Eine Studie über Abschaum von monophobie (Grimmjow x Ulquiorra) ================================================================================ Kapitel 1: Lektion Eins: Essensgewohnheiten ------------------------------------------- Titel Eine Studie über Abschaum Teil: 1/5 Fandom: Bleach Pairing: Grimmjow x Ulquiorra (Angedeutet: Gin x Izuru, Aizen x Gin) Warnings: Shounen-ai (don’t like, don’t read), Lime Genre: Humor, Romantik, Erotik, Shounen-Ai, light Drama Autor: monophobie Disclaimer: Die Charaktere gehören Tite Kubo und ich erhebe hiermit keinen Anspruch auf sie. Des weiteren verdien ich kein Geld damit. A/N: Es kam über mich! Nach intensivem Bleach schauen habe ich mich doch dazu entschieden eine Fanfiction dazu zu schreiben. ;) Grimmjow und Ulquiorra waren gar nicht mein Lieblingspairing, doch die Idee kam über Nacht und so schrieb ich den Plot in den Ferien runter. Vielleicht kommt auch mal noch was zu Gin und Izuru, je nachdem wie sehr mich das Abi stressen wird. :D Kommentare und Kritik sind natürlich wie immer gern gesehen! Attention!: Das ganze spielt noch vor der Zeit mit Ichigo und Orihime! Nun viel Spaß mit: Lektion Eins: Essensgewohnheiten. Ein genervtes, Würgen ähnliches Geräusch verließ seine Kehle als er aus dem Gebäude trat und den Blick gen Himmel richtete. Er hasste dieses Blau. Diese steten Wolken, die an der Decke festgeklebt zu sein schienen. Er hasste diesen Sonnenschein, der nicht wärmte und nichts bräunte. Er hasste diesen falschen Himmel noch mehr als die ewige Nacht hier in Hueco Mundo. Er stützte die Arme auf die Brüstung aus weißem Stein, beobachtete das absolute, leere, sich nicht veränderte Nichts in Las Noches und fluchte leise in sich hinein. Aizen mit seiner dummen Illusion. Alles was dieses Licht berührte waren seine Augen und Ohren. Blabla. Am Arsch. Der konnte ihn sonst wo. Er hatte gedacht, wenn er ein Arrancar werden würde, dann würde er stärker werden, könnte jeden besiegen und nichts stände ihm mehr im Weg. Die ewige Suche nach Macht wäre dann vorbei. Von wegen. Er war stärker, ohja, er war schließlich ein Espada. Aber nicht der erste. Und er war auch nicht Aizen. Nein, er war der sechste Espada, ein ziemlich gelangweilter sechster Espada, da es niemanden gab, der hier die ganze Sache mal auflockerte, mit ihm kämpfte oder ihn unterhielt. Genau genommen war sein Leben nun ziemlich fad – Ein bisschen reumutig dachte er daran zurück als er noch ein Adjuchas gewesen war. Grimmjow Jaegerjaquez, was ist nur aus dir geworden? Er blies die Luft missmutig zwischen den Lippen aus, ließ den Kopf auf seine Hände sinken und flog mit den Augen über die weiße Sandlandschaft, die emporragenden Gebäude hinter denen sich Leben abspielte, das ihn mindestens genauso langweilte. Die übrigen Arrancar hier schienen seltsamerweise immer etwas zu tun zu haben. War denen nie so langweilig wie ihm? Irgendwie konnte er sich das nur schwerlich erklären. Erneut suchte sein Blick etwas Spannendes, das es Wert war beobachtet zu werden, doch herumtänzelnde Sandkörner gehörten da eindeutig nicht dazu. Er rollte mit den Augen, stützte sich von der Brüstung ab und verschränkte die Arme hinter dem Kopf, ging weiter über den langen Steg zum nächstem Turm, um eine Beschäftigung zu finden. Ja, außer Aizen zu Befehl zu sein konnte man hier wirklich nicht viel machen – Und Grimmjow hasste es stur Befehle auszuführen. Er war lieber sein eigener Herr. „Leichter gesagt als getan.“, brummte er als er in den dunklen Turm ging, sich umsah und die Treppe ansteuerte. Aizen hatte ein wirklich bedrückendes Reiatsu. Das wäre glatter Selbstmord sich dagegen auflehnen zu wollen. Er schritt die Treppe hinab, bahnte sich den Weg durch den Korridor. Die Türen waren verschlossen, hinter einigen spürte er Reiatsuströme, die ihm gewöhnlich und banal vorkamen. Er strich sich durch das Haar am Hinterkopf, wollte abermals leise Flüche murmeln, als er hinter sich einen amüsierten Ton vernahm. Er wand den Blick langsam über seine Schulter, erblickte Ichimaru Gin und drehte sich gänzlich zu ihm herum. Die Hände in den Hosentaschen vergraben unterband er das sachte Beben seiner Fäuste. Dieser hinterlistige Fuchs war genauso seltsam wie Aizen. Dieser Blick, dieses ewige Grinsen, das absolut nichts-sagend war. Hatte der ihn wieder beobachtet? Gott, wie er Las Noches verfluchte. „Du scheinst dich zu langweilen, Grimmjow.“, formten die schmalen Lippen des Shinigami, bevor sie sich wieder zu einem Lächeln verzogen. Und wie der ihn beobachtet hatte. Irgendwann, wenn Aizen mal nicht hinguckte, würde er ihm dafür eine reinwürgen. Ohja. „Und wenn es so wäre?“ Grimmjow konnte sich bei der Antwort den sarkastischen Unterton nicht verkneifen. „Die anderen Arrancar sind weitaus geschäftiger als du, nicht wahr? Weißt du woran das liegen könnte?“, die Schnute Gins wandelte sich kurz ins Nachdenkliche, dennoch Lächerliche, als er sich mit dem Finger an die Wange tippte. Die Antwort kannte die fleischgewordene Fuchs-Maske höchstwahrscheinlich sehr gut und –was hatte Grimmjow anderes erwartet?- ließ er den Espada an seinen Gedanken teilhaben: „Ich fürchte, Aizen denkt du seiest zu ungestüm um Aufgaben für ihn zu erledigen. Aufgaben, die außerhalb von Abschlachten und Städte zerstören liegen.“ Grimmjow rollte mit den Augen, presste ein dumpfes: „Schön.“ zwischen den Lippen hervor. Gin hob lächelnd die Hände, zuckte einmal kurz mit den Schultern, „Ich sehe das ein wenig anders.“ Auch schön. Was nervte der ihn? Immer dieses Gerede um den heißen Brei herum. Was wollte der von ihm? “Spuck’s schon aus, was du möchtest.“, Grimmjow wand den Blick ein wenig Beiseite. Ignorierend, dass Gin ein leises Seufzen entfuhr. Die nette Tour zog eben nicht bei jedem Espada. Zog die überhaupt bei wem? Bei Gelegenheit sollte Grimmjow das vielleicht mal überdenken. „Wenn du dich so sehr langweilst, hätte ich einen Auftrag für dich.“, sagte Gin leise, überlegend und anscheinend noch nicht ganz sicher, ob das wirklich eine gute Idee war. Als Grimmjow den Blick allerdings wieder zurück wand und die Brauen interessiert hob, wurde das Lächeln auf dem Gesicht des Shinigamis wieder breiter. „Ich bräuchte ein paar Dinge aus der materiellen Welt, allerdings mag ich es nicht in einem Gigai in den Städten umherzusuchen. Für einen Arrancar wie dich dürfte das vielleicht verlockender sein?“, Gin hob die Hände erklärend, grinste breit als Grimmjow die Brauen überlegend zusammengezogen hatte. In der Tat hatte er die materielle Welt bisher wenn dann nur aus der Vogelperspektive gesehen und war nie darin eingetaucht. In die Massen der Menschen, die sogar Notiz von seiner Existenz nehmen könnten. Er hatte nur immer die Lichter der Straßen gesehen, in verschieden bunten Tönen und nicht nur schwarz-weiß wie in Hueco Mundo. Die Welt der Menschen. Betrachtet aus einem Gigai heraus. Das klang durchaus nach einer Abwechslung. „Aber ich habe nicht so etwas wie einen Gigai.“, räumte Grimmjow nach seiner Überlegung ein, doch Gins Grinsen zu urteilen, schien das kein Grund zur Sorge zu sein. „Szayel Aporro würde sich um dieses Problem kümmern. Einen Gigai zu erschaffen der unauffällig zwischen den Menschen agieren kann, ist wohl nicht die Frage. Doch du hast mir nicht geantwortet: Nimmst du das Angebot an?“ Grimmjow hob den Kopf grinsend, dazu die Brauen und wippte kurz auf den Beinen. Seine Haltung verriet alles – er schien auf eine solche Gelegenheit gewartet zu haben. „Solang ich frei bin mich ein wenig länger in der Menschenwelt aufzuhalten, würde ich es glatt machen.“ Gin faltete die Hände vor dem Körper, nickte, murmelte ein „Gut“ und deutete Grimmjow an ihm zu folgen. Noch einmal betrachtete Grimmjow sein Gesicht von allen Seiten und Perspektiven in dem großen Glas vor ihm. Er strich sich mit der Hand über die rechte Wange, tippte darauf und nahm seine Mundwinkel zwischen die Finger. Seine gebrochene Hollowmaske, unweigerlich mit ihm verwachsen, fehlte in diesem Austauschkörper. Das einzige Loch das seinen Körper am Bauch noch zierte war ein Bauchnabel und auch sonst fühlte er sich seltsam... menschlich. Er lehnte sich zurück, betrachtete sein Spiegelbild in groß. Szyael, der dumme Hund, hätte ruhig auf ihn hören können, wenn es darum ging seine Kleidung auszusuchen. Was sollten diese eng anliegenden, blauen Hosen? Von diesem seltsamen Oberteil wollte er gar nicht erst reden. Das war viel zu beengend, viel zu viel Stoff, wenn man Grimmjow fragte. Aber ihn fragte ja keiner. Wieso auch? Er wurde ja nur geschickt um für Gin in einem „Supermarket“ Kakis, Süßigkeiten und andere seltsame Dinge, von denen er noch nie gehört hatte, zu besorgen. Grimmjow atmete dunkel aus, wand den Blick von dem Schaufenster, aus dem ihn leblose Puppen anlächelten, ab und sah die Straße hinab. Es war wohl Mittag , die Sonne stand hoch im Zenit und in diesem Körper spürte er sogar die Wärme, die davon ausging. Die Menschen liefen in Grüppchen auf den gepflasterten, breiten Weg hoch und wieder hinab, ab und an unterbrochen von Menschen auf Drahtgestellen mit zwei Rädern. Vielleicht so etwas wie kleine Autos? Und das obwohl Gin gemeint hatte, auf dieser Straße würden keine solche Fahrzeuge verkehren. Er ließ eine Hand in seine Hosentasche wandern und kramte den Zettel hervor, den er bekommen hatte. Darauf stand, was er besorgen sollte und wo er es finden würde. „Zur Not kannst du jemanden fragen.“, hatte Gin ihm gesagt. Als hätte er so was nötig. Tzz. Er war Grimmjow und er würde den Weg instinktiv finden! Außerdem drängte ihn nichts, er hatte Zeit. „Lass mal sehen.“, Grimmjow wand den Blick die Straße hinab, suchte irgendein großes Schild, das ihm Hinweise gab. Schwer fiel es ihm nicht, Dinge auszumachen. Er schien größer als die meisten Menschen hier in dieser Stadt und mit seinen blauen Haaren auch durchaus auffällig genug, dass Abstand von ihm gehalten wurde. Genau dieser Abstand erlaubte es ihm auch die Menschen aus der Entfernung heraus beobachten zu können, ihr Verhalten und ihre Gesten miteinander. Im Gegensatz zu den anderen Arrancar, besonders zu den Espada, fand er das alles ziemlich interessant. Er wurde daraus nicht schlau. Wieso diese Menschen so und nicht anders handelten. Ob es nur an den Gefühlen lag, die den Hollows angeblich fehlten? Oder ob ihnen allen, so wie Grimmjow auch, einfach nur langweilig war und sie miteinander versuchten, die trübe Alltäglichkeit in ihrem Dasein auszurotten? Er entschied sich für die zweite Variante. Gefühle konnten gar nicht so bedeutend sein, dass sie einen komplett einnahmen. Das Vertreiben von Eintönigkeit gehörte für ihn viel mehr zum „vor sich hin leben“. Zufrieden nickend bestätigte er sich in Gedanken selbst, beobachtete ein junges Mädchen und einen Mann vor sich, die sich an den Händen hielten. Die ganze Zeit. Während sie vor ihm gingen. Wozu wohl? Ob es eine Art Besitzanspruch war? Er wurde einfach nicht schlau aus den seltsamen Gesten dieser Menschen. Er wand den Blick an die Seite, musterte die Überschriften der Gebäude und schaute sich ein paar Schaufenster an. Er fragte sich wieso eine so große Bibliothek für die Öffentlichkeit zugänglich war und sich manche sogar Bücher daraus erkauften? Oder ein Platz an dem die Menschen saßen und aus weißen Tassen eine braune Brühe tranken und nichts anderes taten als sich zu unterhalten. Wofür waren diese Läden gut, in denen Kleidungsstücke in Massen zum Verkauf angeboten worden? Ein seltsam penetranter Geruch, süßlich und fruchtig, schwappte zu ihm und er wand den Kopf wieder zurück, sah sich die vorbeiziehende Auswahl an bunten Fläschchen mit noch bunteren Verpackungen an. Eine junge Frau lächelte freundlich und als er an ihr vorbei ging, drückte sie ihm eine kleine Karte entgegen. Ihr nachblinzelnd stolperte er weiter, las den Schriftzug des Zettels ohne ihn zu verstehen. „Riechen Sie unwiderstehlich. 20 Prozent Rabatt auf alle Parfums! Nur bis zum 15.07.“ Unwiderstehlich riechen? Wer sollte ihm denn widerstehen? Und was war ein Parfum? Hatte das was mit diesem Laden zu tun, aus dem der seltsame Geruch gekommen war? Diese Menschen. Er wurde einfach nicht schlau aus ihren Handlungen. Er faltete das Zettelchen, steckte es in seine Hosentasche und blickte nun wieder aufwärts. Weitere seltsame Läden zogen an ihm vorbei, die Innschriften klangen mindestens so exotisch wie ihre Arrancar-Namen und über ihre Inhalte wurde er nicht schlau. Es kam ihm vor, als wäre er den gesamten Weg hinab gewandert, da fand er tatsächlich eine Überschrift die „Supermarket“ beinhaltete. Vor den Türen des solchen sah er auch aufgebahrt Obst und Gemüse liegen. Allerdings sah davon nichts wie Kakis aus – er müsste Wohl oder Übel hineingehen. Er schritt auf die freigelassene Stelle zwischen den Kisten zu, sah aber keinen Türknauf oder eine Klinke zum drücken. Wie sollte er hie... Er blinzelte ein wenig überrascht, als die Fenster vor ihm sich zur Seite schoben und er hinein gehen konnte. Er sah über die Schulter zurück, doch sie schlossen sich nicht wieder. Erst als er zwei Schritte weiterging, glitten sie lautlos wieder zu. Ob das eine Art Magie der Menschen war? So etwas wie Kido vielleicht? Er grinste, ging über den gefliesten Boden weiter in den Laden hinein. Das würde ihm sicherlich keiner glauben, wenn er in Hueco Mundo war. Dass die Menschen Magie anwenden konnten, dessen Reiatsu man einfach nicht spürte. Kranke Sache. Bereits am Anfang sah er gestapeltes Gemüse und Obst und begab sich auf die Suche nach den gewünschten Kakis. Unschlüssig stand er vor den ausgebreiteten Früchten. Gin hatte ihm gesagt, man müsste in der Welt der Menschen alles bezahlen. Er hatte auch Geld dabei, doch wer würde ihm das abnehmen? Und wie sollte er all die Kakis in seinen Händen tragen? Er wand den Blick über die Schulter, beobachtete die Menschen, wie sie ihr Obst und Gemüse mitnahmen. Eine Frau verstaute Äpfel in einer weißen, kleinen Tüte und legte diese in einen Metall-Korb auf Rollen, den sie vor sich herschob. Grimmjow wand den Kopf nach Links und Rechts, ob er auch so einen Korb oder so eine Tüte bekommen könnte? Er könnte ihr das auch einfach klauen, wenn er schnell genug war, würde sie das wahrscheinlich nicht einmal merken und er hätte ein Problem weniger. Nur was sollte er mit den Äpfeln machen? Neben ihm stellte sich eine Frau, die mit spitzen Finger eine weißliche Rolle ergriff und sie auseinander zog. Sie riss das Plastikmaterial an einer Stelle ab und entfaltete eine Tüte. Ah! Woho! So ging das also. Als sie ein längliches, grünes Gemüse verpackt hatte, machte sich Grimmjow ebenfalls daran sich eine Tüte zu schnappen. Bei der Frau hatte das einfacher ausgesehen. Die Tüte abzurollen war ja noch leicht und abreisen schaffte er auch noch, doch sie so schwungvoll aufplustern war eher sein Problem. Nach einigen Anläufen seine Finger zu koordinieren schaffte er es die Kakis zu verstauen. Na das wichtigste war geschafft! Er besah sich den geknitterten Zettel in seiner Hand und suchte die Süßwarenabteilung auf. Gin wünschte sich Bonbons. Bonbons. Bonbons. Grimmjow zog die Brauen zusammen und krallte eine Hand in sein Haar. Dieser Trottel. Idiot. Hier gab es eine viel zu große Auswahl an Bonbons! Rosafarbene, Gelbe, Grüne, Blaue. Manche sollten nach Erdbeere schmecken, andere nach Kirsch, Quitte oder Toffee. Was auch immer Toffee war! Grimmjow knirschte kurz mit den Zähnen. Verflucht sei dieser elende Shinigami. Woher sollte er denn jetzt wissen, was er mitbringen sollte? Er kratzte sich kurz am Kopf, sah sich in alle Richtungen hin um und fand aber keinen Hinweis, der ihm hätte weiterhelfen können. Dann ging er am besten nach Farben. Rot und Blau. Für den Anfang. Er würde sie probieren bevor er zurück kehren würde. Nachdem auch dieser Punkt seiner Liste abgearbeitet war begab er sich auf die Suche nach sogenannter „Coca Cola“. Er durchstreifte die Regalgänge auf der Suche nach diesem Objekt und fand sich nur vor allerhand anderen verstörenden Sachen wieder. Onigiri und Sushi, das in Plastik verpackt war, toter Fisch auf Eis unter einer Glas-Theke, und dünne Heftchen mit Fotografien von Frauen und Männern. Grimmjow verharrte vor den Fotografien, sah sich die abgebildeten Frauen in langen Kleidern an, die schimmerten und glitzerten. Er versuchte sich Halibel darin vorzustellen und scheiterte kläglich. Es schien ihm unmöglich Hueco Mundo und diese Welt in Einklang bringen zu wollen. Er blätterte durch das Magazin und wunderte sich, wieso die ganzen Frauen von Seite zu Seite immer weniger anhatten. Sowieso; Wieso waren darin kaum Männer abgebildet? Ob das auch wieder so menschlich-speziell war? Dass sie strikt Frauen und Männer trennten? Er konnte sich nicht erklären warum. Frauen hatten Brüste, na und? Was war daran jetzt so besonders? Denn Sinn der Teile hatte er eh nie verstanden, außer vielleicht, dass sie einen im Kampf hinderten. Er würde nicht gern mit so einem Ballast versuchen angreifen zu müssen. Er legte das Magazin zurück, hob den Kopf wieder um Ausschau nach der Cola zu halten, da schweifte sein Blick zu dem Fernseher in der Ecke des Supermarkts. Eine kleine Frau in grauer Kleidung stand vor einer Karte auf der Wolken und Sonnen und Tropfen aufgemalt waren. Sie deutete auf einen Bereich und erklärte, dass es in den Abendstunden zu Regen kommen kann. Die Aussichten für die nächsten Tage waren wieder heiter, bis bewölkt. Regen. Heute Abend? Grimmjow überlegte ob er sich das ansehen wollte. Er wusste nicht wie der Himmel aussah, wenn es regnete. Grinsend schlug er seine Faust in die hohle Hand, wand den Blick wieder zum Fernseher, der fröhlich weiter vor sich hinflimmerte. Die Frau war verschwunden, stattdessen sah man ein junges Mädchen, das mit einem gespielten Wimpernaufschlag den Mann neben sich fixierte. Er rutschte näher zu ihr, ein fast fanatischer Glanz im Blick und... versuchte sie zu essen? Grimmjow zog die Brauen zusammen und konnte nicht ganz verhindern, dass seine Gesichtszüge entgleisten. Was taten die da? Wieso drückten die ihre Münder aufeinander? Wollten die sich essen? Tauschten sie irgendwelche Medizin oder Drogen miteinander aus? Er konnte sich nicht erklären wieso das Mädchen die Arme um den Anderen schlang, wieso sie so ein erfreutes Geräusch von sich gab. Eine große Schrift wurde eingeblendet, das Mädchen lächelte ihn aus einer anderen Perspektive entgegen. „Cherrylipz. Der Lipbalm für unwiderstehliche Lippen!“. Schon wieder dieses Wort. Unwiderstehlich. Unwiderstehliche Lippen? Unwiderstehlicher Duft? Sollte das heißen, dass, wenn man unwiderstehlich war, die Menschen auf einen zugingen und versuchten einen aufzuessen? Oder bezweckten die damit etwas anderes? Seine Gedanken rotierten und er blickte sich um, ob jemand anderes außer ihm diese Situation ebenso seltsam gefunden hatte. War das normal in der menschlichen Welt? Kopf schüttelnd wand er den Blick von dem Fernseher zu den Magazinen vor ihm. Ob vielleicht da was drin stand? Zu diesem Sich-Fressen Prozess? Er griff ein Heft das besonderes bunt war und blätterte es auf. Vielleicht war es wirklich eine Machtübertragung? So wie ein Hollow mehr Kraft erlangt, wenn er einen anderen isst. Oder die Menschen versuchten das nachzuahmen, weil sie dazu nicht in der Lage waren? Aber wozu dann das verzückte Geräusch? Er konnte sich darauf keinen Reim machen. Leise seufzend blätterte er durch die Zeitung bis ein Foto vor ihm prangte, dass wieder zwei Menschen beim Hollow-Nachahmenden-Sich-Fressen zeigte. In Großaufnahme sah man wie sie die Lippen aufeinander drückten und sich in den Armen hielten. Er war sich nicht sicher ob es wieder ein Mädchen und ein Mann war. Die sahen nach weder noch aus und der eine Mensch erinnerte ihn mit dem Haarschnitt unweigerlich an Ulquiorra. Bei dem war er sich manchmal auch nicht sicher, welchem Geschlecht er eigentlich angehörte. Ein wenig grinsend hielt er sich die aufgeschlagene Zeitung dichter vor die Nase, betrachtete das Bild, wie sie sich umarten und aneinander drückten, wie sie ihre Münder aufeinander legten und... Hey, Moment, war das da eine Zunge? Grimmjow zog die Brauen zusammen, schlug das Magazin schnell wieder zu und legte es beiseite. Sich einen Ulquiorra mit der Zunge von Nnoitra vorzustellen war dann doch zuviel des Guten. Nun wollte er nur noch die Cola finden und hier raus. Die braune Flüssigkeit in der großen Flasche schwappte hin und her als Grimmjow nach dem (seiner Meinung nach viel zu kompliziertem) Bezahlen wieder aus dem Supermarkt ging und alle Besorgungen in einer mitgenommen Tragetasche verstaute. Er ging ein paar Meter weiter, unschlüssig ob er schon wieder zurück oder noch ein wenig verweilen wollte. Schließlich ließ er sich auf eine Bank am Rande der Straße fallen, beobachtete die Menschen, die an ihm vorbei zogen. Ihre Leben waren so nichtig, die Dinge, die sie in ihrem Alltag taten so unbedeutend. Vielleicht war das der Grund, wieso sie ihr Dasein mit so vielen unwichtigen Details füllten? Wen interessierte es schon, wie sie rochen, oder was sie zu erzählen hatten, was es für ein Wetter gab oder wen man aß. Es war vollkommen egal für jemanden wie Grimmjow. Alles was er kannte war das Streben nach Macht. Wofür taten es diese Menschen? Seufzend zog er den Beutel zu sich, suchte darin nach den gekauften Bonbons. Die blauen sprachen ihn, welch Wunder, am meisten an und so riss er die Tüte auf und genehmigte sich eines davon. Er legte es sich auf die Zunge, klebte es am Gaumen fest und ließ den Kopf zurück sinken, sah gen Himmel. Die Sonne schien warm hinab, legte sich auf Grimmjows Gesicht und beruhigte ihn innerlich ungemein. Er hätte nie gedacht, dass diese Strahlung solch einen Effekt auf einen menschlichen Körper hatte. Wäre er hier als Arrancar, würde er nichts weiter als dieses strahlende Wetter verfluchen. Er spielte mit dem Bonbon in seinen Mund, dass ein kaltes Prickeln hinterließ und gleichzeitig süß schmeckte. Nach Farben zu gehen war eben doch manchmal ganz hilfreich. Er grinste ein klein wenig triumphal. Es dauerte eine Weile bevor er träge wieder seinen Kopf hob, blinzelte und sich umsah, bevor er den Blick erneut gen Himmel richtete. Ein Tropfen fiel ihm auf die Stirn. Hatte er es doch richtig gespürt. Regen; Doch die Sonne schien immer noch, es waren nur wenige Wolken zu sehen. Neben ihm zersprang ein weiterer Tropfen auf dem Holz der Bank, zu seinem Füßen der nächste. Er beobachtete, wie die Straße langsam ein gesprenkeltes Muster annahm, die grauen Flecken sich dunkler einfärbten und immer mehr, immer schneller kleine Wassertropfen zu Boden fielen. Er blickte die Straße entlang und sah die Menschen fliehen. Er konnte es sich nicht erklären. Er empfand die Kälte, die durch seine Kleidung drang nicht als unangenehm, eher als kitzelnden Zwiespalt mit der Wärme der Umgebung. Dennoch spannten die Menschen Schirme über ihren Köpfen auf und verkrochen sich unter Vorsprüngen, um nicht nass zu werden. Grimmjow streckte eine Hand aus, fing den Regen mit der Innenfläche auf. Die Nässe kroch durch den Stoff der Kleidung, von seinen Haaren perlte das Wasser hinab, über sein Gesicht und den Hals entlang. Es fühlte sich gut an. „Ich muss jetzt gehen. Tut mir Leid. Ich rufe dich an, ja?“, vor ihm war ein Mädchen mit einem Schirm aus der Tür getreten. Ihr folgte ein Kerl, der sie knapp zwei Köpfe überragte und sich bücken musste, um auch Schutz vor dem Regen zu haben. „Heute Abend?“ „Ja, heute Abend.“ Grimmjow sah ihnen zu. Er versuchte sich den Rot-Ton auf den Wangen des Mädchens zu erklären. Erfolglos. Ob es an diesem Lächeln von dem Kerl lag? „Bis dann.“ Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und presste die Lippen auf die des Mannes, nur kurz, einen Sekundenbruchteil, dann löste sie sich und lief mit dem Schirm in der Hand davon. Ah, sie hatte ihn fressen wollen. Das erklärte das ganze natürlich. Er sah ein breites Lächeln auf den Zügen des Kerls, der nur zwei Schritte von ihm entfernt stand. Er fuhr sich über den Mund, ein zufriedenes Geräusch machend und dann lachte er leise in den Himmel, dem Regen entgegen. Machte es die Menschen so glücklich, wenn man versuchte sie zu essen? „Grimmjow. Grimmjow!“ Blinzelnd erwachte der Espada aus seinem Tagtraum. Er lag auf den Kissen in seinem Raum, den Blick zur Decke gewandt und die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Jemand klopfte an seine Tür, rief seinen Namen. Schwungvoll kam er auf die Beine, murrte ein „Jaja“ und ging zur Tür, um zu öffnen. Ulquiorra vor ihm ließ die Finger sinken, sah zu dem Espada auf. „Könntest du aufhören dein konfuses Reiatsu ausströmen zu lassen? Es ist eine Nerven aufreibende Zerstreuung, die mich in meiner Arbeit behindert.“, sagte Ulquiorra tonlos, verstaute seine Hände wieder in den Hosentaschen. „Jaja. Schon klar. Dein Quartier angrenzend an meines und du ein kleines Sensibelchen, das bei den geringsten Ungewöhnlichkeiten aufschreit. Hab verstanden.“, brummte Grimmjow, stützte sich in den Türrahmen und zog ein gelangweiltes, missbilligendes Gesicht. „Du weißt, dass deine Provokationen keinen Effekt auf mich erzielen.“ Ulquiorra verzog keine Miene, wand stattdessen nur den Körper beiseite, um zu gehen. „Is’ klar.“, Grimmjow gähnte demonstrativ, sah Ulquiorra nach, als er sich abwand, um über den Gang zu verschwinden. Das schwarze Haar wippte im Takt der Schritte, fiel ihm in die Stirn. Grimmjow zog die Brauen zusammen, stützte sich vom Türrahmen ab und trat hinaus. „Oi! Ulquiorra!“, rief er leicht grinsend und wartete bis der andere Espada sich langsam zu ihm drehte, ihn mit dem selben Gesicht wie immer ansah. Manchmal fragte sich Grimmjow, ob der Blick einfach Emotionslosigkeit wiederspiegelte oder doch nur die pure, ihn auffressende Langeweile. „Glaubst du Menschen würden versuchen uns nachzumachen?“, Grimmjow grinste leicht zu ihm, auf den Beinen wippend. „Sie wissen nicht von unserer Existenz, Grimmjow. Beantwortet das deine Frage?“ Der andere Espada schien sich wieder abwenden zu wollen, da fuhr Grimmjow fort: „Und wenn sie es im Unterbewusstsein wissen und machen?“ Ulquiorra wand sich nicht wieder um, die kurze Schwankung im Reiatsu verstand Grimmjow als Genervtheit. „Wieso beschäftigst du dich mit so einem Abschaum? Sie sind es nicht wert sich Gedanken zu machen.“ Ulquiorra tat den nächsten Schritt, um sich zu entfernen, Grimmjow ihm langsam nach. „Aber der ‚Abschaum’“, Grimmjow betonte das Wort besonders schief und schräg, damit Ulquiorra merkte, wie lächerlich dieser Ausdruck war, „macht Dinge, die keinen Sinn ergeben, ihnen aber Spaß machen.“ Ulquiorra wand den hohlen Blick über seine Schulter zu Grimmjow: „Ihre gesamte Existenz ergibt keinen Sinn. Es ist demnach vergebens in ihren Handlungen danach zu suchen.“ Er wand den Oberkörper ebenfalls um, musterte Grimmjow kurz, „Und deine Existenz sollte nicht auf der Suche nach ‚Spaß’ beruhen, Grimmjow.“ Grimmjow zog die Luft ein, ließ ein leises „Tzz“ ertönen und hob den Kopf fragend: „Das heißt also du würdest dich nicht fragen, was es bezwecken soll, wenn sie ihre Lippen so aufeinander drücken?“ Ulquiorras Brauen hoben sich minimal. „Das nennt man den Mund halten, Grimmjow. Ich weiß, dir dürfte das gänzlich fremd sein, aber soweit ich weiß ist diese Geste unter Menschen durchaus verbreitet.“ Grimmjow knurrte leise, ballte eine Faust und hob sie. „Tu nicht so blöd, Heulbacke.“, fauchte er, „Ich meine wenn zwei Menschen ihren Mund aufeinander drücken.“ Ulquiorra drehte sich gänzlich herum, trat einen Schritt auf Grimmjow zu, als würde das Gespräch ihn nun doch wieder interessieren. „Solch banale Sachen beschäftigen dich so stark, dass dein Reiatsu inkontinent wird?“, entgegnete er. Grimmjow hob die Faust erneut, „Ich mach dich gleich inkontinent! Erwidere nicht mit einer Gegenfrage, nur weil du die Antwort auch nicht weißt!“ Ulquiorra nahm erneut einen Schritt auf Grimmjow zu, der angriffslustig knurrte. Das Gesicht des Quarta Espada schien ausdruckslos wie eh und je, der Ton war allerdings ein wenig belehrender: „Solche Gesten müssen ein Ausdruck der Fürsorge sein. Eventuelles einführen von Medizin wäre eine Möglichkeit.“ Für ihn schien die Sache damit erledigt, doch Grimmjow hob einen Finger, grinste breit. “Falsch!“, entgegnete er energisch, „Die sehen ganz und gar nicht krank aus, wenn sie das machen, also glaub ich dir nicht. Ich glaube, die wollen sich fressen.“ „Mach dich nicht lächerlich.“, Ulquiorras Ton war wieder tonlos, „Sie ziehen keinen Nutzen daraus sich gegenseitig zu essen. So etwas anzunehmen ist abfällig.“ Grimmjow schwang den Finger vor Ulquiorra hin und her. Dieser beobachtete es missbilligend. „Und wenn es ihnen Spaß macht?“, fragte der Sexta Espada grinsend, dachte Ulquiorra damit in die Enge zu treiben. „Spaß steht nicht zur Debatte. Versuche nicht sinnlose Dinge verstehen zu wollen, Grimmjow Jaegerjaquez.“ Grimmjow grinste nur breiter, ging einen Schritt auf Ulquiorra zu und hob die Brauen provozierend. „Und wie es zur Debatte steht. Pisst es dich nicht an, dass der menschliche Abschaum bei Dingen, von denen du keine Ahnung hast, Spaß hat?“, Grimmjows Ton war geheimnisvoll und unterschwellig gewesen. Ulquiorra ignorierte das gekonnt: „Nein.“ Der Sexta Espada ging einen weiteren Schritt auf Ulquiorra zu, beugte sich ein wenig näher: „Nicht? Oder willst du es nur nicht zugeben? Was ist wenn sie davon profitieren? Willst du es dann nicht doch wissen?“ „Nein.“, Ulquiorra verharrte regungslos, sah ihn steif an, wie Grimmjow ihn grinsend musterte, „Es sind Menschen. Wovon sie profitieren ist für uns belanglos. Sie sind Abschaum.“ Der andere Espada nickte verstehend, dennoch amüsiert und sah ihn erwartend an: „Also hättest du auch nichts dagegen, wenn ich es an dir ausprobiere?“ Tatsächlich schaffte er es für einen kurzen Moment Ulquiorra zu überraschen. „Ausprobieren?“ Grimmjow nickte zustimmend, neigte den Kopf provokant und fuhr fort: „Wenn es dich eh nicht interessiert, was der Effekt davon ist, doch wenigstens die Folge, dass danach mein ‚inkontinentes’ Reiatsu beruhigter ist und dich bei deiner Arbeit nicht mehr belästigt.“ Kurz überlegend hob Ulquiorra die Brauen, atmete leise aus: „Wieso behelligst du damit nicht jemand Anderen?“ Grimmjow lachte kurz auf: „Bei den Anderen hätte ich Angst um mein Gesicht und außerdem hast du ja jetzt viel mehr mit der Sache am Hut als irgendjemand sonst.“ Ulquiorra schloss beim Ausatmen die Augen, als er Grimmjow wieder ansah hörte man nur ein leises: „Wenn es sein muss.“ Er blinzelte einen Moment, da Grimmjow ihn mit seinem Körper gegen die Wand drückte und grinsend sein Kinn zwischen die Finger nahm, auf Ulquiorras Lippen hinabschaute. Der Moment dauerte nicht lang und Ulquiorra hatte keine Mühe unter Grimmjows Armen durchzuschlüpfen und sich, bevor überhaupt irgendetwas passieren würde, in dessen Gemach begab. Grimmjow sah ihm nach, schüttelte den Kopf und konnte sich nicht erklären wieso Ulquiorra vier Wände diesem Gang bevorzugte. Aizen könnte sie sowieso überall sehen. Scham konnte es wohl eher nicht sein. Schulterzuckend folgte er dem Quarta Espada in den Raum und schloss die Tür. Regungslos stand Ulquiorra vor den Kissen, sah Grimmjow entgegen, der schnelle Schritte auf ihn zunahm und wieder sein Gesicht fasste. Er sah ihm fest in die Augen, als er sich vorbeugte und die Lippen auf Ulquiorras presste. Sie verharrten so einige Sekunden, sich ansehend, aber nicht bewegend. Langsam löste Grimmjow die Finger von Ulquiorras Gesicht und ließ schließlich auch von dessen Lippen, sah ihn an und zuckte mit den Schultern. „Hast du was gespürt?“, fragte er, sich ein wenig zurücklehnend, erntete von Ulquiorra nur ein dumpfes: „Nein.“ Er atmete langgezogen aus, brummte leise und beugte sich wieder ein Stück vor, sah auf Ulquiorras Mund. Er zog die Augenbrauen überlegend zusammen, murrte ein: „Noch mal.“ und erstickte Ulquiorras „Wie bitte?“ als er wieder die Lippen auf die des anderen Mannes legte. Dieses mal ein wenig vorsichtiger, er drückte sich nicht so hart vor und spitze den Mund ein wenig, so wie es das Mädchen letztens gemacht hatte. Tatsächlich fühlte er nun weitaus sensibler die weiche Haut Ulquiorras und dessen Atem direkt auf seiner Haut; Doch was war daran so besonderes? Erneut ließ er von ihm ab, musterte ihn überlegend und noch bevor der Quarta Espada zu Wort kommen konnte, wies er ihn an: „Leg deine Arme um mich.“ „Wieso sollte ich?“, Ulquiorras Blick glitt ebenfalls kurz über Grimmjow. „Weil es dazu gehört. Mach schon. Und sei nicht so steif.“, wurde ihm erwidert. Natürlich war die Reaktion für den ungeduldigen Sexta Espada viel zu langsam und so legte er seinen Mund wieder auf Ulquiorras, nahm dessen Hände und legte sie sich um den Körper, zog ihn zeitgleich dichter an sich und spürte nun den Effekt, wenn er seine Lippen immer wieder kurz spitze, einen Bruchteil der Sekunde Luft ließ und wieder ansetzte. Es ergab ein witziges Geräusch, dass Grimmjow grinsen ließ. So war das also. Er verstand es. Es war einfach eine Sache, die man perfektionieren konnte, indem man sie immer wieder änderte. Also doch etwas um die Zeit zu vertreiben. Zufrieden mit sich selbst, grinste er kurz, als er Ulquiorra ansah. Der stand unverändert da, die Hände regungslos um Grimmjow gelegt, die Augen starr auf ihn gerichtet und eindeutig nicht verstehend, was so amüsant daran sein sollte. „Du musst mitmachen.“, forderte Grimmjow ihn auf, nickte beherzt und löste sich kurz von ihm. Er setzte sich auf die Kissen zu seiner Rechten, nahm Ulquiorras Hand und zog ihn neben sich. „Wieso sollte ich?“, erwiderte Ulquiorra, wand den Blick zur anderen Seite, weg von Grimmjow, der nach wie vor zufrieden vor sich her lächelte. „Weil du dann den Effekt spürst.“, murmelte er zur Antwort, während er eine Hand auf die Wange des Anderen legte, ihn zwang ihn wieder anzusehen um erneut seine Lippen für sich zu beanspruchen. Im Gegensatz zu Grimmjow schloss Ulquiorra die Augen nicht. Er beobachtete den Sexta Espada, wie er näher kam und wie er den Mund bewegte. Wild und ungestüm, scharf ein- und ausatmend und erforschend. Dieses elende Kind. Kurz zuckte Ulquiorra und wich nach hinten weg, als Grimmjow ihn in die Unterlippe biss und ihn beinah zum bluten gebracht hätte. Er zog die Brauen zusammen, legte zwei Finger auf seine Lippen. „Und was sollte das bedeuten?“, fragte er dunkel. Man hörte wie erbost er war. Grimmjows fröhlicher Ausdruck war dennoch nicht wegzuwaschen und er neigte den Kopf unschuldig. „Naja, wenn die Menschen sich aufessen wollen, ist es doch nur realistischer, wenn sie sich auch beißen, oder?“, erwiderte er und rutschte wieder dichter an Ulquiorra. Der ließ die Finger wieder sinken, atmete tief ein. “Ich habe dir bereits gesagt, dass es keinen Sinn ergeben würde, wenn sie vor hätten sich zu essen. Das war also eine vollkommen widersinnige Geste.“, erklärte er, gekonnt ruhig. Grimmjow zuckte mit den Schultern, beugte sich verschwörerisch vor und schwebte mit den Lippen über Ulquiorras. „Mir egal. Es macht Spaß.“ Dann nahm er wieder den Mund gefangen, bewegte seinen eigenen so, dass Ulquiorra in einem minimalen Grad erwidern, sogar mitmachen musste. Er schaffte es, die Lippen des anderen aufzuzwingen, drang kurz mit der Zunge vor und leckte ihm schließlich über den Mund, zur Wange hin und lachte dunkel, als Ulquiorra das Gesicht prompt wegdrehte. Mit dem Handrücken wischte er sich über die feuchte Stelle. „Das reicht.“, sagte er energisch, schob Grimmjow mit einer Hand von sich weg und sah ihn an. Der Sexta Espada stützte den Kopf auf die Hand, lächelte schmal und hob die Brauen erwartend. Doch er sagte nichts. Er kostete gerade den Moment des Sieges aus. Er wusste nicht, was es für ein Sieg es gewesen war, doch er schmeckte ihm fantastisch. Ulquiorra atmete tief ein, dann erhob er sich von den Kissen und strauchelte. Kurz knickten seine Beine ein, bevor er sich fing und regungslos mit dem Rücken zu Grimmjow stehen blieb. Was um alles in der Welt? Hinter sich hörte er ein amüsiertes Pfeifen des Sexta Espada. „Kein Effekt , hm? Wir profitieren nicht, was? Das sah aber gerade ganz anders aus.“, feixte Grimmjow, lehnte den Kopf lachend zurück und stockte noch im nächsten Moment, als Ulquiorra ihn an der Schulter packte und die gespitzte Hand nur einen Millimeter vor seinem Brustbein stoppte. Er wusste, dass es die Geste war, mit der Ulquiorra gern seine Gegner zum Finale durchbohrte. Sie mit einem Loch, gleich seines eigenem, tötete. Und es war das eindeutige Signal für Grimmjow jetzt besser den Mund zu halten. „Es hatte keine Auswirkungen, Grimmjow Jaegerjaquez, Sexta Espada. Ich hoffe du hast mich verstanden.“, sagte Ulquiorra ruhig aber dunkel. Gefasst und zu allem bereit. Er wartete keine Antwort ab, nahm keine Notiz von Grimmjows Nicken, sondern löste sich stattdessen rasch und schritt durch die Tür auf den Gang um in sein eigenes Quartier zurück zukehren. Was um alles in der Welt? Dieser Abschaum. 1. End tbc. 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