Living together von MissImpression (SakuSasu, NaruHina) ================================================================================ Kapitel 15: Ein Wiedersehen --------------------------- Die nächsten zwei Wochen vergingen für die WG-Bewohner wie im Zeitraffer. Hinata hatte mit ihrem Vater eine Art Vertrag ausgehandelt, was ihre weitere Stellung im Unternehmen anging. Sie hatte ihm ein Ultimatum gestellt: Entweder blieb sie als zukünftige Geschäftsführerin ohne Verlobung stehen oder sie würde das Unternehmen komplett verlassen. Es ging ihm sichtlich gegen den Strich, doch im Endeffekt willigte er ein, wobei Hinata das Gefühl hatte, dass ihn Frau Hyuuga diesbezüglich bereits vorher bearbeitet hatte. Doch auch er hatte Bedingungen: Sie sollte auf jeden Fall mehr ins Firmengeschehen integriert werden und eine Assistentin zur Seite gestellt bekommen. Damit hätte sie zwar noch mehr Arbeit, da das Studium selbstverständlich nicht zu kurz kommen sollte, doch Hinata traute sich diese Herausforderung zu. Somit war sie die letzten Wochen vor dem Urlaub voll ausgelastet. Auch Naruto hatte alle Hände voll zu tun, seine Hausarbeit in Bewegungspädagogik zu schreiben, die er wie gewohnt viel zu spät begann. Stundenlang sperrte er sich in seinem Zimmer ein und ließ nur gelegentlich genervte Ausrufe von sich hören. Zumindest konnte er sich immer auf die Abende freuen, wenn seine Freundin wieder nach Hause kam und er sich erstmal fallen lassen konnte – sie hatten sich darauf geeinigt, dass ab 21 Uhr weder Hausarbeiten noch diverser anderer geschäftlicher Kram bearbeitet wurde und sie somit Zeit für die Zweisamkeit hatten. Sakura dagegen hatte momentan andere Sorgen im Kopf. Seitdem Sasuke abgereist war, hatten sie einen mehr oder weniger regen Mailaustausch gestartet, wobei nie das offensichtlichste aller Themen angesprochen wurde: der Kuss. Im Grunde beschränkten sich ihre knapp formulierten Konversationen auf Hinatas Familienproblem und etwaige Wetterverhältnisse. Und trotzdem hatte Sakuras Herz jedes Mal einen kleinen Aussetzer, wenn sie eine neue Nachricht von ihm im Postfach hatte. Sie musste zugeben, dass sie ihn vermisste. Je mehr Zeit verging, desto aufgeregter wurde sie – der Tag seiner Ankunft rückte bedrohlich näher. Sie hatte Angst, weil sie nicht wusste, wie sie ihm entgegentreten sollte. Ihn umarmen? Ihn gar küssen? Oder doch Distanz wahren? Sie hatte den Fehler gemacht und war einige Tage nach dem Vorfall zu Tenten marschiert, die sie sofort durchschaut und aus ihr jede noch so kleine Einzelheit darüber rausgequetscht hatte. Selbstverständlich hatte Tenten versprochen, alles für sich zu behalten, doch Sakura hatte den Verdacht, dass Neji es doch – ob er es nun wollte oder nicht – zu hören bekam, wenn sie es später nochmal für sich analysieren wollte und jemanden zum volllabern brauchte. Am Abend vor der Abreise zum Meer kam Sasuke nach Hause, Sakura war gerade auf ihrem Zimmer und packte den Rest ihrer Sachen zusammen, die sie mitnehmen wollte. Sie hörte, wie die Haustür geöffnet wurde, und ihr Herz blieb kurz stehen. Sie wusste genau, wer da gerade angekommen war, denn Naruto und Hinata hatten sich für den Rest des Abends ins Zimmer verabschiedet und würden erfahrungsgemäß so schnell auch nicht wieder da rauskommen. Sakura hielt in ihrer Bewegung inne und lauschte den Schritten im Flur. Eine Tür wurde geöffnet und wieder geschlossen, dann war es wieder ruhig. Sie atmete langsam aus, hatte gar nicht gemerkt, dass sie die Luft angehalten hatte. Unzählige Male war sie die Szenarien durchgegangen, was ihr Wiedersehen betraf. Alle Reaktionen abgewogen und keine für gut oder sinnvoll befunden. Sie wusste einfach nicht, wie sie sich verhalten sollte – der Kuss war einfach so weitab von dem, was sie bisher an Interaktionen hatten, dass es sie förmlich aus dem Konzept brachte. Und das obwohl sie sich schon mal geküsst haben – angeblich. Nur dass Sakura sich leider nicht mehr daran erinnern konnte. Was sollte sie nun also tun? Ein leises Klopfen riss sie aus ihren Gedanken und ließ sie aufschrecken. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. „Herein“, krächzte Sakura, räusperte sich und wiederholte die Aufforderung, da wurde die Tür bereits geöffnet. Sasuke betrat ihr Zimmer mit einem Lächeln auf dem Gesicht aber auch deutlichen Spuren von Erschöpfung. Sie lächelte automatisch zurück. „Bin wieder da“, sagte er. „Hast du mich vermisst?“ Es sollte neckisch sein, das war Sakura klar, doch in dem Moment kam es ihr unglaublich schwer vor, eine passende, schlagfertige Antwort zu finden, sodass sie nur nickte. Er ging auf sie zu und umarmte sie sanft. „Ich habe dich auch vermisst.“ Er bettete sein Gesicht in ihre Halsbeuge, sein Atem kitzelte sie leicht. Vorsichtig schmiegte sie sich an ihn, sein Körper war warm. Sie schloss die Augen und atmete seinen Duft ein, der ihr so ungewohnt vertraut erschien. Eine Weile standen sie so, die Zeit schien stehen geblieben zu sein. Sakuras Herzschlag passte sich seinem an, sie wurde ruhiger. „Darf ich mich kurz hinlegen?“ Er flüsterte und klang dabei so müde. Auf Sakuras Bett waren noch ihre restlichen Sachen zum Packen verteilt und trotzdem hielt es weder sie noch ihn davon ab, sich da rauf zu legen, eng aneinander geschmiegt und schweigend. Nach wenigen Minuten merkte Sakura, wie sein Atem immer ruhiger und regelmäßiger wurde. Er war eingeschlafen – in ihren Armen. Ino hatte nochmal einen Plan bezüglich des Urlaubs erstellt und per Mail an alle Beteiligten verschickt, doch die meisten interessierte eigentlich nur Abfahrtszeitpunkt und -ort. So kam es dann, dass früh am Morgen des Abreisetages bereits hektischer Betrieb in der WG herrschte. Sasuke war irgendwann in der Nacht aufgewacht und hatte im Halbschlaf angefangen, seine Tasche zu packen. Bei dieser Tätigkeit war er dann wohl erneut eingeschlafen, was zu einem Lachanfall von Naruto führte, als dieser gegen sechs Uhr in der Früh in sein Zimmer gestürmt kam, um ihn zu wecken. Er fand Sasuke in einer eher ungemütlich wirkenden Position halb über der Tasche liegend halb vom Bett hängend mit einem Packen Boxershorts in der Hand. Hinata währenddessen war damit beschäftigt, alle leicht verderblichen Lebensmittel aus dem Kühlschrank zu entfernen, um keine pelzige Überraschung nach der Urlaubswoche zu erleben. Dabei murmelte sie unablässig den Satz „Warum habe ich das nicht schon eher gemacht, warum?“ und fand dabei einige ehemals genießbare Sachen in den hintersten Ecken versteckt. Sakura lief hektisch in der Wohnung rum und telefonierte dabei. „Ja, Ino, wir haben unsere beiden Zelte eingepackt.“ … „Nein, ich packe nicht diesen blöden knallpinken Bikini ein, den du uns alle geschenkt hast.“ … „Das ist mir egal. Ich habe dir doch gesagt, dass ich darin wie ein Bonbon aussehe.“ Sie seufzte. „Den grünen habe ich.“ … „Und was kümmert es mich, dass du ihn nicht ‚sexy‘ findest?“ … „Dann guck nicht hin!“ … „Er hat da auch gefälligst nicht hinzugucken!“ Sakura wurde leicht hysterisch. „Ino, mach dich nicht lächerlich. Sasuke wird es NICHT tun.“ … „Nein. Bis gleich.“ Damit legte sie auf und atmete erleichtert aus. „Was werde ich nicht tun?“, fragte Sasuke und lehnte lässig am Türrahmen von Sakuras Zimmer. Sie zuckte kurz zusammen und wurde rot. „Nicht so wichtig. Ino dreht gerade am Rad wegen der ganzen Vorbereitung. Sie macht sich wieder mal mehr Stress, als nötig ist.“ „Und von welchem pinken Bikini war die Rede?“ Sakura drehte sich um und stopfte noch ein paar Handtücher in eine große Reisetasche. „Ach … Sie hatte für sich, Tenten und mich drei identische Bikinis gekauft letztes Jahr. Die Dinger sind so geschnitten, dass man im Grunde einen ‚Hauch von Nichts‘ trägt und außerdem beißt es sich auch noch wunderbar mit meiner Haarfarbe. Bei Ino sieht es natürlich grandios aus.“ „Ist das nicht eher so ein ‚Teenager-Ding‘ mit Partnerlook und sowas?“ Sie zuckte mit den Achseln. „Ich weiß nicht, wie sie auf die Idee gekommen ist, dass gerade DAS gut ankommen soll.“ Er grinste. „Darf ich das Teil mal sehen?“ Sie spürte, wie ihr die Hitze in den Kopf stieg. „Lieber nicht.“ Sie warf einen verstohlenen Blick in Richtung ihrer Kommode und musste mit Entsetzen feststellen, dass gerade die Schublade mit der Unterwäsche rausgezogen war. Und ganz oben drauf thronte – wie sollte es auch anders sein – das pinke Etwas. Auch Sasuke schaute zur Kommode und sein Grinsen wurde breiter. Mit einem panischen Gesichtsausdruck stürzte sich Sakura auf die Schublade und auch Sasuke hechte hinterher. Sie war die erste, die den Bikini zu fassen bekam, doch er war eindeutig der Stärkere von beiden. Mit wenigen Handgriffen hatte er sie auf den Boden gedrückt und beugte sich über sie, ihre Hand umklammerte immer noch panisch das Stück Stoff. Vorsichtig aber mit einem gewissen Kraftaufwand führte er ihre Hände zusammen, sodass er beide mit nur einem Griff zusammenhalten konnte. Mit der anderen Hand fischte er nach dem Bikini und hielt ihn triumphierend in die Höhe. Doch so leicht ließ sich Sakura nicht unterbuttern, wand sich und bekam eine Hand frei, die sie auch sofort dazu nutzte, ihm in den Arm zu zwicken, damit er sie endgültig losließ. Es entstand ein wildes Gerangel, wobei Sakura einen heftigen Kicheranfall bekam, als Sasuke sie anfing, zu kitzeln. Sie hielten inne, als sie plötzlich ein Räuspern hinter ihnen vernahmen und ein sehr amüsiert wirkender Naruto mit verschränkten Armen im Türrahmen stand. Der Bikini lag auf Sasukes Schulter. Hinter ihm stand Hinata und versuchte angestrengt, über das sich ihr bietende Bild nicht zu lachen. „Ich möchte euch zwei Süßen ja nur ungern stören“, sagte Naruto und grinste bis über beide Ohren. „Aber wir müssen leider los, sonst steht Ino gleich vor unserer Haustür. Sie hat mich eben nochmal angerufen, weil du nicht an dein Handy gegangen bist, Sakura, und hatte schon Panik, wir wären ohne sie gefahren.“ Sasuke erhob sich und half der puterroten Sakura auf, die eine Entschuldigung murmelte und dabei den Boden fixierte. Dann ging sie zu ihrem Bett und machte ihre Tasche zu, um sie in den Flur zu stellen. Gemeinsam verließen sie die Wohnung, verstauten alle Reisetaschen im Auto, das sich Naruto von seinem Vater extra für den Urlaub ausgeliehen hatte, und fuhren zum Treffpunkt, wo Tenten, Neji und Ino bereits warteten. Letztere bestand darauf, dass alle Mädels bei ihr im Kleinwagen mitfuhren und die Jungs bei Naruto. Auch wenn sich die Hyuuga nur ungern von ihrem Freund trennen wollte, so ließ sie sich trotzdem dazu mitreißen. Die Fahrt war anstrengend und lang, doch das trübte die Stimmung keinesfalls. Am späten Nachmittag nach einigen Pausen erreichten sie den Zeltplatz, wo Ino sofort das Kommando übernahm und den männlichen Part der Gruppe dazu verdonnerte, die Zelte aufzustellen, während sie mit den Mädchen im Supermarkt um die Ecke das Abendessen besorgten. Ein kleiner, tragbarer Grill von Tenten wurde angefeuert und eben jene auch zur Grillmeisterin ernannt. Bierflaschen wurden geöffnet und Hugo ausgeschenkt, sie stießen gemeinsam an. So konnte der Urlaub beginnen! 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