Iron Cross von Kita ================================================================================ Kapitel 1: ----------- „Es ist soweit.“ Wie harmlos diese Worte wirkten. So harmlos wie der Mann, der sie aussprach, mit seinem gutmütigen Lächeln und der freundlichen Stimme, die nur zu leicht über seinen wahren Charakter hinwegtäuschten. „Ich habe dir auch was mitgebracht.“ Gilbert versuchte, möglichst gleichgültig zu tun, als Ivan sich zu ihm herabbeugte um ihm das eiserne Kreuz, das er ihm einige Tage zuvor entwendet hatte, in einer fast schon zärtlichen Bewegung um den Hals zu legen. Doch so sehr er sich auch bemühte, dieser einfache Anhänger bedeutete ihm einfach zuviel, als dass es ihn unberührt lassen könnte, und so stahl sich ein sanftes Lächeln auf seine Lippen. Ein mechanisches Knacken erklang, als der Russe das Schloss seiner Ketten aufschloss. Doch er ließ Gilbert nicht einmal Zeit, die wundgescheuerten Handgelenke zu massieren, ehe er ihm einfache Handschellen anlegte. „Gehen wir“, sagte er, noch immer freundlich lächelnd. Einen Augenblick lang überlegte der Preuße, ihn einfach umzustoßen und einen Fluchtversuch zu starten, doch er wusste, dass es sinnlos war. Er hätte es nie bis zur Zellentür geschafft – in seinem Zustand wäre es ihm vermutlich nicht einmal gelungen, den hünenhaften Russen auch nur aus dem Gleichgewicht zu bringen. Seine schweren Beine riefen ihm diese Tatsache noch einmal ins Gedächtnis, indem sie unter seinem Gewicht einfach nachgaben, so dass Ivan ihn auf die Füße ziehen musste. „Hm“, machte er. „Sieht so aus, als hättest du doch mehr essen sollen…“ Er sagte das, als ob er die Wahl gehabt hätte. Mit schweren Schritten und voll darauf konzentriert, einen Schritt nach dem anderen zu tun, folgte Gilbert ihm aus der Zelle und durch den nur spärlich beleuchteten Gang, bis Ivan plötzlich stehen blieb. Gilbert sah auf. Der blonde Amerikaner verstellte ihnen mit sichtbar mulmigem Gefühl den Weg. Ein schiefes Grinsen schob sich auf Gilberts Gesicht, als er dieselbe bedauernde Miene erkannte, die der Amerikaner schon am Vorabend aufgetragen hatte. „Ivan!“ Mit missmutigem Gesicht drehte sich der Russe um und gab Gilbert den Blick auf die Zellentür frei, von wo aus Alfred mit sichtbar erschrockenem Ausdruck stand und hereinstarrte. Seinem Gesicht nach zu urteilen, hatte Ivan ihn wohl schlimmer zugerichtet, als es sich im Moment noch anfühlte. „Was willst du?“, fragte Ivan ungehalten. Er hatte schlechte Laune, weil Gilbert nicht bereit war ihm zu geben, was er verlangte, und gab sich nicht einmal die Mühe seine sorgsam getragene Maske aufrecht zu erhalten. Alfred schluckte. „Du solltest wirklich aufhören. Du bringst ihn noch um!“ Ivan sah auf Gilbert herab und lächelte plötzlich. Ein Lächeln, das nicht über die Kälte seiner Augen hinwegtäuschen konnte. „Ja… das werde ich wohl…“ Er wandte sich ab und ging zur Tür, wo er noch einmal stehen blieb und ohne sich umzudrehen sagte: „Du musst mir dein Territorium nicht geben, Gilbert. Ich nehme es mir einfach…“ Als er sich an den Amerikaner wandte, konnte Gilbert sehen, dass er noch immer lächelte. „Ich werde ihn hinrichten lassen.“ „Du stehst im Weg, Alfred“, meinte Ivan in fast schon singendem Ton. „Das ist keine gute Idee“, erwiderte Alfred – mehr oder weniger – unbeeindruckt. „Er ist wie wir. Wir sollten ihn nicht töten. Du weißt nicht, was das für Auswirkungen haben wird.“ Ivan lachte leise. „Es wird kein Preußen mehr geben. Das Land ist sowieso überflüssig. Es ist wie Deutschland, nur älter und aggressiver. Wenn man es genau nimmt“, ein geradezu glückseliges Lächeln stahl sich auf sein Gesicht, „tue ich damit etwas wirklich Gutes für den Frieden. Dabei wäre das doch eigentlich deine Rolle, nicht wahr, du großer Held?“ Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, schob er sich an Alfred vorbei und Gilbert folgte ihm. Beim Anblick von Alfreds hilflosem Gesicht musste er erneut grinsen. Der amerikanische Bengel war einfach noch zu jung, um das wahre Ausmaß dieses Krieges zu verstehen. Im Krieg gab es Opfer. Das war schon immer so und würde auch immer so bleiben. Nur, dass ich eigentlich nie vorhatte, Opfer zu werden, dachte er spöttisch. Als sie den Hof betraten, kniff Gilbert die Augen zusammen. Der Schnee reflektierte das blasse Sonnenlicht und einen Augenblick lang schien die Welt um ihn herum in klarem Weiß zu verschwimmen. Doch der Moment verging und Gilbert konnte die anderen Mitglieder der Alliierten erkennen, die ihnen mit ernsten Mienen entgegensahen. „Wir hatten gestern eine Unterhaltung“, hörte er Ivan sagen. „Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass das der beste Weg ist.“ Gilbert grinste gezwungen. „Ich kann mir vorstellen, wer sie von dieser Einstellung überzeugt hat.“ Einen kurzen Moment verschwand das Lächeln aus Ivans Gesicht, doch genauso schnell war es wieder da. Ohne weiter zu reagieren, nahm er die Kette der Handschellen und zog den Preußen hinter sich her. Natürlich, dachte Gilbert bitter, er lässt es sich nicht nehmen, den anderen seine Kriegsbeute zu präsentieren… Als sein Blick den von Francis kreuzte, wich der ihm aus. Gilbert unterdrückte ein verächtliches Schnauben. Es hatte mal eine Zeit gegeben, in der er und der Blonde sehr gut miteinander ausgekommen, ja, befreundet waren, doch das war lange her. Ihm war es mittlerweile egal, doch dem Gesicht des Franzosen nach zu urteilen, war dem bei ihm nicht so. In diesem Moment sah er so schuldig aus, dass es Gilbert fast laut auflachen ließ. Idiot… heul der Vergangenheit nicht hinterher! Steh wenigstens zu deiner Entscheidung, wie ich es getan hätte! Er straffte die Schultern so gut es ging und ließ sich von Ivan an die graue Mauer führen. „Ist es zuviel verlangt, wenn ich dich bitte, mir die Handschellen abzunehmen? Sie scheuern ein wenig.“ Ivan überging das provozierende Leuchten in Gilberts Augen, nickte lächelnd und nahm ihm die Fesseln ab. „Danke“, murmelte der Preuße, massierte sich kurz die zerschundenen Handgelenke und grinste dann. „Wenn ich schon abtreten muss, dann wenigstens stilvoll, wie man es von mir gewöhnt ist.“ Noch immer lächelnd nickte Ivan und trat zurück. Wenigstens ist Ludwig noch frei, dachte Gilbert, während gleich drei Schützen vor ihm Aufstellung nahmen. Er muss weiter kämpfen! Für unsere Freiheit… „Bruder!!“ Ivan blinzelte überrascht, genau wie die anderen Alliierten, und auch Gilbert drehte sich mit erschrockenem Gesicht zur Mauer um. Nein! Warum ist er hier?! Der Russe jauchzte leise. „Der Tag wird immer besser!“ Gilbert wirbelte herum. „Nein! Lass deine Finger von ihm!“ „Sonst… was?“ Obwohl er noch immer lächelte, waren seine Augen von einer Kälte und Bösartigkeit erfüllt, die Gilbert einen eisigen Schauer über den Rücken jagte. Er drehte sich um. „Verschwinde hier! Was willst du überhaupt hier, du verdammter Vollidiot?!“ Ludwig seufzte erleichtert. Er ist wirklich hier… Laut rief er: „Was soll die blöde Frage?! Ich bin hier, um dich zu holen!“ „Und wenn ich nicht geholt werden will?!“ Der Deutsche blinzelte überrascht. Was…? „Was soll das heißen? Gilbert! Was soll das heißen?!“ Nicht nur Ludwig schien überrascht zu sein. „Was sagt er da?“, fragte Francis, doch Alfred zuckte nur mit den Schultern. „Was gibt es da nicht zu verstehen?!“, schrie Gilbert. „Hier ist es gar nicht so schlecht! Vodka ohne Ende und nicht jeden Tag Kartoffeln zum Essen. Sieh es ein, Lutz, ich bin freiwillig hier!“ Er hätte gerne noch mehr gerufen. Dass es hier Tage gab, an denen es gar nichts zu essen gab. Dass er hier war, um Ludwigs verdammten Arsch zu retten. Dass er all das nur für seinen kleinen, dämlichen „Bruder“ in Kauf nahm. Doch all das hätte das genaue Gegenteil erwirkt von dem, was er erreichen wollte: dass Ludwig so weit weg wie möglich war, wenn Ivan ihm endlich den Gnadenstoß versetzte. „Also hau endlich ab, verdammt! Geh zu deinem dämlichen Italiener und diesem verstockten Japaner und seht zu, dass ihr diesen verdammten Krieg gewinnt!“ Mit den letzten Worten hatte er so hart mit der Faust gegen die Mauer geschlagen, dass ein beißender Schmerz durch seinen verletzten Arm raste, den er jedoch ignorierte. „Verdammter Idiot…“ Auf der anderen Seite hatte Ludwig die Hand an den harten Stein gelegt, als könnte er den Mann, den er seit Jahren voller Liebe seinen Bruder nannte, doch noch erreichen, aber es nütze nichts. „Bist… du sicher?“ Fast glaubte er schon, Gilbert habe seine leisen Worte nicht gehört, dann jedoch hörte er mindestens genauso leise ein „Ja…“ und seufzte schwer. „Ich…“ Sein Blick wanderte an der Mauer empor, über den Stacheldraht hinweg und haftete sich an den strahlend blauen Himmel. „Leb wohl…“ Gilbert schloss die Augen. Danke… Ivan neigte lächelnd den Kopf zur Seite. „Feuer.“ Ludwig hatte sich noch keine fünf Schritte von der Mauer entfernt, als drei Schüsse die Luft zerrissen. Mit schreckensweiten Augen wirbelte er herum und warf sich in purer Verzweiflung gegen die Mauer. „Gilbert! Gilbert!! Antworte mir! BRUDER!!“ Eine leise Stimme drang zu ihm herüber. Für einen Außenstehenden mochte sie freundlich klingen, doch Ludwig hörte nur Kälte. „Er wird dir nicht mehr antworten. Du solltest jetzt gehen, bevor ich mir überlege zu vergessen, was ich mit ihm abgemacht habe…“ „Nein…“ Ludwig merkte nicht einmal, dass sich seine Augen mit heißen Tränen füllten. Er spürte nur noch die plötzliche Taubheit, die von seinem Körper Besitz ergriff und seinen Beinen die Kraft nahm, ihn zu tragen. „Nein…!“ Wie von selbst legten sich seine Hände gegen die Mauer, fuhren über den rauen Stein, als könnte er ihn dadurch irgendwie durchdringen und auf die andere Seite gelangen, um den Mann zu rächen, der all das verkörperte, was Ludwig das Gefühl gegeben hatte zu Hause zu sein. „Bruder…! GILBERT!!“ Er konnte später nicht mehr sagen, wie lange er im kalten Schnee gesessen hatte, als er die Schritte wahrnahm, die sich langsam näherten. Mit müdem Blick sah er auf und erkannte einen Mann in dunkler Uniform. Das blonde Haar und die buschigen Augenbrauen wiesen ihn eindeutig als Arthur Kirkland aus, doch dieser Mann wirkte in diesem Moment nicht wie sein Feind. „Du solltest wirklich gehen. Ivan ist unberechenbar.“ Ludwig antwortete nicht, sondern sah wieder auf den Schnee zu seinen Füßen herab. „Ich“, begann Arthur erneut, „hab etwas dabei…“ Mit unsicherem Blick kramte er in einer seiner Taschen und zog einen kleinen Gegenstand hervor. Ludwig erkannte ihn sofort. „Ich hab versucht, das Blut abzuwaschen, aber… es hat nicht ganz geklappt…“ Mit zitternden Fingern streckte Ludwig ihm die Hand entgegen und Arthur legte Gilberts eisernes Kreuz hinein. „Es tut mir Leid“, murmelte er, bevor er sich umdrehte und ging. In jenem Augenblick erwachte ich mit tränenüberströmtem Gesicht aus diesem Albtraum. Nachwort, bitte lesen =D Diese Geschichte ist nicht meinem Gehirn entsprungen, zumindest nicht beabsichtigt. Denn dieser Mist hier hat mich vor einigen Tagen morgens um halb 6 um meinen Schlaf gebracht. Ihr lest richtig und da meine Freundin auch immer so ungläubig reagiert, wenn ich ihr das erzähle, betone ich es noch einmal deutlich: Ja, ab und zu träume ich von Anime und meistens habe ich morgens sogar das Gefühl, dass mein Traum gezeichnet gewesen war (was mir aber auch mein Unterbewusstsein einreden könnte...) Jedenfalls ist die Handlung komplett meinem Traum nachempfunden, ebenso wie einige gesprochene Sätze tatsächlich zitiert sind. Grundsätzlich habe ich nichts getan, als das Geträumte mit Worten auszuschmücken und in - so hoffe ich - interessanter Art und Weise wiederzugeben. Was mein Unterbewusstsein möglicherweise zu diesem Albtraum beflügelt hat, sind diverse Youtube-Videos, von denen ich hier jetzt nur 3 aufgreifen will: zwei, die mir ziemlich zu schaffen gemacht haben: 1. http://www.youtube.com/watch?v=v8rTEyrWN_0 2. http://www.youtube.com/watch?v=uw8bbkWUOw0 und eins, weil ich mir nur mit diesem Video eine Stelle meines Traums erklären kann: 3. http://www.youtube.com/watch?v=lVFbrbXrhzs Und auch, wenn die Videos vllt. etwas anderes ausdrücken, ich bin kein Verfechter des Pärchens GilbertxLudwig, Brüder sollten keinen Sex haben, ehrlich nicht ><'' *hust*SnowrabbitFTW*hust* Danke für die Aufmerksamkeit XD Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)