Zum Inhalt der Seite

Unsichtbar

Du siehst mich nicht
von

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.

Seite 1 / 1   Schriftgröße:   [xx]   [xx]   [xx]

Ein Engel

Ja und nun sitze ich hier, noch immer alleine, noch immer unsichtbar. Mittlerweile bin ich fünfzehn. Ich habe also acht Jahre in diesem Zustand zugebracht. Und ich war kein einziges Mal in der Schule. Ihr wisst gar nicht, was für ein Glück ihr habt, in die Schule gehen zu können. Manchmal schaffe ich es, mich in die Grundschulklasse zu schleichen und ein wenig Lesen und Schreiben zu üben. Das klappt mittlerweile ziemlich gut! Aber von Mathematik habe ich wenig Ahnung. Zwar kenne ich das kleine Einmaleins, das war es dann aber auch schon. Heute habe ich beschlossen, in die höheren Klassen zu gehen, einfach nur so aus Spaß an der Freude. Ich möchte wissen, was die anderen Jugendlichen meines Alters lernen müssen. Das Gebäude der Realschule ist noch leer. Es ist noch zu früh, der Unterricht fängt erst in einer dreiviertel Stunde an. Also erkunde ich erst das Schulhaus. Meinen Berechnungen nach müssten die Schüler meines Alters in der neunten Jahrgangsstufe sein. Also mache ich mich auf die Suche nach einem Klassenzimmer einer neunten Klasse. Schon bald werde ich fündig. Auf der Tür des Zimmers steht in dicken Buchstaben 9c. Ich versuche, mir den ungefähren Lagepunkt des Zimmers zu merken und laufe schnell die Treppen wieder hinunter, um das Schulhaus kennen zu lernen. Nach einigen Sackgassen finde ich einen Hinterausgang, der auf den Sportplatz führt. Auf diesem Platz stehen einige Schüler und wärmen sich auf. Sie scheinen aber in den höheren Klassen zu sein, da sie älter aussehen als ich. Ich höre die Schulglocke läuten. Anscheinend klingelt sie schon früher, damit die Schüler rechtzeitig da sind, wenn der Unterricht beginnt. Also schlüpfe ich wieder ins Schulhaus, unter neugierigen Blicken einiger Schüler, die sich wundern, warum die Tür von alleine aufgeht. Ich lache in mich hinein und laufe flugs weiter, darauf bedacht, nichts und niemanden zu berühren. Die Klassenzimmertür stand offen, als ich ankam. „Super“, denke ich und schleiche hinein. Es befinden sich erst wenige Schüler im Raum. „Umso besser“, profitiere ich, setze mich auf die Heizung und warte gespannt auf die anderen Schüler und den Unterricht. Plötzlich kommt der Lehrer herein und alle setzen sich. Ich muss grinsen. Der Lehrer kommt vor der Mehrheit der Schüler ins Klassenzimmer. Wahrscheinlich, damit sie keinen Unfug machen. Mein Kichern ging im Lärm unter. Ein weiteres Mal geht die Tür auf und ein Junge und ein Engel treten ein. Der Junge hat blonde Haare, braune Augen und trägt ausgewaschene Jeans und ein T-Shirt, das ebenfalls nicht mehr ganz neu aussieht. Der Engel hat mittellange, hellbraune Haare und ockerfarbene Augen. Außerdem.... Moment! Moment, zurückspulen und Standbild! Was zum Teufel tut ein Engel hier auf der Erde?! Er ist so schön, zudem hat er eine starke, aber freundliche Aura. Ich verliere mich in seinen Augen, verliere fast meinen Verstand. Im selben Moment wird mir klar, das er ein normaler, sterblicher Mensch ist, kein Engel. Er hat nur die Erscheinung eines Engels, und trotzdem... mein Herz vollführt einen Hüpfer. Dann schlägt es im doppelten Tempo weiter. Kann man es hören, das Rasen meines Herzens? Ich atme tief durch, solange es noch einigermaßen laut in der Klasse ist. Der Engel hatte sich inzwischen in die zweite Tischreihe vor dem Lehrerpult gesetzt und diskutiert mit seinen Klassenkameraden. Die Schulglocke läutet ein weiteres Mal, doch die Schüler setzen sich nicht. Erst als der Lehrer sich räuspert und aufsteht, kehrt Ruhe in der Klasse ein und der Unterricht beginnt. Der Erwachsene beginnt sofort, etwas zu erklären und an die Tafel zu schreiben, doch ich verstehe nichts von dem. Zum ersten baut das alles wahrscheinlich auf Stoff auf, den ich noch nicht gelernt habe, zum anderen bin ich viel zu abgelenkt. Die ganze Zeit über starre ich den Engel an, der die Tafelanschrift in sein Heft schreibt, , sich aber zu seinem Nachbarn lehnt und redet, wenn der Lehrer sich umdreht. Als die Klingel aber ertönt, springen die Schüler auf und bevor man „Hausaufgaben“ sagen konnte, waren sie verschwunden.



Fanfic-Anzeigeoptionen

Kommentare zu diesem Kapitel (2)

Kommentar schreiben
Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  Thuja
2008-12-24T07:01:35+00:00 24.12.2008 08:01
Wirklich tolles Kapitel
Sehr schöne und abwechslungsreiche Formulierungen und es lässt sich flüssig lesen

Ich musste lachen, als sie einen „Engel“ zur Tür reinkommen sieht
Erst laufen ihre Gedanken so normal weiter, ehe ihr bewusst wird, als was sie den Jungen gerade bezeichnet hat. Der Kerl muss echt Eindruck auf sie geschindet haben
Und ich würde mal sagen das war wie Liebe auf den ersten Blick
Nur gibt es da ja ein ganz großes Problem
Er wird sie nie sehen können

Ich bin ja gespannt wie sich alles entwickelt
Im übrigen gefällt mir die Idee sehr gut

glg

Von: abgemeldet
2008-08-29T18:57:36+00:00 29.08.2008 20:57
also, liebe Kin-chan!
ich sag dir jetzt erstmal, was mir NICHT gefallen hat:
1. in dem kapitel hast du in einem satz das tempus von präsens zu präteritum gewechselt!
2. du musst dir umbedingt angewöhnen, absätze zu machen!xD

ansonsten: die idee zu dieser geschichte ist ja nicht sehr überragend soweit ich das absehen kann, aber du hast ja betont, dass es eine kurze geschichte werden soll. was mich total begeistert hat, ist, wie du die idee umsetzt! die sache mit der ich-erzählerin passt in dem fall perfekt und du hast auch einen tollen schreibstil für diese perspektive entwickelt! ich kann nur sagen: behalte das bei!!!=)
ich muss ehrlich zu geben, dass ich überrascht bin, ich hab nämlich nicht gedacht, dass du so gut bist ^^''

ich würd mich echt freuen, mehr von dir zu lesen; also wenn du hier weiterschreibst oder sonst mal was online stellst, sag mir bescheid!:)
(aber denk dran, absätze zu machen, ja? ;)

Bb, hdl
deine Lena


Zurück