in seinen Armen kuscheln und merken, wie auch ihm langsam der Schlaf heimsucht.



Fanfic-Anzeigeoptionen

Kommentare zu dieser Fanfic (0)

Kommentar schreiben
Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.

Noch keine Kommentare



Zurück